Hechingen "Homo Faber" in neuer Bühnenfassung

René Laier glänzt in der Rolle des "Homo Faber".
René Laier glänzt in der Rolle des "Homo Faber".
Hechingen / SWP 17.03.2014
Die Badische Landesbühne bringt am heutigen Montag, 17. März, "Homo Faber" in einer aktuellen Fassung auf die Bühne der Stadthalle.

Über 50 Jahre ist das Werk "Homo Faber. Ein Bericht" von Max Frisch jetzt alt. Carsten Ramm, Intendant der Badischen Landesbühne Bruchsal, ist es gelungen, eine heutige und äußerst ansprechende Bühnenfassung des Romans zu erstellen. Bildhaft und klar strukturiert sind die Szenen, jederzeit voll überzeugend die Schauspieler. Zu sehen ist das im hochtechnisierten Zeitalter frappierend aktuelle Stück "Homo Faber" am heutigen Montag um 20 Uhr in der Hechinger Stadthalle "Museum".

Was geschieht? Im Winter 1957 will der Schweizer Ingenieur Walter Faber geschäftlich von La Guardia, New York, nach Mexico fliegen. Schon die Reise verläuft "unordentlich".

Durch einen Schneesturm verzögert sich der Abflug. Seine Freundin Ivy versucht ihn währenddessen zum wiederholten Mal zur Heirat zu überreden. Neben ihm im Flugzeug sitzt ein junger Deutscher, der nervend auf ihn einredet. Flugzeugmotoren fallen aus, der Flieger landet notmäßig in der Wüste. Aber nüchtern und zunächst ganz Herr der Lage, geht Faber (René Laier) auch den Absturz der Maschine an. Selbst den Tod seines einstigen Freundes Joachim stellt er mit einem nüchternen Achselzucken fest und trennt sich genauso emotionslos von seiner Ivy (Evelyn Nagel).

Aber dann lernt er Sabeth (Juliane Schwab) kennen, die ihn stark an seine Jugendliebe Hannah (ebenfalls Evelyn Nagel) erinnert. Mit Sabeth verändert sich sein ganzes Leben. Plötzlich besteht die Welt nicht mehr nur aus Technik und Zeichen. Doch die Liebe ist nicht logisch und lässt sich nicht kontrollieren. . .

Der schaffende Mensch, der "Homo Faber", glaubt genau wie Walter Faber daran, sein Leben konstruieren zu können. Diese Weltanschauung ist durch Rationalität geprägt und lässt weder Zweifel noch Emotionen zu.

Damit fragt Max Frisch in seinem Roman nach dem Wesen des Menschen und den Werten einer Gesellschaft, die auf Leistung ausgerichtet ist, und damit kommt die Inszenierung von Carsten Ramm auf diese Kernfrage: Was bin ich, was ist der Mensch.

Eintrittskarten gibt es im Bürger- und Tourismusbüro (Rufnummern 07471/940-211 bis -214), bei der Buchhandlung Welte (07471/4259), im Cigo-Shop im Kaufland (07471/910355), bei der Hohenzollerischen Zeitung (07471/93150) und an der Abendkasse.

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