Jungingen 80 Jahre Verehrung

HORST BENDIX 30.10.2014
Vor 80 Jahren hat der St. Gallener Martin Göggel eine Kopie der Gnadenmutter von Einsiedeln nach Jungingen gestiftet. Jetzt gibts die Urkunde dazu.

Am heutigen Donnerstag ist um 19 Uhr in der Junginger Kirche wieder die Monatswallfahrt. Diese wird vom Kirchenchor unter der Leitung von Alfred Schäfer feierlich umrahmt. Gleichzeitig wird an die Stiftung erinnert, die vor 80 Jahren der Schweizer Martin Göggel an die Junginger Kirche machte.

Das prachtvolle Prunkstück in der Junginger Wallfahrtskirche bildet der Gnadenaltar, auch Muttergottesaltar genannt. Viele Pilger haben in diesen 80 Jahren Kraft, Trost, Rat und Hilfe gesucht. Die 1,17 Meter hohe, aus Zirbelholz geschnitzte Madonna mit Jesuskind ist ein Meisterstück aus Einsiedeln in der Schweiz. Da das Original im Laufe der Jahrhunderte durch Brände und ständigen Kerzenruß schwarz geworden war, wurde auch die Junginger Muttergottes originalgetreu eingeschwärzt - so, wie sie im weltbekannten Wallfahrtsort Einsiedeln in der Schweiz zu sehen ist.

Die Krone auf dem Haupt der Muttergottes stiftete einst Fürstin Margarethe von Hohenzollern, die des Jesuskindes Augusta Viktoria von Portugal. Nach liturgischem Brauch erstrahlt die Muttergottes während des Jahres immer in einem anderen festlichen Gewand.

"Zur größeren Ehre Gottes und zur Verehrung seiner allzeit gütigen Mutter Maria stiftete und schenkte der katholischen Pfarrkirche zu Jungingen (Hohenzollern) am 14. Dezember 1934 Herr Martin Göggel von St. Gallen - gebürtig von Gammertingen (Hohenzollern) - dieses Ebenbild der hochgebenedeiten Gnadenmutter von Einsiedeln, gefertigt in der Kunstwerkstätte Payer&Wipplinger in Einsiedeln." So steht es zu lesen in einer Urkunde, die jetzt an der linken Wandseite beim Junginger Muttergottesaltar aufgehängt ist.

Dieses einmalige Papier hat die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Wilma Evers, beim Ausräumen des Junginger Pfarrhauses geordnet und dann in die Kirche gebracht, damit es Zeugnis von jenen Tagen vor 80 Jahren ablegt - als es noch eine ganze andere Verehrung der Muttergottes von Jungingen gab.

Der Kirche nahestehende Mitbürger planen, sobald das Junginger Gotteshaus im kommenden Jahr saniert ist, dass an einer Stellwand "Muttergottesbekenntnisse" angebracht werden können.

Info Ein neues Faltblatt über die Termine und Angebote der katholischen Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen liegt in der Junginger Kirche aus und kann jederzeit am Gnadenaltar mitgenommen werden.