In einem sehr gut besuchten Gottesdienst wurde am Sonntag in der Weilheimer Kirche St. Marien Ralf Rötzel nach über siebenjähriger Tätigkeit als ehrenamtlicher Diakon verabschiedet. Ab 1. Juli wird er als hauptamtlicher Diakon in der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen tätig sein.

Viele Gläubige und Wegbegleiter hatten sich zum Gottesdienst eingefunden. Ein Traum sei für Ralf Rötzel in Erfüllung gegangen, wenn er jetzt vom Nebenamt ins Hauptamt überwechsle, meinte der Leitende Pfarrer Michael Knaus, der an die Schwerpunkte der Tätigkeit des Diakons erinnerte. „Ralf war in der Gegend das Gesicht der katholischen Kirche, er war und ist einer von uns, und er passt in die heutige Kirche,“ brachte es Knaus auf den Punkt.

In seiner Ansprache ging Ralf Rötzel auf das Schicksal von Abraham ein, der – dem Auftrag Gottes gehorchend – auszog in ein unbekanntes Land. So habe er sich selber gefühlt, wenn er in seinen zivilen Arbeitsstellen letztlich nicht die Erfüllung fand und immer wieder neu suchte. Umso größer sei die Freude darüber, dass er nun als hauptamtlicher Diakon eingestellt worden ist.

So sehr er sich auf seine neue Wirkungsstätte freue, so schwer falle ihm das Loslassen von seinen ehrenamtlichen Aufgaben in seinem bisherigen Wirkungsbereich, bekannte Rötzel. Rückblickend dürfe er aber mit Überzeugung sagen: „Es hat sich alles zum Guten gewendet.“ Nachdem die anwesenden Kinder zum gemeinsamen „Vaterunser“ an den Altar gebeten worden waren, sangen Kindergartenkinder zusammen mit ihren Erzieherinnen das Lied „Du bist spitze, Ralf“. Mit aufrichtigen Dankesworten wurde dem Diakon ein Geschenk überreicht.

„Du hast in den letzten acht Jahren unsere Kirchengemeinde, unsere Seelsorgeeinheit mit Deinem Dienst, Deinem Engagement bereichert,“ erklärte Manfred Oks, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Dabei, so Oks weiter, sehe man die Vorbereitungszeit und die Gesprächstermine oft nicht. „Viel Arbeit, die Du mit sehr viel Engagement und Herzblut hinbekommen hast. Und Du bist geradlinig und sagst, was Du denkst. Du bist ernsthaft und bodenständig und vermittelst gleichzeitig auch Freude und Spaß an Kirche und Glauben.“ Oks dankte Rötzel für dessen Einsatz und Dienst im kirchlichen Gemeindeleben und überreichte mit Rückblick auf die Narrenmesse in Schlatt unter dem Beifall der Gläubigen eine Tüte Konfetti. Der Dank galt auch der ganzen Familie, die die Herausforderungen in der Vergangenheit mitgetragen habe.

Abschließend sagte Manfred Oks: „Auch wenn wir uns für Dich freuen, hinterlässt Du hier in der Kirchengemeinde St. Luzius eine Lücke.“

Elisabeth Haug, Sprecherin des Weilheimer Gemeindeteams, dankte in dessen Namen für die vielen fruchtbaren Begegnungen, für das Engagement Ralf Rötzels und wünschte ihm, ein Geschenk überreichend, alles Gute an seiner neuen Wirkungsstätte.

Im Namen der Kindergarteneltern überreichte Tobias Kopf dem scheidenden Diakon einen „Überlebenskorb“, beinhaltend eine Taschenlampe, eine warme Decke, einen Klappspaten und etwas „Sprit“. Das alles werde er gebrauchen können, wenn er jetzt dann auf die Alb müsse. Denn dort oben gebe es nur zwei Jahreszeiten: „Winter und auf den Winter warten.“

Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, erklärte Ralf Rötzel zum Schluss. Er danke allen, darunter vielen namentlich, die ihn begleitet und in schwierigen Situationen getragen haben. Er werde, so Rötzel, sofern es keine Überschneidungen gebe, der Gemeinde St. Marien und auch den anderen Hechinger Pfarreien erhalten bleiben.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Organist und Chorleiter Martin Riester und dem Weilheimer Kirchenchor. Sehr viele Kirchenbesucher fanden sich im Anschluss an den Gottesdienst vor dem Pfarrhaus zu einem vom Gemeindeteam organisierten Stehempfang ein.