Wann ist die beste Zeit für Veränderung? Ganz einfach: jetzt! Der Beginn eines neuen Jahres lädt förmlich dazu ein, den Blick in die Zukunft zu richten und Neues zu wagen. Genau das tut die Volksbank Hohenzollern-Balingen mit ihrem Veranstaltungsformat „VR-Kultur hautnah und regional“.

Zum Start „Spätzle mit Soß!“

Nach 25 Jahren, in denen Mitglieder und Kunden zum traditionellen Neujahrskonzert geladen wurden, steht zum Start ins neue Jahrzehnt Innovation im Vordergrund. „Wir verändern uns und bieten nun ein modernes, flexibles Konzept mit Konzerten, Kleinkunst und Theater, das an verschiedenen Standorten stattfinden wird“, erklärte Vorstandssprecher Arndt Ständer. Zur Premiere am Freitagabend konnte er im Hechinger „Museum“ zahlreiche Gäste begrüßen, die sich auf einen unterhaltsamen Abend mit dem Theater Lindenhof freuen durften.

„Der Jahreswechsel ist immer ein Einschnitt und eine Gelegenheit, Bilanz zu ziehen“, unterstrich Ständer. Wichtiger als die Vergangenheit sei aber die Zukunft mit all ihren Herausforderungen und Chancen. 2020 werde auf allen Ebenen ein Jahr der wichtigen Entscheidungen werden. „Lassen Sie es uns gemeinsam mit Mut und Optimismus angehen und mitgestalten“, appellierte er auch im Namen seiner Vorstandskollegen Joachim Calmbach und Franz Steinhart.

Heitere Schwabenkunde voll Humor und Hintersinn

Kein Wunder also, dass in der Region eine Menge Menschen zu Hause sind, die von den Lindenhöflern Berthold Biesinger und Bernhard Hurm auf Anhieb als „Volksbank-Schwoba“ identifiziert wurden. Die beiden Melchinger Theaterlegenden kredenzten dem Publikum zum Auftakt des neuen VR-Kulturformats ihr Programm „Spätzle mit Soß!“, eine heitere Schwabenkunde voll Humor und Hintersinn. In den Hauptrollen: Joseph (Berthold Biesinger) und Robert (Bernhard Hurm), zwei Vollblutschwaben par excellence. Wenn sie sich an den Stammtisch setzen und der Moscht in Strömen fließt, bleibt kein Auge trocken.

„Machets eich leicht, vergesset eiern Jomer, eiern Tringeltrangel, eiern Kontostand“, lautet ihre Aufforderung an die Zuschauer. Die beiden kennen sich halt bestens aus mit den Eigenheiten der Schwaben, die öfter mal zu Schwermut neigen, ganz schön querschädelig sein können und trotz ihres berühmten Erfindergeists nur schwer aus sich herauskommen. „Mir send halt geischtig so potent, dass mir id au no schwätza wänd“, heißt es dazu passend im Gedicht „Mir Schwoba.“

Neben mundartlicher Poesie hat das Melchinger Duo auch muntere Monologe, doppeldeutige Dialoge und manch skurrilen Sketch in petto. Da fehlt nur noch eines: die Musik! Wie gut, dass Joseph ein Meister an der Ukulele ist und Robert sein Miniaturklavier bis in die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen beherrscht. So erhält das Publikum die melodiöse Mitteilung: „I be a Schwob, a Schwob ben i“ – und zwar einer, der vom eigenen Häusle träumt und seine klangvolle Sprache gerne zelebriert. Ja, der regionale Dialekt steckt voller „Meglichkeita.“ Begriffe wie „rosarot dipfalats Sonndagskloidle“ oder „zemmabebbader Spätzlesklompa“ muss man sich doch wahrlich auf der Zunge zergehen lassen.

Ein Spartipp zum Abschluss

Spitzfindig und selbstironisch lassen die beiden Protagonisten ihren „Jockales“-Charme spielen und spätestens dann, wenn der Schimmelreiter über „’s Gsälz“ der schwäbischen Hausfrau galoppiert und der bruddlige Heimatdichter die „Ode an den Wald“ rezitiert, kennt das Publikum kein Halten mehr. Bei einer Veranstaltung der Volksbank gerade richtig kommt der Spar-Tipp: „Wer größere Schritt macht, ka am Absatz spara.“ Beim abschließenden Stehempfang wurden dazu noch Speis und Trank für umsonst serviert. Was will der Schwabe mehr?!

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