Hechingen "Wir waren immer ein gutes Gespann"

Nach 60 Ehejahren sind sich Elfriede und Joachim Hahn noch immer in tiefer Liebe verbunden. Foto: Sabine Hegele
Nach 60 Ehejahren sind sich Elfriede und Joachim Hahn noch immer in tiefer Liebe verbunden. Foto: Sabine Hegele
Hechingen / SABINE HEGELE 06.08.2012
"Wir waren immer ein gutes Gespann" - und: "Wir lieben uns noch immer". Das sagen Elfriede und Joachim Hahn an ihrem 60. Hochzeitstag.

Elfriede und Joachim Hahn sind ein ganz wunderbares Ehepaar. Ihre Liebe füreinander ist echt - und spürbar. Und das mit dem heutigen Montag seit sage und schreibe sechs Jahrzehnten!

1949 hatte Joachim Hahn, der knapp 16 Jahre als evangelischer Pfarrer in Hechingen wirkte, seine Frau Elfriede kennengelernt - und in ihr die "ideale Lebenspartnerin und Pfarrfrau" gefunden.

Am 6. August 1952 wurde geheiratet - auf der Burg Hohenzollern. Touristen gab es vor 60 Jahren noch keine auf dem Zoller, dafür eine Geschäftsstelle des evangelischen Hilfswerks. Deshalb fand die Hochzeitsfeier dort statt.

Ihr diamantenes Ehejubiläum feierten die Hahns in der vergangenen Woche ebenfalls auf der Burg - ein paar Tage zu früh zwar, doch man wollte die ganze Familie dabei haben. Die ist zwischenzeitlich ganz schön groß: Neben den vier Kindern Friedegard, Joachim, Regine und Hans-Martin sowie deren Partnern zählen inzwischen noch 13 Enkel und acht Urenkel dazu. Und eine der Enkelinnen weilt heute, am Ehrentag ihrer Großeltern (und kurz vor dem Abschluss ihres Medizinstudiums), für ein Praktikum in Jerusalem. Aus diesem Grund die vorgezogene Feier.

Die war wunderschön, blicken Elfriede und Joachim Hahn zurück - sogar der Hausherr Georg Friedrich Prinz von Preußen und seine Gattin Sophie haben ihnen persönlich gratuliert! Den Gottesdienst zur Diamantenen Hochzeit in der Christuskirche hat ein Freund von Joachim Hahn zelebriert, Familienmitglieder haben die Messe musikalisch umrahmt. Herrlich.

Heute, am eigentlichen Hochzeitstag, wird das Ehepaar einen Ausflug unternehmen, irgendwo schön zu Mittag essen und einen kleinen Spaziergang machen - "nur wir zwei", freuen sich die Hahns.

Sie waren "immer ein gutes Gespann", sagen sie. Er, der (in Würzburg geborene) Pfarrer, sie die in so vielen Bereichen aktive Frau an seiner Seite. Der heute 86-Jährige war nach dem Studium der Theologie an der Uni Tübingen knapp ein Jahr Vikar in Sillenbuch. Dem Pfarrseminar in Stuttgart folgte die Berufung auf die Pfarrstelle in Hohenheim. Die nächste Station war Honau, danach für zehn Jahre Reichenbach an der Fils - bis zum Wechsel in die Zollernstadt im März 1973.

Das war für Hechingen ein Glücksfall. Nicht nur, weil Joachim Hahn ein Pfarrer mit großem Herzen war, sondern weil ihm die Pfarrei außerdem bleibende Bauwerke zu verdanken hat: In Hahns Ära fielen die umfassende Sanierung der Johanneskirche, die Anschaffung einer neuer Orgel, der Anbau ans Gemeindehaus und der Bau des zweiten Pfarrhauses auf dem Schlossberg.

Elfriede Hahn, geboren in Bonlanden und mit ihren 82 Jahren noch immer top fit, war ihrem Mann stets eine engagierte Pfarrfrau, die Religionsunterricht gab, sich aktiv in die Frauen- und die Jugendarbeit einbrachte. An der Zollerschule, in Jungingen und in Weilheim unterrichtete sie evangelische Religion.

Als ihr Mann 1988 in den Ruhestand trat, zog sich auch Elfriede Hahn zurück. Allerdings hat sie noch viele Jahre danach Krankenhausbesuche gemacht, die Hechinger Krankenhausbibliothek geführt, Frauenkreise organisiert, als Stadtführerin mit großem Wissen zwei Bücher veröffentlicht und, und, und.

Auch Joachim Hahn war noch lange nach 88 seelsorgerisch tätig - im Sanatorium Bad Sebastiansweiler und als Urlaubsvertretung in Bayern. Zusätzlich zelebrierte er Gottesdienste zwischen Sigmaringen und Mössingen, wo immer er auch gebraucht wurde.

Heute genießt das Ehepaar seine Zweisamkeit, in der der eine immer für den anderen da ist.

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