Hechingen / Matthias Badura  Uhr
Zahlreiche Wegbegleiter würdigten die Verdienste des scheidenden Hechinger Schulleiter Karl-Heinz Rauch und wünschten alles Gute für die Zukunft.

Rund 200 Gäste wohnten am späten Dienstagnachmittag der Verabschiedung des langjährigen Leiters der Hechinger Alice-Salomon-Schule, Karl-Heinz Rauch, bei. Darunter Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn, dessen Amtsvorgänger Jürgen Weber, zahlreiche Hechinger Gemeinderäte, Kreisräte, Mitarbeiter des Landratsamtes, Rektorenkollegen, das eigene Kollegium, Schüler und nicht zuletzt die Familie.

Die allermeisten Gäste dürften nicht nur aufgrund der erhaltenen Einladung in die Kreissporthalle gekommen sein, sondern wohl auch, um Karl-Heinz Rauch ihre persönliche Wertschätzung auszudrücken. Die spiegelte sich gleichfalls in den sehr persönlich gehaltenen Ansprachen wider: Die Stellvertretende Schulleiterin Leonie Schneyder-Loye nannte Rauch einen „Fels in der Brandung“ und einen Menschen von „wahrer Größe“, der christliche und soziale Werte lebe. Zugleich habe er, engagiert und kompetent, stets die richtigen Entwicklungen für „seine“ Schule eingeleitet und es verstanden, das Kollegium zu begeistern.

Dr. Susanne Pacher, Präsidentin der Abteilung Schule und Bildung am Regierungspräsidium Tübingen, skizzierte kurz den Werdegang des Schulleiters, der 1970 sein Einser-Abitur machte und berufliche Erfahrung unter anderem in Tübingen, Mössingen und Metzingen sammelte, bevor er sich 2007 an der damaligen Hauswirtschaftlichen Schule in Hechingen bewarb.

Mit seiner Erfahrung habe er die Alice-Salomon-Schule mit ihren zahlreichen Ausbildungs- und Abschlussmöglichkeiten zu dem gemacht, was sie heute ist, seine Handschrift sei deutlich sichtbar, sagte Pacher.

Deutlich sichtbar wurde dann auch der bevorstehende Abschied – als die Abteilungspräsidentin Rauch die Entlassurkunde überreichte.

Landrat Günther-Martin Pauli charakterisierte den Scheidenden als einen Mann von Weitblick. Er sei nicht nur ein Einser-Abiturient gewesen, sondern habe auch als Schulleiter die Bestnote verdient, zumal wenn man betrachte, was er für die Integration junger Flüchtlinge an seiner Schule geleistet habe. Ein wenig richtete Pauli den Blick schon auf die kommende Fusion der Alice-Salomon-Schule und der Kaufmännischen Schule Hechingen.  Karl-Heinz Rauch erlebe sie zwar nicht mehr als Rektor mit, habe aber dazu beigetragen, dass sie gelingen werde.

Schülersprecherin Fatme Khalil fragte sich in ihrer Ansprache, wie man für einen Menschen die richtigen Abschiedsworte findet, von dem man sich im Grunde gar nicht trennen will? Der Rektor habe, so die Sprecherin, für die Belange seiner Schüler immer ein offenes Ohr gehabt.

Karl-Heinz Rauch selbst bedankte sich namentlich bei den vielen Wegbegleitern, erwähnte und würdigte seinerseits deren Verdienste für seine Schule, ehe er den Nachfolgern alles Gute wünschte.

Den Schlusspunkt setzten Alice-Salomon-Schüler mit einem Auszug aus einer Theaterperformance.

Mit Händen greifbar

Schlusspunkt? Die Gruppe „Diversité“ (Thabilé und Steve Bimamisa), spielte, nachdem sie die Feier musikalisch begleitet hatte, ein letztes Stück, nämlich den Miriam-Makeba-Hit „Pata Pata“. Und da zeigte sich nochmals der „Spirit“ der Alice-Salomon Schule, von dem mehrfach die Rede gewesen war; das fast mit Händen greifbare Miteinander und die Fröhlichkeit, die in dieser Lehranstalt herrschen. Lehrer und Schüler klatschten den Takt, tanzten. Und auch Karl-Heinz Rauch, aus der ersten Reihe herbei geholt, groovte mit.

Dem letzten Ton folgten Ovationen – für die Akteure und für den Schulleiter. Es folgte der Stehempfang mit Getränken und delikaten Häppchen. Die natürlich in der eigenen Schulküche zubereitet worden waren.

Nochmal genüsslich zitiert

Motto „Abivederci. Der Rauch verzieht sich – wir ziehen mit“. So lautete das diesjährige Motto des Abi-Abschlussjahrganges. Karl-Heinz Rauch ließ es sich bei seiner Verabschiedung nochmals auf der Zunge zergehen.