Unbeschwert und leicht wie die Luftballons, die in den Sommerhimmel stiegen, funkelnd wie die edlen Kleider, die sie trugen, prickelnd wie der Sekt, mit dem angestoßen wurde – so facettenreich dürften an diesem Abend auch die Gefühle der Abiturienten gewesen sein, für die nach zwölf Jahren oder mehr auf der Schulbank nun die große Freiheit beginnt. Eine Freiheit, die mit Chancen und Möglichkeiten verbunden ist, aber auch mit Unsicherheit und Wehmut. Beim Abi-Ball wurde ein Blick zurück, aber auch nach vorn geworfen.

Eingeläutet wurde der Festabend, bei dem Chiara Possi als Moderatorin auftrat, mit dem von stürmischem Applaus begleiteten Einzug der Abiturienten. Gleich anschließend fand Schulleiterin Melanie Dreher in ihrer Ansprache ein passendes Bild, um die lange „Reise“ der Schüler bis hin zur bestandenen Reifeprüfung zu beschreiben. Dazu zog sie den Vergleich mit einer Wandergruppe heran, die gemeinsam einen Gipfel zu überwinden hat. „Die Lehrer haben dabei die Aufgabe, eine Gruppe mit Spitzensportlern und weniger Trainierten so zu führen, dass alle zeitgleich ankommen.“ Als stetige Begleiter fungierten die Eltern. So sei es gemeinsam gelungen, die jungen Menschen während ihrer Schulzeit zu fördern und zu fordern; sie bei der Entfaltung ihres Geistes und ihrer Persönlichkeit zu unterstützen.

„Ihr seid ein liebenswerter, wenn auch nicht so einfacher, weil sehr diskussionsfreudiger Jahrgang“, wandte sich die Rektorin an die 63 Abiturienten. Einer, der „vielseitig engagiert“ gewesen sei und „zu einem guten Schulklima beigetragen“ habe. Auch die Bilanz der Schüler kann sich sehen lassen. „Ich erinnere mich sehr positiv an meine Schulzeit, weil sie meinen Charakter zu dem geformt hat, was er heute ist“, brachte es ein Schulabgänger auf den Punkt. „Nun ist diese Zeit zu Ende und mit dem Abitur steht Euch eine große Bildungslandschaft offen“, unterstrich Melanie Dreher. Es gelte nun, mutig das Tor zu durchschreiten, das mit dem Abitur geöffnet wurde. „Werden Sie Akrobaten; steigen sie in die Kuppel über dem Zirkus des Lebens“, zitierte die Schulleiterin Worte der Schriftstellerin Ulrike Kolb. Denn mit etwas Abstand könne man alles überblicken und über die Dinge lachen. „Ich wünsche Ihnen dazu Mut, Fähigkeit, Phantasie und alles, alles Gute.“

Im Namen des Elternbeirats gratulierte dessen Vorsitzende Christine Wolf. „Es ist geschafft“, fasste sie die Erleichterung aller Beteiligten in Worte. Die Abiturienten dürften nun gespannt sein auf einen neuen Lebensabschnitt, für den sie ihnen drei Wünsche mitgab: „Geht euren ganz eigenen Weg, habt keine Angst vor Fehlern und übernehmt Verantwortung.“

Der feierlichen Zeugnisübergabe schloss sich die Verleihung der Sonderpreise an. Scheffelpreisträger Florian Kommer warf in seiner äußerst unterhaltsamen und pointierten Rede einen Blick auf das „Gemeinschaftsprojekt Abitur“ und rief seine Mitschüler dazu auf, zu ihren Schwächen zu stehen. Wichtig sei nur, seine Talente richtig einzusetzen: „Wer schlecht in Deutsch ist, wird eben Informatiker“, riet er. Doch so einfach ist es nicht immer: „Der Steppenwolf weiß mit Anfang 50 noch nicht, was er will“, griff der Scheffelpreisträger eine literarische Figur auf, die Thema der Deutschprüfung war. Und fügte gleich darauf humorvoll an: „Hätte er sich mal mehr Zeit gelassen nach dem Abitur.“ Und genau diesen Tipp gab er auch seinen Mitschülern mit auf den Weg gab: „Nehmt Euch Zeit für das Wesentliche im Leben.“ Denn das ist es, was zählt.

Musikalische Glanzpunkte setzte am Festabend die Abiband „Abibanditos“, die mit bekannten Hits den Saal rockte und – ebenso wie das restliche Rahmenprogramm – für beste Unterhaltung sorgte.