Jungingen "Zwei Bretteln, gführiger Schnee"

Die Gründungsmitglieder der Junginger Ski-Zunft (von links, sitzend): der Ehrenvorsitzende Willi Binder, Greta und Erwin Kohler sowie Josef Binder. In der hinteren Reihe von links: Gisela Sauer, Heini Riester und Rainer Bosch. Fotos: Horst Bendix
Die Gründungsmitglieder der Junginger Ski-Zunft (von links, sitzend): der Ehrenvorsitzende Willi Binder, Greta und Erwin Kohler sowie Josef Binder. In der hinteren Reihe von links: Gisela Sauer, Heini Riester und Rainer Bosch. Fotos: Horst Bendix
HORST BENDIX 27.10.2014
Willi Binder hatte die "verrückte" Idee - 1954 folgte die Gründung der Junginger Ski-Zunft. Jetzt feierte sie ihr Diamantenes Jubiläum. In die Feier eingebettet waren zahlreiche hohe Ehrungen.

Im Gründungsjahr 1954 konnte niemand auch nur im Entferntesten ahnen, welche enorme Entwicklung der Skisport in Jungingen nehmen würde. Darauf wurde am Samstagabend in den Ansprachen zum 60. Jubiläum der Ski-Zunft im Feuerwehrgerätehaus immer wieder hingewiesen.

"Eine Freude vertreibt hundert Sorgen", sagte Bürgermeister Harry Frick schon vor zehn Jahren, jetzt attestierte er dem "geschliffenen Diamanten" - der Ski-Zunft -, ein echter Kulturträger Jungingens zu sein. Er dankte den Vorstandsmitgliedern, dass vereinsintern alles seinen geregelten Gang gehen kann.

Frick erinnerte in diesem Zusammenhang an verschiedene Investitionen, die der Verein auf sich genommen habe - und die sich im Nachhinein ausgezahlt hätten.

Der Bürgermeister würdigte auch die jahrelange, ehrliche und gute Zusammenarbeit zwischen Rathaus und Verein. Mit der Übergabe eines Schecks als Zeichen der Verbundenheit wurde übergeleitet zur Jubiläumsansprache "60 Jahre Ski-Zunft" durch den Vorsitzenden Karlheinz Scheu.

Zunächst erinnerte er an die Zeit, als der Ski noch aus Holz und die Stöcke aus Bambus waren, als das Wort Stahlkanten noch ein Fremdwort war - und er rief Zeitzeugen ins Gedächtnis, die von der ersten Stunde an mit dabei waren.

"Willis verrückter Idee ist es zu verdanken", rief Scheu ins Rund, "dass wir heute 60 Jahre Ski-Zunft feiern können". Die legendäre Auchtert-Schanze in heimischen Gefilden musste als Trainingsgelände herhalten, bald darauf formierte sich eine Skisprung-Mannschaft, die mit großen Erfolgen aufwarten konnte.

Skifahren war zu jener Zeit eine reine Männerdomäne, lediglich eine Frau mit Namen Helga Bumiller mischte damals die Szene gehörig auf.

In den folgenden Jahren wurde der Breitensport geboren, nordisch und alpin übten sich im Parallelschwung. Der Kauf eines kleinen Schleppliftes war der Beginn eines großen Fortschritts, dem in späteren Jahren ein Bügel-Lift und eine Flutlichtanlage folgten. Ein Traum wurde mit dem Ski-Haus Lingenau im Bregenzer Wald wahr, der allerdings 1980 endete, als eine Straßenbaumaßnahme zum Abriss des Hauses führte.

Der Arlberg-Express lief an, unvergessliche Stunden durften die Mitglieder erleben; in späteren Jahren wurden ein Motorschlitten und eine moderne Pistenraupe angeschaft, vom Kreuzle und Vor Anwanden wurde abgefahren, das Schebdach wurde zum Domizil der Skifahrer aus dem Mittelbereich Hechingen. Der Umzug sowie der Umbau der Junginger Ski-Hütte standen bevor. Heute vergnügt sich die alpine Jugend vor allem in den Gletscherregionen Österreichs - weils in der Heimat so wenig schneit.

Was die Zukunft bringt, ist ungewiss, eines aber ist sicher, sagte Scheu: Die Achterbahnfahrt auf der Buckelpiste, die der Verein hinter sich habe, werde immer so weitergehen.

Walter Happle in seiner Eigenschaft als Bezirksvorsitzender des Schwäbischen Skiverbandes, Bezirk Südwestalb, sprach in der Folge Auszeichnungen und Ehrungen aus, auch im Namen des Württembergischen Sportbundes.

Zuvor hatte der Vereinsvorsitzende besonders den Gründungsvätern Willi und Josef Binder, Gisela Sauer, Erwin Kohler, Heini Riester sowie Rainer Bosch für ihre Beharrlichkeit, Opferbereitschaft, Kameradschaft und Begeisterung für den Skisport gedankt.

Junginger Ski-Zunft zeichnet treue Mitglieder aus

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Junginger Ski-Zunft wurden durch Walter Happle, den Vertreter des Schwäbischen Skiverbandes, Bezirk Südwestalb, zahlreiche hohe Ehrungen ausgesprochen.

Happle hob besonders den Vorsitzenden Karlheinz Scheu hervor, dem er als treibende Kraft und als Stütze des Vereins dankte. Lob und Dank für ihre Opferbereitschaft zollte er aber natürlich auch den anderen Geehrten.

Karlheinz Scheu wurde der Ehrenbrief des Schwäbischen Skiverbandes verliehen, außerdem erhielt er die Ehrennadel in Gold des WLSB. Ralf Bosch erhielt die Ehrennadel in Silber des SSV und ebenso vom WLSB. Hertha Nam, die gute Seele des Vereins, wurde die Goldnadel des SSV und die WLSB-auszeichnung in Silber verliehen; ebenso Karlheinz Merz. Gerd Riester erhielt Silber des SSV und des WLSB, genauso wie Thilo Schuler. Wolfgang Maier wurde mit Bronze des SSV und des WLSB ausgezeichnet, die gleiche Ehrung erfuhren Frank Östringer und Anton Schuler. Andreas Nam bekam Silber des WLSB, Bernd Schilling die Goldnadel des WLSB.

Zu Ehrenmitgliedern

der Ski-Zunft Jungingen ernannte der Vorsitzende Karlheinz Scheu die verdienten Mitglieder Bernd Schilling, Karlheinz Merz sowie Harald Loos.

SWP