Hechingen 45 Jahre Baxter: Alles für die Mitarbeiter

Hechingen / Von Hardy Kromer 18.05.2018
Baxter, Hechingens größter Arbeitgeber, feiert sein 45-Jähriges mit Monatsaktionen.

Anno 1973 gründete Gambro, schwedischer Hersteller von künstlichen Nieren (Dialysatoren), seinen Hechinger Standort und legte damit den Grundstein für das, was heute als Medical Valley Hechingen bekannt ist. Mittlerweile gehören die Werke unterm Zoller zum amerikanischen Baxter-Konzern, bilden aber nach wie vor Hechingens größten Arbeitgeber mit rund 1300 Mitarbeitern.

Das 45-jährige Standortjubiläum wird das ganze Jahr 2018 über gefeiert, allerdings nicht im üblichen Stile mit Festakt und Tag der offenen Tür. „Nein“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Ertl, „wir feiern diesmal etwas anders als sonst“. Das Prinzip ist: Jeden Monat gibt es eine neue, überraschende Aktion – und immer steht der Dank an die Mitarbeiter im Vordergrund.

So war es auch im Monat April, als an einem Freitag- und Samstagnachmittag bei tollem Wetter eine After-work-Party mit DJ und Bewirtung gefeiert wurde, mit Präsentationen zum Thema „Industrie 4.0“, mit einem „Innovation Lab“ – und mit einer Tombola für einen guten Zweck. Die Mitarbeiter hatten die Möglichkeit, für drei Euro pro Stück kleine, gelbe Gummi-Entchen zu kaufen, die im Teich vor dem Verwaltungsgebäude zu Wasser gelassen wurden. Ertl war es vorbehalten, mit Anglerhose und Käscher ausgerüstet, die Gewinner zu ziehen.

1507 Euro wurden beim Entenverkauf gesammelt – und gestern Vormittag an Olesia Schweizer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) übergeben, die dafür bekannt ist, für Leukämie-Patienten „genetische Zwillinge“ zu suchen. „Das ist keine Spende der Firma, sondern eine Spende unserer Mitarbeiter“, betonte Geschäftsführer Ertl bei der Scheckübergabe, die er zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen Barbara Kögel, Annette Frieß und Margot Kaiser vornahm.

Doch die Baxter-Belegschaft hat noch mehr für die DKMS getan, als Geld zu sammeln. In den vergangenen Tagen fand die dritte Typisierungsaktion in der Firma statt. 93 Mitarbeiter ließen sich diesmal Genmaterial per Wangenabstrich entnehmen, um sich als potenzieller Stammzellenspender anzubieten.

Begonnen hatten die monatlichen Aktionen zum Baxter-Standortjubiläum im Januar mit dem Aufhängen der weithin sichtbaren 45-Jahre-Poster und -Fahnen, auf denen das Unternehmen den Mitarbeitern für den anhaltenden Erfolg dankt. „Im Februar haben wir dann jedem Mitarbeiter eine Baxter-Wollmütze geschenkt“, erzählt Thomas Ertl. Diese blauen Mützen spielten auch bei der März-Aktion eine Rolle (die freilich in den April verschoben werden musste): 253 gleichzeitig anwesende Mitarbeiter formierten sich auf der grünen Wiese zu einer überdimensionalen „45“, die Martin Keidel mit einer Drohnenkamera aus der Luft fotografierte. Im April gab’s auch die erwähnte After-work-Party. Und im laufenden Monat Mai spendiert das Unternehmen täglich jedem 45. Mitarbeiter, der in der Kantine zu Mittag isst, die Mahlzeit.

Was das Jahr sonst noch bringt? „Wird nicht verraten“, sagt Thomas Ertl. „Sonst ist’s ja keine Überraschung mehr.“ Aber auf die eine oder andere Aktion, die mit sozialem Engagement verbunden sei, dürfe man sich noch gefasst machen.

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Baxter-Mitarbeiter haben sich in diesen Tagen an einer Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei beteiligt, darunter auch Geschäftsführer Dr. Thomas Ertl.