Hechingen „Für Freiheit bereue ich nichts“

In der Buchhandlung Welte las Holger Meischner (Mitte)  aus dem neuen Buch von Shokjang.
In der Buchhandlung Welte las Holger Meischner (Mitte) aus dem neuen Buch von Shokjang. © Foto: HZ
Hechingen / SWP 02.05.2018
Lesung aus dem Buch des Autors Shokjang mit Holger Meischner vor zahlreichen interessierten Zuhörern.

Nach der Leipziger Buchmesse fand in Hechingen die erste regionale Lesung mit dem Buch „Für Freiheit bereue ich nichts“ des Tibeters Shokjang statt. Die Regionalgruppe Neckar-Alb der Tibet-Initiative Deutschland veranstaltete zusammen mit der Buchhandlung Welte diesen Abend, der von Holger Meischner, bekannt durch Lesungen, sowie Jürgen Detel als Vertreter der Regionalgruppe Neckar-Alb gemeinsam gestaltet wurde.

In einem ausgewogenen Wechsel von ausgewählten Texten und Hintergründen zum Autor und der schwierigen Situation der Menschen in Tibet konnten sich die Zuhörer dem Schriftsteller Shokjang nähern. Sie erfuhren von den Bedingungen, unter denen er schreibt, sowie von den Themen, die Shokjang in seinen Essays, Artikeln und Gedichten bewegen. So wurde für die Zuhörer auch deutlich, wie schwierig die Realisierung dieses Buches war und wie die Verhältnisse in dem besetzten Land sind, in dem die klügsten Köpfe durch die chinesischen Organe mundtot gemacht werden sollen. Die Tibet-Initiative hat Shokjangs Buch herausgegeben.

Im folgenden, sehr lebhaften Austausch wurde zum einen deutlich, wie stark sich das chinesische Rechtssystem in seiner Willkür von unserem System einer großen Rechtssicherheit unterscheidet. Denn Shokjang musste eine dreijährige Gefängnisstrafe nur wegen seiner schriftstellerischen Tätigkeit verbüßen.

Der Essay „Notizen zur Freiheit“ führte zu einem weiteren Schwerpunkt in der Diskussion. Das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit hat für Shokjang zentrale Bedeutung. Ausgehend von der Frage, welche Form der politischen Freiheit sich die Tibeter wünschen und was unter den heutigen Bedingungen möglich erscheint, führte die Diskussion hin zu einem Freiheitsbegriff, der eine Vision und Hoffnung aufzeigt und darüber hinaus eine individuelle Position erfordert. Shokjang sagt und meint damit gleichzeitig auch jeden von uns, der das Glück hat, in Freiheit leben zu können: „Jeder einzelne Mensch muss selbst anfangen, für seine Freiheit zu kämpfen“. Das gelte in einem unterdrückten Land wie Tibet genauso wie in einem freien Land, in dem die Rechte schnell sehr selbstverständlich werden.