Jungingen Alphörnerklang für den Herrn Minister

Hechingen / Matthias Badura 21.06.2018
Peter Hauk besuchte vier Gemeinden. Bestimmt hat es dem Landwirt Baden-Würrtembergs in Jungingen am besten gefallen.

Hey, was für ein Wetterle über dem Killertal, als der Zug mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk am Junginger Bahnhof einrollte. Das Mitglied der Landesregierung reiste mit großem Gefolge. Unter anderem entstiegen dem Waggon Vizeregierungspräsident Dr. Utz Remlinger, Landrat Günther-Martin Pauli, CDU-Landtagsabgeordneter Karl-Wilhelm Röhm, der Meßstettener Bürgermeister Frank Schroft, Franz Keßler, Leiter des Landwirtschaftsamtes Balingen und HzL-Vorstandssprecher Tobias Harms.

Nicht weniger hochrangig das Empfangskomittee. Ihm gehörte Heide Pick an, die Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes, außerdem Forstdirektor Hermann Schmidt oder Kreisjägermeister Walter Greff. Ganz vorne freilich stand Jungingens Bürgermeister Harry Frick, der die Gäste begrüßte und später im Bus seine Gemeinde vorstellte – wobei er einerseits das Hohelied der fleißigen und strebsamen Junginger sang, andererseits auch witzige Bemerkungen machte, bei denen nicht nur der Minister lachen musste. Etwa, dass große Teile Jungingens Naturschutzgebiet seien und der Artenreichtum groß: „Wir haben im Killertal seltene und seltsame Vögel“, ulkte Frick.

Im „Junginger Hütewald“ übernahm Forstamtsdirektor Schmidt die Regie, legte dar, wie das lang Zeit verwilderte Gelände in die Waldweide zurückverwandelt wurde, die sie einst war. Das, erläuterte er dem Minister, sei dank der guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Familie Junck, den Betreibern des Vornagelhofes, möglich gewesen. Heute ist der Hütewald ein Biotop, auf dem friedlich ein Teil der Aberdeen-Angusrinder der Familie Junck grast. Während unzählige Kameras klickten, zeigten die Paarhufer indes kein rechtes Interesse an dem hohen Gast und seinem Tross, hielten vorerst lieber auf Abstand.

Diskutieren und den Minister ausführlicher zu Wort kommen lassen, wollte man unterhalb der Wiese im Schatten. Was zunächst unmöglich war, weil ein himmlischer Duft von gebratenen Burgern über den Platz wehte. Burger (auf Schwäbisch Fleischküchle), frisch zubereitet von Vornagel-Seniorchef Hans-Peter Junck und einer Abordnung der Kreis-Landfrauen. Nein, daran kam man nicht vorbei. Und dazu tuteten dann auch noch lieblich-idyllische Klänge den Hang herab: Die Junginger Alphornbläser spielten dem Stuttgarter Regierungsmitglied ein Ständchen. Als ob man sie gerufen hätte, eilten jetzt auch die Rinder herbei.

Die Stichpunkte der anschließenden Gesprächsrunde lauteten Biotope, ökologische Landwirtschaft, Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte, Ausbau des sanften Tourismus im Zollern­albkreis oder Digistalisierung.

Man untersützte diese Dinge, entweder durch direkte Zuschüsse wie ELR-Mittel oder indem man sie „flankiere“, so Hauk sinngemäß. Entscheidend sei die gute Vernetzung und immer wieder auch die Tatkraft der Entscheidungsträger vor Ort.

Manch einer griff sich noch schnell einen Burger, bevor’s zurück zum Bahnhof ging. Peter Hauk rollte davon, ein Teil der Begleiter blieb, neue waren hinzu gestoßen, etwa Dagmar Kuster, Bürgermeisterin von Hettingen. Noch drei weitere Stationen hatte Hauk vor sich. Aber so viel Sonne, Alphornmusik und Burger hat ihm sicher niemand mehr bieten können.

Initiator war die Akademie

Vier Gemeinden besuchte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, am Mittwoch per Bahn: Jungingen, Veringendorf, Sigmaringen und Ebingen. Initiator der Tour war die Akademie für Ländlichen Raum.

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