Hechingen "Jüdischer Tag" mit Johanna Werner

Die Hechinger Synagoge vor der Zerstörung durch die Nazis und ihre Anhängerschaft im November 1938.
Die Hechinger Synagoge vor der Zerstörung durch die Nazis und ihre Anhängerschaft im November 1938.
SWP 04.11.2013
Die Hohenzollerische Jakobusgesellschaft lädt am Sonntag, 10. November, zum "Jüdischen Tag in Hechingen". Morgen ist der Anmeldeschluss.

Genau vor einem Jahr war die Hohenzollerische Jakobusgesellschaft zu Gast in der Moschee der muslimischen Gemeinde in Hechingen. Das Interesse der Teilnehmer war überwältigend, und sie setzten mit dem Beginn eines interreligiösen und interkulturellen Dialogs ein Zeichen der Toleranz und Verständigung.

In diesem Jahr sind die Hohenzollern-Pilger zu Gast in der Alten Synagoge in Hechingen. Johanna Werner, eine profunde und geschätzte Stadtführerin und Expertin der jüdischen Geschichte Hechingens, wird die Teilnehmer mit auf die Spurensuche nach dem einst blühenden jüdischen Lebens in Hechingen nehmen. Vor über 80 Jahren, bei der Einweihung der Hechinger Kriegergedenkstätte hinter der Stiftskirche am 29. Oktober 1932, sagte der Rabbinatsverweser und Religionslehrer Leon Schmalzbach: "Hier hat sich immer ein friedliches Zusammenleben, gegenseitiges Einstehen und menschliche Hilfsbereitschaft bei allen Glaubensbekenntnissen gezeigt. Und wir Juden, die seit vielen Jahrhunderten in dieser Stadt ansässig sind, haben dies schöne Verhältnis der Volksverbundenheit so selbstverständlich gefunden wie unsere Mitbürger."

Sechs Jahre nach dieser Toleranzbotschaft wurde sie in der Folge barbarisch und brutal mit Füßen getreten: Am 9. September 1938, in der berüchtigten Reichskristallnacht, wurde auch die Hechinger Synagoge verwüstet, die Pogrome gegen jüdische Mitbürger begannen.

Jetzt jährt sich diese Nacht zum 75. Mal. Erinnern, Spurensuche und Gedenken werden am Sonntag bei der Jakobusgesellschaft mit folgendem Programm im Vordergrund stehen: 14.15 Uhr, Treffpunkt für Autofahrer, Parkplatz Firststraße; 14.30 Uhr, Führung mit Johanna Werner durch die Alte Synagoge und anschließend gegen 15.30 Uhr Stadtrundgang unter dem Thema "Auf den Spuren Hechinger Juden". Eintritt ein Euro pro Person in die Alte Synagoge; Gruppe bis 30 Teilnehmer: 40 Euro beim Stadtrundgang. Der Tag endet um 17 Uhr mit einem Gedankenaustausch im Gasthof "Mohren".

Info Anmeldungen zum Begegnungstag notiert der Vorsitzende der Jakobusgesellschaft, Hannes Reis, unter Telefon 07471/6451 oder per Mail unter hannes.reis@web.de bis Dienstag, 5. November. Informationen zur Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft unter www.h-jg.de.