Hechingen "Jeder Weg verändert das Leben"

Klaus Riester (rechts) und Horst Bendix wanderten auf ihrer Pilgerreise nach Santiago auch zum Nullpunkt in Finisterre am Atlantik. Bei der Kolpingsfamilie Hechingen berichteten sie von ihren Reiseerlebnissen.
Klaus Riester (rechts) und Horst Bendix wanderten auf ihrer Pilgerreise nach Santiago auch zum Nullpunkt in Finisterre am Atlantik. Bei der Kolpingsfamilie Hechingen berichteten sie von ihren Reiseerlebnissen.
Hechingen / SWP 28.02.2015
Die beiden Pilger Horst Bendix und Klaus Riester berichteten bei der Kolpingsfamilie Hechingen von ihrer Wanderung nach Santiago.

Vier Wochen waren Horst Bendix und Klaus Riester von Burgos im Nordwesten Spaniens bis nach Santiago de Compostela und Finisterre unterwegs, um 650 Kilometer auf dem Pilgerpfad zu bewältigen.

Nach dem Flug und einer Übernachtung in der Residenzstadt Burgos mit der Kathedrale de Santa Maria ging es am Morgen am Fluss entlang zum sogenannten "Tafelberg". Die Pilger hatten sich zum Ziel gesetzt, etwa 40 Kilometer pro Tag zu wandern. Ein sehr hoch gestecktes Ziel.

Nach einer Woche erreichten sie die moderne Provinzhauptstadt Leon mit ihren rund 145 000 Einwohnern. Von da ab ging die Pilgerwanderung weiter durchs wunderbare Bergland bis zum "Cruz de Ferro" am Monte Irago auf 1500 Metern Höhe. Dies sei eine der beeindruckendsten Stellen des ganzen Camino, berichteten die Pilger. Auf einem großen Steinhaufen mit unzähligen Motiven und Erinnerungsstücken, auf dessen Spitze ein eisernes Kreuz steckt, legten die Pilger auch Steine aus Hechingen und Jungingen ab. Nach der Ankunft in der Tempelstadt Ponferrada mit Bauwerken aus dem 12. und 13. Jahrhundert und einer Übernachtung in einer Pilgerherberge auf dem Monte do Gozo ("Berg der Freude") spürten die beiden Pilger das große Glücksgefühl, dass sie kurz vor Santiago waren.

In Santiago angekommen, reihten sie sich in die internationale Pilgerschar ein, um das "Credenciale", den Pilgerausweis, in Empfang zu nehmen. Besonders beeindruckend sei die große Pilgermesse gewesen, berichten Bendix und Riester. Als sie die enge Treppe vom Chor der mächtigen Kathedrale zusammen mit unzähligen Pilgern erklommen hatten, war ihre eigentliche Pilgerreise beendet. Dennoch gingen sie noch weiter nach Finisterre, der Stadt im äußersten Nordwestens Spaniens. Auch dieser Weg führte durch beeindruckende Landschaften und Dörfer. "Jeder Weg verändert ein bisschen das Leben eines jeden Pilgers", sind Bendix und Riester überzeugt. Eine Erfahrung hat sich den beiden Pilgern eingeprägt: "Der Buen Camino gibt dir, was du brauchst, nicht was du dir wünschst".