Hechingen Alle wollen Frequenzbringer

ERNST KLETT 03.02.2014
Den neuen Obertorplatz gibt es mittlerweile als dreidimensionale Szenerie. Wie die Nutzung aber konkret sein wird, da ist momentan noch vieles offen.

Das größte und mutigste Bauprojekt seit langem interessiert die Hechinger. Wie berichtet, hatte die Bürgerwerkstatt zur Gestaltung des Obertorplatzes am Freitagabend eine enorme Resonanz. Stadt und Planer setzen deshalb weiterhin auf die Beteiligung der Hechinger. Wenn in einigen Monaten die Pläne bis zur Genehmigungsreife erarbeitet sind, wollen Landschaftsarchitekt Johann Senner und Bürgermeiserin Bachmann zur nächsten Werkstatt bitten.

Bis dahin erhofft man sich weitere Vorschläge zu den Nutzungen. Denn man weiß zwar, was man will, aber wie man das bekommt, dazu gab es am Freitagabend erstaunlich wenige Antworten. Direkt neben dem Brunnen, der etwas Richtung Kirchplatz versetzt wird und damit seinen historischen Platz wieder erhält, ist ein sogenanntes Cityhaus geplant - was nicht unumstritten zu sein scheint. Immerhin wurde gefragt, weshalb man ein neues Gebäude brauche, wenn doch so viele andere leerstehen. Unterschriftsreif ist noch nichts. Dorothea Bachmann hat einen Interessenten, der darin ein Café errichten würde. Zudem ist geplant, das Bürger- und Tourismusbüro im Stadthaus unterzubringen. Beides sollen Frequenzbringer sein. In die selbe Richtung zielen Spielgeräte für Kinder und Wasserspiele, vielleicht eine Boule-Bahn (von der es schon eine im Stadtgarten gibt). Gedacht ist ebenfalls an einen Fahrradparkplatz. Wichtig ist bei allem, dass der neue Obertorplatz eine Freifläche haben sollte. Ausreichend groß muss die sein, damit weiterhin Fasnet gemacht und das Stadtfest "Hechingen aktiv" gefeiert werden und der Wochenmarkt ausweichen kann. Frequenz, so formulierte es eine Teilnehmerin der Bürgerwerkstatt, bekomme man nicht nur durch Hocken, sondern ebenso durch Einkaufen und Besorgen. Diese Feststellung wurde bekräftigt. Vorschläge Richtung kamen aber keine.

Für den Chefplaner Johann Senner steht derweil fest, dass der Obertorplatz offen bleiben muss - im wahrsten Sinne des Wortes. Es darf keine versteckten Nischen geben; Stichwort Sozialkontrolle. Und noch eins weiß man heute schon: Wie der Platz angenommen wird, ob es Vandalismus geben wird, das entscheidet sich laut Johann Senner in den ersten zwölf Monaten.