Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen, sprach Karin Friedrich mit Aristoteles – und freute sich aufrichtig, neue stellvertretende  Schulleiterin der Hechinger Realschule zu sein. Weil sie „meine Schule, meine schulische Heimat“ ist, versicherte sie den Gästen ihrer Einsetzungsfeier. Besonders mache die Realschule vieles: Unter den Schülern herrsche (meistens) gute Stimmung und auch im Lehrerzimmer werde viel gelacht. – die Rahmenbedingungen stimmen also. Und „wenn wir Lehrer gerne in die Schule gehen, sind wir für die schulischen Herausforderungen besser gewappnet“.

Die sind zahlreich, angefangen bei der Sicherung der Qualität über die Pflege der Anerkennungs- und Feetbackkultur bis hin zur gelebten Integration und Inklusion. Mit ihren individualisierten Lernformen nimmt die Hechinger Realschule eine Sonderstellung ein. Wie mit der neuen Heterogenität der Schülerschaft umgegangen wird, wie die ganze Bandbreite des Förderns und Forderns angepackt wird  – das zeigt die Hospitationsschule, vertreten durch Rektor Stefan Hipp und seine neue Stellvertreterin, heute auf der Bildungsmesse didacta in Stuttgart.

Zurück zur Einsetzung von Karin Friedrich. „Es ist schön, an Bord der Kommandobrücke zu sein“, sagte sie – und erntete dafür Zustimmung von Schulleiter Hipp. Karin Friedrich passe „ideal“ in das erweiterte Schulleitungsteam. Sie sei eine sehr würdige Nachfolgerin von Christine Fischer.

In einer seiner früheren Beurteilungen hatte Stefan Hipp seiner heutigen Stellvertreterin attestiert, eine „pädagogische Expertin“ zu sein, offen gegenüber neuen pädagogischen Ausrichtungen. Schulrätin Eleonore Wiehl gab ihm Recht. Karin Friedrich sei geschaffen für mehr Verantwortung, für die breit gefächerten Aufgaben der Schulleitung „mit hohem Verantwortungs- und Sinngehalt“ – dabei immer die gesamte Einrichtung im Blick habend. Sie sei bestens gerüstet als „Motor und Moderator für die Schule und den Unterricht“. Keinen Zweifel daran ließ das Lehrerkollegium, das Karin Friedrich nicht nur gesangliche Glückwünsche übermittelte, sondern sie außerdem in eine Art Kunstunterricht entführte und, angeleitet von Kollegin Renate Schäfer, getreu dem Motto „Ordnen ist eine ordentliche Kunst“  Gegenstände neu ordnen ließ, um sie in einem anderen Rahmen betrachten zu können. Das sei hilfreich im schulischen Alltag. Getreu der Maßgabe „Forbetter your Englisch“ warteten darüber hinaus die „Englischkollegen“ mit radebrechenden  Weisheiten und Ratschlägen auf.

Letzte gute Wünsche entrichtete der Elternbeiratsvorsitzende Andreas Steiner. Er hob auf das vertrauensvolle Miteinader ab – und dankte genau dafür.

Zur Person Karin Friedrich


Die neue stellvertretende Schulleiterin der Hechinger Realschule hat ihre Wurzeln in Kaiserslautern. Nach dem Studium der Bildenden Kunst und Englisch auf Lehramt war sie an verschiedenen Honorarschulen tätig. Als Mutter zweier Kinder nahm sie sich eine Auszeit, ehe sie 1997 wieder beruflich einstieg. Zwei Jahre später folgte ihre Anstellung in den Schuldienst des Landes Baden-Württemberg – und an der Realschule Hechingen. Im Oktober des vergangenen Jahres bewarb sich Karin Friedrich um die Nachfolge von Christine Fischer, am 3. Januar dieses Jahres wurde sie als neue stellvertretende Schulleiterin offiziell bestellt.