Hechingen „Auf-suchen und Vor-finden“ in der Villa Eugenia

Eines der Werke von Cornelius Wittke, die ab Sonntag in der Villa Eugenia ausgestellt sein werden.
Eines der Werke von Cornelius Wittke, die ab Sonntag in der Villa Eugenia ausgestellt sein werden. © Foto: privat
Hechingen / swp 10.01.2019
Ab Sonntag, 13. Januar, zeigen Renate Zeeden und Cornelius Wittke ihre Kunstwerke in der Villa Eugenia in Hechingen.

Renate Zeeden ist in der Villa Eugenia vertreten mit Monotypien, die zum Teil zart koloriert und mit filigranen, nicht referenziellen Zeichen und Strukturen meditativ-poetisch wirken. Sie zeigt aber auch kontrastreichere Arbeiten, die Assoziationen zu Pflanzen, Landschaften, Räumlichkeiten und menschlichen Gestalten wecken und zudem mit kräftigerer Farbgebung aufwarten. Die Bilder entstehen durch gezielten Aufbau der Bildkomposition, aber mit Einbeziehung von zufälligen Geschehnissen im Druckprozess. Diese können teilweise den Charakter eines Werkes entscheidend beeinflussen. Das macht die gewählte Ausdruckstechnik spannend und lebendig, eben ein Suchen und Finden.

Daneben sind ihre fragilen Keramiken zu sehen, mit denen Renate Zeeden ihre ganz eigene Formfindung eindrucksvoll zur Geltung bringt. Dem Betrachter bleibt viel Spielraum für eigene Sicht- und Gefühlsweisen, die Bezugnahme auf bekannte und damit einschränkende Formen bleibt weitgehend offen. Im Laufe von vielen Jahren hat die Künstlerin eine große Bandbreite im Umgang mit Ton und den Möglichkeiten der unterschiedlichen Brenntechniken erreicht. Zusammen mit den Drucken ergibt sich ein stimmiges und feinfühliges Nebeneinander trotz der unterschiedlichen Disziplinen.

Cornelius Wittke dagegen stellt großformatige Gemälde und Arbeiten auf Papier aus. Ihn interessiert das oft nicht reflektierte Widersprüchliche in den Dingen, die uns umgeben. Die jeweiligen Antipoden aller Qualitäten machen für ihn das Spannende und Unauflösliche im Leben aus, mit anderen Worten: die Simultanität des Disparaten.

Portraits von Menschen, Mumien und auch Spielpuppen, die ihm als Ausdrucksmittel dienen, interpretiert und collagiert er auf eigenwillige Weise. Auch vorgefundene Zeichen, Symbole, Bilder und Objekte, die teilweise aus alten Kirchen, Klöstern und Lazaretten stammen, sind geeignete Vorgaben, um unbekannte Geschichten neu zu erzählen. Dazu nutzt Wittke auch die Kombinationsmöglichkeiten von sehr unterschiedlichen Malmitteln und Techniken. Schrundige, raue Oberflächen korrespondieren mit spiegelglatten, und figürliche, ausgearbeitete Partien stehen neben nur gestisch gemalten Zeichen. Insgesamt wohl nicht leicht zugänglich, aber geeignet, um mit den gezeigten Bildern in einen gewünschten kritischen Dialog zu treten.

Bei der Vernissage am Sonntag, 13. Januar, um 14 Uhr spricht Friedrich Zimmermann vom Förderverein Villa Eugenia zur Begrüßung. Eine Einführung in die Werke gibt der Kunsthistoriker Rudolf Greiner. Die musikalische Umrahmung übernimmt Peter Barth (Akkordeon).

Dauer der Ausstellung und Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist vom 13. Januar bis zum 17. Februar in der Villa Eugenia zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel