Den Charme der späten 60er-Jahre versprüht die Sickinger Turn- und Festhalle. Die Holzwände in ihren verschiedenen Brauntönen sind zwar gut erhalten, mit Blick auf die Anforderungen des Unfallschutzes aber nicht mehr zeitgemäß. Ringsrum sollen sie deshalb jetzt erneuert werden. „Prallschutz ist das zentrale Thema und der große Aufwand“, sagte Michael Werner, der Leiter des städtischen Sachgebiets Hochbau am Montagabend beim Ortstermin mit dem Sickinger Ortschaftsrat und zahlreichen interessierten Bürgern.

Werner stellte das gesamte Konzept der Innenmodernisierung vor, für das im Hechinger Haushalt 2019 stattliche 165 000 Euro eingeplant sind. Der Ortschaftsrat gab nach der Besichtigung und der Beratung einstimmig grünes Licht, und der Bauausschuss des Gemeinderates soll am kommenden Mittwoch den Baubeschluss fassen. Während der Sommerferien soll das Projekt dann umgesetzt werden.

Mehr Sicherheit für den Sportbetrieb soll dadurch hergestellt werden, dass die Innenwände komplett mit neuen, hellen, gelochten Birkensperrholzplatten verkleidet werden. Das dürfte zudem sowohl die Optik aufwerten als auch die Akustik verbessern. Die Gerätetore sollen durch Flügeltüren ersetzt, die Geräte selbst aufgefrischt werden. Außerdem wird die Halle eine zeitgemäße, energiesparende LED-Beleuchtung und eine neue, schallschluckende Deckenverkleidung bekommen. Alles in allem müsste das Werner zufolge für gut 147 000 Euro zu bekommen sein – wobei die Stadt noch auf 44.000 Euro an Landeszuschüssen hofft.

Gemessen am Haushaltsansatz wären dann noch knapp 20 000 Euro übrig. Michael Werner schlug den Sickingern vor, damit den Raum der Verlässlichen Grundschule aufzuhübschen, der mit der Hallenbühne identisch ist. Da stieß er jedoch auf Widerstand: „Keinen Cent“ solle man in diesen Raum investieren, forderten die anwesenden Vereinsvertreter. Sonst sei er demnächst als Hallenbühne gar nicht mehr nutzbar. Auch Stadt- und Ortschaftsrat Andreas Bogenschütz bekräftigte: Dieser Raum könne für die Schülerbetreuung „nur eine Notlösung“ sein. Wenn die Stadt Geld übrig habe, dann möge sie es lieber in den Anbau eines Mehrzweckraumes investieren. In Sickingen ist man nämlich sicher, dass der Bedarf an Zeiten und Räumen für die Schülerbetreuung schon bald massiv steigen wird. Der stellvertretende Ortsvorsteher Gebhard Daiker kündigte an: „Das Thema Ganztagesbetreuung wird vom neuen Ortschaftsrat mit Macht verfolgt werden.“

Mit Verständnis, aber auch mit Bedauern nahmen die anwesenden Vereinsvertreter zur Kenntnis, dass das jetzt angestoßene Modernisierungsvorhaben alles andere als eine Generalsanierung wird. Die Probleme, die die Vereine beim Festbetrieb mit der schlecht regulierbaren Heizung, der mangelhaften Lüftung („Es stinkt oft wie in einer Pommesbude“), der veralteten Elektrik und der wenig funktionalen Bühne haben, werden mit den jetzt geplanten Maßnahmen nicht behoben werden. Allenfalls ein paar der Steckdosen und Stromleitungen aus den Baujahren 1967/68 werden ausgewechselt werden, wenn man die Wandverkleidung eh schon wegmacht.

Trotzdem ist man unterm Wasserturm froh, dass die „altbackene Halle“, von der Ortsvorsteher Gerhard Henzler mit vergleichendem Blick auf die Einrichtungen anderer Stadtteile sprach, endlich ein moderneres Gesicht bekommt.

Schnelles Internet vor den letzten Hürden


Wann kommt es, das schnelle Internet für Sickingen? Die städtische Breitbandbeauftragte Caren Wagner wollte sich vom Ortschaftsrat nicht auf ein Datum festnageln lassen. Sie sieht aber „Licht am Ende des Tunnels“. Es scheint nur noch eine Frage von Monaten zu sein. Im Mai ist eine Infoveranstaltung mit der Betreiberfirma Zollernalb-Data in Sickingen geplant. Da werde man Konkreteres erfahren, hieß es. Beschlossen hat der Ortschaftsrat über den noch offenen Standort eines der neuen Kabelverzweigerkästen. Gegenüber vom Parkplatz der Pizzeria „Linde“, rechts vom Kreuz und mit etwas Abstand dazu, soll er aufgestellt werden. hy