Talheim/Melchingen Albaufstieg zu Weihnachten komplett offen

Die Bauarbeiten an der Talheimer Steige liegen im Zeitplan. Ab 1. Dezember ist die Straße einspurig offen. Foto: Adelbert Barth
Die Bauarbeiten an der Talheimer Steige liegen im Zeitplan. Ab 1. Dezember ist die Straße einspurig offen. Foto: Adelbert Barth
ADELBERT BARTH 04.11.2013
Wenn sich der Winter in dieser Saison Zeit lässt, dann wird der gesperrte Albaufstieg zwischen Talheim und Melchingen früher als geplant befahrbar: Ab 1. Dezember soll die Talheimer Steige wieder geöffnet sein.

Seit Juni ist die Verbindung zwischen dem Steinlachtal und der Sonnenalb komplett unterbrochen. Nach dem absolut rekordverdächtigen Stark- und Dauerregen war der Steilhang an der Talheimer Steige ins Rutschen gekommen, die Fahrbahn sackte über mehrere Meter ab.

Das Regierungspräsidium Tübingen hat jetzt im Rahmen eines Lokaltermins mit den Vertretern der besonders betroffenen Ortschaften Talheim, Melchingen, Salmendingen und Sonnenbühl eine frohe Botschaft verkündet: Wenn das Wetter mitmacht, kann die Steige schon ab 1. Dezember wieder befahren werden - einspurig mit Ampelregelung, aber für alle Fahrzeugarten, also auch Schwerlastverkehr. Drei Wochen später, bis zum 20. Dezember, wollen die Männer vom Bau das Signal zur Zweispurigkeit geben.

Das bedeutet allgemeines Aufatmen im abgeschnittenen Talheim ebenso wie droben auf der hohenzollerischen Albhochfläche - und auf den Umleitungsstrecken. Im Killertal, das sowieso immer mehr dem Verkehrskollaps entgegen steuert, dürfte das erhoffte Minus an Autos und Lastwagen, wenn die Talheimer Steige wieder öffnet, besonders begrüßt werden.

Im Rahmen einer öffentlichen Ortschaftsratssitzung hatte der Talheimer Ortsvorsteher Gottlob Heller auch die benachbarten Gemeinden zu einem Ortstermin an die Steige eingeladen. Heller begrüßte an der "Jahrhundert-Baustelle" unter anderem seine Kollegin Waltraud Barth-Lafargue aus Melchingen, die stellvertretende Salmendinger Ortsvorsteherin Annette Maichle und den Sonnenbühler Bürgermeister Uwe Morgenstern sowie zahlreiche interessierte Ortschaftsräte und Bürger der Gemeinden.

Danny Freudenau, Bauleiter beim Regierungspräsidium Tübingen, informierte über den Fortgang der Bauarbeiten. Er führte aus, dass seit dem 30. September mit Hochdruck auf der Baustelle gearbeitet werde. Seither wurden 52 Bohrpfähle eingelassen, und ein Stück des Pfahlkopfes ist ebenfalls schon betoniert. Dieser Pfahlkopf wird nun zusätzlich gegen die Hangrichtung verankert. Im unteren Bereich wurde eine neue Stützmauer angebracht. Ein Großteil der Straße soll einen neuen Belag erhalten. Der Bauleiter der ausführenden Firma List, Teufel, sagte, dass bis zum Ende der Bauarbeiten annähernd 28 Tonnen Stahl und gut 500 Kubikmeter Beton verarbeitet werden. Wegen des guten Wetters komme man gut voran. Anfangs habe man Probleme gehabt mit Fahrrad- und Motorradfahren, die durch die Baustelle fahren wollten. Der Bauleiter appellierte, dass auch Zuschauer nicht zu nah an die Baustelle herankommen sollten, da es gefährlich ist und die Arbeiten behindert werden.

Es entstand noch eine kontroverse Diskussion über die Ursachen des Rutsches sowie für die aus der Sicht der Landwirte schwierige Umleitung. Talheim wiederum befindet sich seit Juni in einer Sackgasse ohne Durchgangsverkehr - sehr zum Leid der Einzelhändler. In Melchingen wiederum fehlen die Kunden aus dem Unterland. Und die Sonnenbühler Gemeinden, wo die Hauptumleitung durchführt, stöhnen über die Zunahme des Verkehrs.

Doch alles so bald ein Ende haben: Danny Freudenau stellte klar, dass die Bauarbeiten absolut im Zeit- und Kostenrahmen liegen würden. Wenn der Winter dieses Jahr noch ein bisschen auf sich warten lässt, können die Arbeiten noch vor Weihnachten so weit abgeschlossen werden, dass im Frühjahr nur noch Restarbeiten in Tagesbaustellen ausgeführt werden müssen. Zufrieden mit dem Fortschritt des wichtigen Bauvorhabens, machten sich die Beteiligten bei Dunkelheit zu Fuß auf den Heimweg - die einen ins Tal, die anderen nach oben.