Hechingen "Kinder brauchen Frieden" bringt wertvolle Hilfsmittel nach Ruanda

Kinder brauchen Frieden hilft in vielen Ländern dieser Erde - auch in Ruanda.
Kinder brauchen Frieden hilft in vielen Ländern dieser Erde - auch in Ruanda.
Hechingen / MATTHIAS NOWOTNY 06.08.2012
Im Aufttrag der Hechinger Hilfsorganisation Kinder brauchen Frieden machte sich jüngst eine kleine Reisegruppe auf den Weg nach Ruanda. Im Gepäck: vor allem wertvolle Medikamente.

Vor kurzem machte sich eine kleine Reisegruppe - Matthias Holzmann, Michael Eberhard, Caroline Föhlisch und Yvonne Janzen - im Auftrag von Kinder brauchen Frieden auf den Weg nach Ruanda. Im Reisegepäck befanden sich wertvolle Spenden wie kilometerweise Pflasterrollen, OP-Material, Medikamente, Spiele, Spielsachen und wieder viele Hydrocephalus-Shunts der Firma Miethke. Diese zauberten vor allem bei Dr. Uta Düll, der Ärztin des Buschkrankenhauses bei Butare, im Süden des Landes, ein Lächeln ins Gesicht. Sie operierte in ihrem Buschkrankenhaus allein im vergangenen Jahr fast 80 Kinder mit der Hydrocephalus-Krankheit, umgangssprachlich auch Wasserkopf genannt und konnte mit den gespendeten Shunts ihr Leben retten.

Allerdings ruft die Bezeichnung Buschkrankenhaus ein falsches Bild hervor. Das Team um Dr. Uta Düll hat sich in den vergangenen Jahren auf über 40 Mitarbeiter vergrößert. Es gibt einen gut ausgestatteten OP, mehrere Behandlungsräume und Krankenzimmer. Hier finden viele Menschen ärztliche Hilfe, die sonst nirgends behandelt werden, denn die Krankenversicherung kostet im Jahr umgerechnet vier Euro pro Person, ein Betrag, den sich nicht jeder Ruander leisten kann.

Im angrenzenden Ernährungszentrum werden über einen Zeitraum von etwa vier Wochen unterernährte Kinder versorgt. Die Kosten liegen dabei bei drei Euro pro Kind und Woche. Zudem werden vor allem die Mütter der Kinder vom Krankenhauspersonal in nachhaltiger Bewirtschaftung unterwiesen und erhalten Samen zur Aussaat.

Dr. Uta Düll zeigte den Mitgliedern der Hilfsorganisation auch einige Lehmhäuser in der Umgebung, die mit der Hilfe von Spenden gebaut werden konnten. Nachdem die ruandische Regierung die Rundhütten der Einwohner abreißen ließ, bedeutete dies für die Menschen der Region ein neues Zuhause. Hier konnte für Euro eine fünfköpfige Familie für ein Jahr krankenversichert und damit sehr glücklich gemacht werden.

In der Hauptstadt Kigali interessierten sich die Reisenden vor allem für das Kinderdorf Village de la Paix, das derzeit 80 Waisenkindern ein Zuhause gibt, und die angrenzende Schule mitten in den Hügeln des Landes. Viele Treffen und Gespräche mit Verantwortlichen vor Ort brachten neue Informationen und Impulse für die zukünftige Zusammenarbeit. Besonders die Reintegration der ehemals im Dorf aufgewachsenen Kinder liegt dem Verein sehr am Herzen. Sie ziehen mit 18 Jahren in Wohngruppen und erhalten ein dreijähriges Stipendium für Ausbildung oder Studium.

Aufmerksamkeit galt ebenfalls "der Mauer", einer sich gerade im Bau befindlichen doppelten Stützmauer unterhalb der bestehenden Primarschule, in der rund 260 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Sie soll vor Erosion schützen und damit das nächste große Projekt realisierbar machen - eine weiterführende Schule, die bis Ende des Jahres gebaut sein soll und weiteren 180 Kindern eine Schulbildung ermöglicht.

Eine weitere Spende ging an das Central-Hospital in Kigali. Hier nahm Dr. Geiselhard stellvertretend ein Hochfrequenzchirurgiegerät entgegen, an dem er seine ruandischen Kollegen zukünftig schulen wird.

Und auch Schwester Annerose aus dem Ernährungszentrum im Kongo bedankte sich herzlich für die mitgebrachten Spenden der Hechinger. So vergingen sehr schnell sieben Tage und Nächte und das Ruanda-Team musste sich schon wieder auf den Flug in die Heimat einstellen - um viel Gepäck erleichtert und sehr zufrieden!

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