Brauchtum Narrenzunft Narrhalla Hechingen feiert 140-jähriges Bestehen

Sabine Hegele 13.11.2017

Die Narrhalla Hechingen hat sich um die Brauchtumspflege in Hohenzollern verdient gemacht, lobte René Schatz namens der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte – und dankte ausdrücklich eben dafür. Zumal die Hechinger Narrenzunft darüber hinaus die älteste Mitgliedszunft der Landschaft ist. Ja, wusste Schatz den Gästen des Jubiläumsballs in der Stadthalle „Museum“ zu berichten: Die Hechinger Narren seien ihrer Zeit schon immer voraus gewesen. „Macht weiter so“, rief er den Narrhallesen deshalb zu – und: „’s goht dagega“… Auf die nächsten 140 Jahre.

Manfred König als Vertreter der Stadt Hechingen erinnerte an die Anfänge der Narrhalla und ließ wissen, dass der Verein zu den ältesten der Zollernstadt zähle. Vom in den Anfängen karnevalistischen „Hurra“ sei man aufgesprungen auf den Zug der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet und habe sich sehr gefreut, dass selbige vor drei Jahren immaterielles Kulturerbe der Unesco wurde. Diesem fühlten sich die Narren verpflichtet; ebenso dem (von Volkskundler Prof. Dr. Werner Mezger mitgetragenen) Normen-Codex der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte. Die Narrhalla, so König, habe sich den dynamischen Prozessen schon in der Vergangenheit gestellt und werde dies auch künftig tun.

Hechingens Zunftmeister Joachim Noack wusste zu berichten, dass Narren immer etwas zu feiern hätten: dass die nächste Fasnet kommt, dass sie bald kommt, dass sie da ist, dass sie kommt… So seien 140 Jahre vergangen – und die Althistorische Narrhalla sei noch immer eine Säule der Hechinger Fasnet. Sie habe sie in der Zollernstadt etabliert und allen Widrigkeiten zum Trotz bis heute am Leben gehalten. Noack untermauerte dies mit einem Blick in die Chronik (wir berichteten bereits ausführlich).

Marcus Diebold, Schriftführer der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, schließlich forderte die im Saal versammelte Narrenschar auf: „Lasst uns weitermachen im Sinne unseres Normen-Codex und des immateriellen Kulturerbes.“

Aufgelockert wurde der Jubiläumsball mit zwei Showtänzen der Gruppen Just Dance und Dance Factory; ferner waren die Gäste zu einem warmen Buffet eingeladen, das den Gaumen erfreute und stark machte für ein paar Tanzrunden, zu denen das Duo Südlife aufspielte. Apropos: Aufgespielt wurde der Narrhalla auch von den Hechinger Schnorchel-Huaschtern: Sie überraschten die Gastgeber mit einem Geburtstagsständchen. Neben den Auszeichnungen für zehn-, 20- und 30-jährige Vereinstreue gab es am Samstagabend noch eine besondere Ehrung. Zuteil wurde sie Bodo Seidel. Er ist seit über 60 Jahren – und damit länger als alle anderen – Mitglied der ­Narrhalla. Für diese lange Verbundenheit dankte ihm Zunftmeister Joachim Noack von ­Herzen.

Ehrungen für zehn, 20 und 30 Jahre Vereinstreue

Zehn Jahre  (und länger) Mitglied der Narrhalla sind: Philipp Buck, Isabell Buck-Vasiliadis, Michael Föll, Lothar Gauger, Alexandra Glaeser, Benedikt Graf, Leonie Graf, Kiara Haas, Simone Lacher, Robert Landenberger, Melanie Lenhart, Michele Lenhart, Sven Luippold, Jasmin Müller, Julia Müller, Jürgen Spott, Melanie Waltersdorf, Susanne Wolf, Thomas Endele,  Conny Hentsch, Karolin Herrmann, Jens Müller, Kerstin Wendt, Holger Lipp und Bertram Kohler.

20 Jahre (und länger) dabei sind: Cornelia Bensch, Dietmar Geiger, Sabine Geiger, Antje Hanßen, Dominic Hanßen, Sabine Hurth, Ralf Löffler, Andreas Mattes, Saskia Müller, Barbara Müller, Thomas Pleli, Elisabeth Sandow, Stephanie Zimmermann, Elke Zintgraf, Michael Hanßen, Siegbert Höpfel, Rosa Keller, Daniela Lacic-Zürn, Joachim Rexer, Simone Schaumberg, Vera von der Goltz, Alexander Zimmermann, Nicole Zürn, Ramona Birnfeld, Klaus Jetter, Thorsten Keller, Michael Rosner, Theresa Sauter, Marc Schürmann und Jörg Schürmann.

30 Jahre (und länger) gehören der Althistorischen Narrenzunft Narrhalla Hechingen an: Evelyn Euchner, Birgit Graf, Sabine Hegele, Eugen Klotz, Carola Kunz, Marlies Kunz, Christl Noack, Joachim Noack, Siegfried Schmid, Torsten Zintgraf, Roland Baier, Petra Bingenheimer-Walter, Gerwald Bogenschütz, Hans-Georg Herford, Friedrich Klotz,
Joachim Pflumm, Irene Saupp, Ute Schatz, Regine Strobel, Rolf Walter, Ulrich Walther, Günter Reusch, Bruno Rolke und Hannelore Zopf.

Nein zu Veranstaltungen „just for fun“

Der Normen-Codex besagt: „Der Export von Elementen der Fastnacht zu Fremdereignissen, die professionell organisiert sind und der Devise „just for fun“ folgen, ist mit den Ansprüchen der Liste des immateriellen Kulturerbes unvereinbar.“