Hechingen "Feiern wir den Herrn"

Pfarrer Gabriel Maiwald gestern Morgen beim Einzug in die Stiftskirche, wo er sein Silbernes Priesterjubiläum feierte.
Pfarrer Gabriel Maiwald gestern Morgen beim Einzug in die Stiftskirche, wo er sein Silbernes Priesterjubiläum feierte. © Foto: Klaus Stifel
Hechingen / KLAUS STIFEL 27.10.2014
Jubiläum wurde gestern in der Stiftkirche gefeiert: Stadtpfarrer Gabriel Maiwald blickte auf sein 25-jähriges priesterliches Wirken zurück. Im Festgottesdienst dankte der Jubilar seinem Herrn.

Gabriel Maiwalds Silbernes Priesterjubiläum wurde gestern in der gut gefüllten Stiftskirche gefeiert. Der Stiftschor trat zusammen mit den Kirchenchören Stein und Sickingen unter dem Dirigat von Mario Peters auf. Peters war es auch, der die Orgel spielte. In einer Prozession zog eine große Ministrantenschar mit Kreuz und roten Fahnen vom Seiteneingang in die Kirche ein. Mit erhobenen Händen trug Diakon Carsten Wriedt aus Heilbronn das Evangeliar.

Mit am Altar standen viele Weggefährten von Pfarrer Maiwald, der am 27. August 1989 in Weilheim in Schwarzwald durch Weihbischof Wehrle zum Priester geweiht wurde: Pater Hubertus Freyberg aus Leutkirch, Pater Titus Eichkorn aus Ottersweiher, Pater Heinrich Oesterle vom Haigerlocher Missionshaus, Pfarrer i.R. Gunter Storz aus Salmendingen sowie Kaplan Rolf Paschke. "Nicht ich werde heute gefeiert - das wäre mir mehr als peinlich", sagte Gabriel Maiwald zu Beginn des Hochamts. Bei einem Priesterjubiläum würde immer Jesus Christus als der "ewige hohe Priester" gefeiert. Maiwald freute sich dennoch über viele bekannte Gesichter aus all seinen Lebensstationen seit 25 Jahren. Mit in sein Gebet schloss er seine verstorbenen Eltern ein: "Ich bin zuversichtlich dass sie mit uns hier versammelt sind." Sein Vater starb vor elf Jahren, seine Mutter erst vor wenigen Wochen. Maiwald: "Ich bin ihnen unheimlich dankbar."

Der 58-jährige Gabriel Maiwald, der im Dezember letzten Jahres die Nachfolge von Dr. Benedikt Ritzler antrat, stand vor den Ambo und hielt die Festpredigt. In der Person Jesu Christi zu handeln sei schließlich das Herzstück des Sakramentes der Priesterweihe. "Wie kann das gehen, dass Christus mich armseligen, fehlerhaften Menschen in seinen Dienst nimmt", fragte er sich. Maiwalds Antwort: "Er wirkt wie ein Wunder durch uns arme Menschen - das ist sein Weg. Welch ein Gott!"

Jesus sei der einzige und ewige Priester Gottes, der durch die vielen Priester gegenwärtig sei, verkündete Gabriel Maiwald. Das Zitat aus dem Buch zu seinem Goldenen Priesterjubiläum von Papst Johannes Paul II. erlebe er immer wieder neu, wenn er sich am Altar von Jesus leiten lasse: "Das Priestertum ist von seinem Ursprung her das Priestertum Christi. Er ist es, der Gott, dem Vater, das Opfer seiner selbst, seines Fleisches und Blutes darbringt und sein Opfer in den Augen des Vaters die ganze Menschheit und indirekt die gesamte Schöpfung rechtfertigt. Der Priester, der täglich die Eucharistie feiert, dringt in das Herz dieses Geheimnisses ein. Deshalb muss die Feier der Eucharistie für ihn der wichtigste und heiligste Augenblick des Tages und der Mittelpunkt seines Lebens sein.

"Ich leihe ihm meine Hände, meinen Mund; sein Blut wird unser Blut", predigte Maiwald. Für ihn sei es immer wieder ergreifend, das Geheimnis des Glaubens mit bescheidenen Mitteln kund zu tun. "Als Priester bin ich ja nicht für mich da, sondern für andere." Am tiefsten drücke sich seine Aufgabe in einem Zeichen aus, das ihm anlässlich seiner Priesterweihe vor 25 Jahren geschenkt wurde: einer Perle.

Dem Gottesdienst schloss sich ein Empfang in der Stadthalle an, bei dem Gabi Schumacher als Vorsitzende des Gemeinsamen Ausschusses ein Gruß- und Dankeswort hielt.

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