Hechingen „Ich glaube ganz fest ans Halbfinale“

FC-Chef Axel Wiesner glaubt ganz fest an einen Sieg der deutschen Nationalelf gegen die Schweden – und danach an einen weiteren Erfolg gegen den dritten Gruppengegner Südkorea.
FC-Chef Axel Wiesner glaubt ganz fest an einen Sieg der deutschen Nationalelf gegen die Schweden – und danach an einen weiteren Erfolg gegen den dritten Gruppengegner Südkorea. © Foto: Sabine Hegele
Hechingen / Sabine Hegele 22.06.2018
In der HZ-Serie „Spielen Sie mal Bundestrainer!“ schlüpft an diesem Samstag FC-Chef Axel Wiesner in die Rolle von Jogi Löw.

Die 1:0-Niederlage gegen Mexiko im ersten Gruppenspiel der Fußball-WM am Sonntag hat weh getan. Nicht allein des Ergebnisses wegen, sondern auch  mit Blick auf die desolate Vorstellung der deutschen Nationalelf. Hat man damit rechnen müssen? War’s das vielleicht schon für Jogis Jungs – oder finden sie an diesem Samstag im zweiten Vorrundenspiel gegen Schweden noch zurück in die Spur? Die HZ fragte nach beim Vorsitzenden des FC Hechingen. „Spielen Sie mal Bundestrainer, Herr Wiesner.“

Wo haben Sie das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gesehen und wie haben Sie es erlebt?

Axel Wiesner: Ich habe die Niederlage in Liverpool in einem Pub verfolgt – und war mega enttäuscht. Da hat einfach nichts gestimmt, vor allem die Einstellung zum Spiel und zum Gegner nicht.

Welchen Grund kann die schwache Vorstellung gehabt haben?

Unsere Jungs haben nicht gemerkt, dass sie von den Mexikanern gejagt wurden. Und unsere erfahrenen Spieler waren nicht in der Lage, adäquat auf den Spielverlauf zu reagieren – spielerisch nicht und auch in der Kommunikation auf dem Platz nicht. Es hat einfach die Führung gefehlt.

Wie hätte Jogi Löw zur Halbzeit Einfluss nehmen können beziehungsweise sollen?

Er hätte Reus und Gomez gleich bringen müssen. Özil und Khedira hätte ich rausgenommen.

Der Bundestrainer hatte jetzt knapp eine Woche Zeit, sein Team auf das vorentscheidende zweite Vorrundenspiel gegen Schweden einzuschwören. Wie hätten Sie das gemacht?

Ich hätte an die Stärke der Mannschaft appelliert. Keinesfalls hätte ich ihr ihr Versagen vorgeworfen. Im Gegenteil: Ich hätte sie stark geredet, so nach dem Motto: Wir schaffen das.

Und wie schaffen wir das?

Auf jeden Fall mit Reus von Beginn an – für Özil oder Khedira. Und wenn Löw ganz mutig ist, bringt er Gündoğan, dann kann er beide draußen lassen. Außerdem würde ich Hector für Plattenhardt bringen. Der wurde von der Mannschaft gegen Mexiko gar nicht ins Spiel eingebunden. Das fand ich schade.

Viel Abwehr, viel Mittelfeld. Wer schießt die Tore?

Wenn’s in der ersten Halbzeit nicht gut laufen sollte, Gomez. Der muss dann rein. Entweder an die Seite von Timo Werner oder für Werner.

Was ist mit Thomas Müller? Der läuft seinen guten Zeiten doch schon seit Monaten hinterher.

Richtig. Aber bei Joachim Löw ist Müller gesetzt, da ist er stur. Er hält gerne fest an alten Leistungen.

Also gut. Kimmich wird er wohl auch wieder aufstellen?

Davon gehe ich aus. Obwohl ich von dessen taktischer Leistung am Sonntag am meisten enttäuscht war.

Damit sind wir beim Thema. Mit welcher Taktik muss Deutschland gegen Schweden in die Partie gehen?

Keinesfalls mit diesem ewigen Ballgeschiebe. Das geht nicht! Wir müssen Pressing spielen, Es braucht Läufe und Pässe in die Tiefe – und ein schnelles Umschaltspiel.

Und dann klappt das mit dem Sieg über Schweden?

Ich hoffe – und glaube es. Deutschland ist eine Turniermannschaft, die sich fokussieren kann. Und vor allem eines will das Team nicht: sich vor der ganzen Welt blamieren. Ich bin mir ganz sicher, dass die deutsche Elf nicht nochmal so schlecht spielt wie gegen Mexiko.

Ihr Tipp?

Deutschland gewinnt 2:0. Und ist danach auch gegen den dritten Gruppengegner Südkorea siegreich – mit zwei bis drei Toren Unterschied.

Das heißt: Nach der Vorrunde ist definitiv nicht Schluss?

Natürlich nicht. Deutschland kommt immer bis ins Halbfinale. So wird es auch in Russland sein.

Ist das Ihre Überzeugung oder Wunschdenken?

Beides! Wobei: Von den ganzen Favoriten hat mich bei dieser Weltmeisterschaft bis jetzt noch keine Mannschaft restlos überzeugt. Da muss schon noch mehr kommen.

Na, dann schau’n mer mal! Das Gespräch mit dem FC-Chef Axel Wiesner führte

Es ist wieder Public Viewing

Public Viewing im großen Stil gibt es im Hohenzollerischen auch an diesem Samstag wieder an zwei Orten.

Im Hechinger „Quartier Neustraße“ (früher City-Park) ist Platz für 1000 Leute. Der Eintritt kostet vier Euro.

Ins Burladinger Feuerwehrhaus lädt wie gewohnt der Förderverein Sporthalle (bei freiem Eintritt).

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