Hechingen "Ihr habt uns viel gegeben"

Gemeinsam mit den Künstlern Dito und Simoes (Zweiter und Dritter von links) sowie einigen jungen Flüchtlingen rockte Kunstvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Kleiner (rechts) an der E-Gitarre das Weiße Häusle.
Gemeinsam mit den Künstlern Dito und Simoes (Zweiter und Dritter von links) sowie einigen jungen Flüchtlingen rockte Kunstvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Kleiner (rechts) an der E-Gitarre das Weiße Häusle. © Foto: Diana Maute
Hechingen / DIANA MAUTE 06.08.2015
Fünf Tage erfüllte das Sommeratelier der Künstler Simoes und Dito den Fürstengarten und das Weiße Häusle mit Kreativität. Jetzt war Finissage.

Der Kunstvereinsvorsitzende Hans-Jürgen Kleiner eröffnete die Finissage des Sommeratelieres im Fürstengarten musikalisch, indem er zur E-Gitarre griff und gemeinsam mit den beiden Künstlern aus Mosambik das Weiße Häusle rockte. Unterstützt wurden sie dabei von einigen jungen Flüchtlingen, die unter den Gästen weilten. Wolfgang Schmidt, langjähriger Freund von Dito und Simoes, der den Besuch der beiden in Deutschland initiiert hatte, berichtete über seine erste Begegnung mit den Künstlern, die er im Rahmen einer Fotoreportage vor zehn Jahren in Mosambiks Hauptstadt Maputo kennengelernt hat.

Insgesamt drei Monate verbringen der Maler und der Bildhauer in Deutschland. Neben dem Hechinger Sommeratelier haben sie sich bereits an großen Ausstellungen in Remagen und Herrenberg beteiligt und ihr Wissen in zahlreichen Workshops weitergegeben. "Überall war es dasselbe: Alle haben gesagt, die Kunst ist klasse, aber die Lebensfreude, Power und Ausstrahlung der beiden ist einfach unglaublich", betonte Schmidt. Die Lust am Leben und die Freude am Moment sei etwas, das man von den Mosambikanern lernen könne.

Der Maler Dito, der für einige Jahre in Deutschland gelebt hat, bedankte sich in fließendem Deutsch bei den zahlreichen Besuchern und berichtete über seine erste Begegnung mit Wolfgang Schmidt und Uschi Groß. Er und Simoes lernten ihre Gastgeber zufällig kennen, als sie Vorsitzende einer Künstlervereinigung in Maputo waren.

Das Sommeratelier im Fürstengarten stellte Dito unter das Motto "Mosambik trifft Deutschland, Deutschland trifft Mosambik". "Wir brauchen den künstlerischen Austausch und konnten hier schon so viel machen", bedankte er sich bei allen, die das Projekt unterstützten. "Ihr habt uns die Möglichkeit eröffnet, mit dem Publikum, mit Flüchtlingen und Kindern zu arbeiten, das hat uns großen Spaß gemacht." Dass die Freude beim künstlerischen Schaffen nicht zu kurz kam, war auch aus den kleinen Anekdoten herauszuhören, mit denen Dito darlegte, was er und sein Kollege in Hechingen so alles erlebt haben. Ob die Frau, die ihren Hund porträtieren lassen wollte, oder das seltsame Wort "Ratzgiwatz", das für einen Mosambikaner nur schwer auszusprechen ist: Die Erlebnisse der Künstler sorgten beim Publikum für viel Erheiterung.

Bildhauer Simoes bedankte sich in einer mitreißenden Performance auf Englisch und Portugisisch. "Es ist nicht weit von Mosambik nach Deutschland. Es braucht nur einen Sprung", stellte er lächelnd und mit einem Augenzwinkern fest.

Er und Dito hätten sich in Deutschland zuhause gefühlt dank der Menschen, die ihnen so offen und freundlich begegnet seien. Alle hätten stets ein Lächeln im Gesicht gehabt. Auch wenn jeder anders aussehe, sich Kultur und Hautfarbe unterscheiden würden: "Wir sind alle dieselben Menschen mit denselben Herzen und denselben Gefühlen", stellte er fest und lud die Kunstfreunde im Weißen Häusle gemeinsam mit Dito ein, Mosambik zu besuchen.

"Ihr habt uns viel gegeben, ich kann nur sagen, kommt wieder", bedankte sich Hans-Jürgen Kleiner am Ende der Finissage bei beiden Künstlern.