Reutlingen / SWP  Uhr
Ein klares Zeichen für die Organspende möchte die Landesärztekammer Baden-Württemberg am kommenden Samstag, 20. Juli, in Reutlingen setzen.

"Ich bedaure außerordentlich, dass viele Bürger nach dem Transplantationsskandal kaum noch Vertrauen in die Organspende haben", beklagt Dr. Ulrich Clever, Präsident der Landesärztekammer. Der Träger eines Organspendeausweises gibt zu bedenken: "Wer jetzt wegen der Verfehlungen einzelner Ärzte seine Bereitschaft zur Organspende in Frage stellt, der raubt Patienten auf der Warteliste die Chance auf Überleben."

Seitdem Vorwürfe gegen einzelne Transplantationszentren laut und Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Spenderorganen festgestellt wurden, sind die Themen Organspende und Transplantation weitgehend negativ besetzt. Doch Clever ist überzeugt: "Der Skandal war eigentlich ein Transplantationsskandal. Es ist außerordentlich betrüblich, dass die Vorfälle unmittelbar mit der Organspende in Verbindung gebracht werden, die als solche nach meiner Überzeugung über jeden Zweifel erhaben ist."

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg mit ihren über 60 000 Ärzten möchte ein klares Zeichen für die Organspende setzen. Den Ärztetag am Samstag, 20. Juli, in Reutlingen hat die Körperschaft daher unter das Motto gestellt "Organspende - Wie gewinnen wir das Vertrauen zurück?". Hauptredner sind Landessozialministerin Katrin Altpeter, Dr. iur. Rainer Hess, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, sowie Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. Die Podiumsdiskussion wird moderiert von Dr. rer. nat. Christina Berndt von der "Süddeutschen Zeitung", die den Wächterpreis für ihre Enthüllungen der Transplantationsskandale erhielt.

Die Teilnahme ist kostenfrei, Voranmeldung wird erbeten. Das Programm findet sich unter: www. aerztekammer-bw.de/aerztetag.