Zollernalbkreis/Bietenhausen "Vieles liegt im Argen"

Diana Schrade-Geckeler (links) mit Peter Nagel vom Kinderschutzbund und Brigitte Rottmeier von der Ausbildungs- und Förderungsstätte Albstadt.
Diana Schrade-Geckeler (links) mit Peter Nagel vom Kinderschutzbund und Brigitte Rottmeier von der Ausbildungs- und Förderungsstätte Albstadt.
Zollernalbkreis/Bietenhausen / ROSALINDE CONZELMANN 09.08.2012
Weil Kinderarmut nicht zur schlechten Bildung führen darf, startet die Liga der freien Wohlfahrtspflege kreisweit das neue Projekt "Augenhöhe", für das sie auf Spenden angewiesen ist.

Diana Schrade-Geckeler, Geschäftsführerin der Diakonischen Bezirksstelle in Balingen, weiß aus ihrem Berufsalltag, "dass hier vieles im Argen liegt". Es gibt im Zollernalbkreis fast 1700 Kinder, die in sozialschwachen Familien leben. Amtsdeutsch spricht man von Armutsgefährdung oder Armutsbedrohung.

Konkret bedeutet dies, dass diese Familien so arm sind, dass sie kein Geld übrig haben beispielsweise für den Nachhilfeunterricht, die Musikschule oder die Klassenfahrt ihrer Kinder und sich diesen Luxus schlichtweg nicht leisten können. Die Leidtragenden sind die Kinder, denen Chancengleichheit verwehrt wird.

Hier nun setzt das neue Hilfsangebot "Augenhöhe - Projekt Teilhabe an Bildung" an. "Es ist eine Ergänzung zum staatlichen Bildungsangebot, wir wollen keine Doppelung", betont Schrade-Geckeler. Im Gegensatz zum staatlichen Bildungsangebot aber, können die Kooperationspartner der Liga schneller reagieren und die Antragsstellung ist viel einfacher.

Zudem stehen den Familien bei Fragen kompetente Mitarbeiter zur Seite. "Wir sind einfach näher dran an den Menschen und kennen die Probleme", sagt Schrade-Geckeler. Ein Vergabeausschuss, der mit sechs Vertretern aus den kooperierenden Organisationen besetzt ist, entscheidet gemeinsam über die Anträge.

All diese Organisationen stehen hinter dem Projekt "Augenhöhe" und hoffen nun, dass sie viele Unterstützer finden werden. Wohl kann die Liga in Vorleistung gehen, es ist aber vorgesehen, dass das Projekt über Spenden finanziert wird. "Wir haben die Pfarrer und Rathäuser schon angeschrieben", informiert Schrade-Geckeler. Eine Zusage über eine Spende liege bereits vor. Damit das Projekt aber eine Zukunft hat, ist weitere Unterstützung erforderlich. Die Verbände rechnen mit einem Kostenfaktor von rund 5000 Euro pro Halbjahr. Denn, wie gesagt, "es liegt einiges im Argen".

Info Der Liga der freien Wohlfahrtspflege gehören neben

der Diakonie, die Ausbildungs- und Förderungsstätte Albstadt, die Caritas Schwarzwald-Alb-Donau,

der Kinderschutzbund, das Diaspora-

haus Bietenhausen und der Verein für gemeindenahe Psychiatrie im Zollernalbkreis an. Alle Stellen erteilen Auskunft über das eingerichtete Spenden-

konto.

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