Hechingen / Dietmar Wieder  Uhr
Die Jugendgruppen der Hechinger Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks haben 24 Stunden lang den Ernstfall geprobt und so manche Herausforderung bestanden.

Spektakuläre Einsatzlagen waren zu bewältigen. Der Zusammenhalt wurde gestärkt. Die 24-Stunden-Übung der Hechinger Jugendfeuerwehr und der THW-Jugend zeigte aber auch: Es ist beileibe keine einfache Aufgabe, für die Sicherheit der Bürger von Hechingen samt Umland da zu sein – wenn es irgendwo brennt, wenn sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hat oder wenn Menschen oder Tiere in Not geraten sind.

Dass Rettungseinsätze bei solchen Lagen in Fleisch und Blut der Aktiven übergehen sollten, dafür steht der 24-Stunden-Dienst der Hechinger Jugend-Rettungsdienste. Mit großem Engagement proben die THW-Jugendleiter Uwe Riester und Jugendwehr-Leiter Rouven Bulach mit ihren Jungs und Mädels gewisse Einsatzlagen und die Arbeit am technischen Gerät. Das Erlernte in die Tat umzusetzen bedeutet für die Kinder und Jugendlichen ein Höchstmaß an Einsatzwillen und Bereitschaft.

Rund 40 Kinder und Jugendliche samt 45-köpfigem Betreuerstab waren am Wochenende im Einsatz. Doch nicht nur die Bewältigung von (Verkehrs-)Unfalllagen stand auf dem Programm, sondern auch die Auffrischung von Erste-Hilfe-Handgriffen und die Schulung in Sachen Stiche und Knoten.

Nachdem am frühen Samstagmorgen die Unterkunft im Hechinger Feuerwehrhaus bezogen und das Frühstück eingenommen war, galt es, die Einsatzfahrzeuge auf ihre Vollständigkeit zu checken. Doch schon kurz danach schrillten zum ersten Mal die Alarmglocken. Die Löschgruppe 1 der Jugendwehr rückte zu einer Tierrettung nach Bechtoldsweiler aus, und die Bergungsgruppe 1 der THW-Jugend musste zu einem schweren Verkehrsunfall auf die alte B.32. Alles selbstverständlich gut vorbereitete Übungsszenarien: Aus einem umgestürzten Auto mussten die Verletzten geborgen und das Fahrzeug gesichert werden. Schlag auf Schlag ging es weiter: Die Löschgruppe 2 wurde zu einem schweren Verkehrsunfall nach Weilheim beordert. Mit schwerem Gerät mussten dort die Verletzten aus ihrer misslichen Lage befreit und der Aktivengruppe des DRK Hechingen unter der Leitung von Corinna Grams und Susanne Hoch übergeben werden.

Gemeinsam rückten die Jugendwehr und die THW-Jugend zu einem Verkehrsunfall nach Stetten aus. Verletzte mussten geborgen und die Unfallstelle samt verlorener Ladung gesichert werden.

Die Löschgruppen 1 und 2 rückten im Anschluss zu einem Müllcontainerbrand zum Hechinger Festplatz aus. Die Bergungsgruppe 2 des THW wurde zu einem Verkehrsunfall an das Stettener Rathaus gerufen. Am Abend des ersten Tages rückten schließlich die kompletten Mannschaften von THW und Feuerwehr zu einem Gebäudebrand am Schuttplatz des Betriebshofes aus. Die Jugendwehr besorgte die Brandbekämpfung, und die THW-Jugend war für das Ausleuchten des Brandortes und für die technische Hilfe zuständig. Zu Übungszwecken setzte die Feuerwehr Hechingen Drohnen zur Luftüberwachung ein.

Wer gedacht hatte, die Nacht sei zum Schlafen da, der hatte sich getäuscht. Eine vermisste Person musste mitten in der Nacht in der Nähe des Modellflugplatzes gesucht werden, und am selben Ort brannte plötzlich ein Auto samt Wohnwagen. Den Abschluss bildete ein Großeinsatz bei den Hechinger Sportschützen mit den kompletten Einsatzkräften.

Das Fazit der beiden Jugendleiter Rouven Bulach und Uwe Riester fiel nach 24 Stunden durchweg positiv aus. Feuerwehr und THW arbeiteten Hand in Hand zusammen, und das gemeinsame Üben stärkte die Kameradschaft und den Zusammenhalt.

90 Jugendliche und Betreuer gut versorgt

Auch in logistischer Hinsicht war die 24-Stunden-Übung wiederum eine Meisterleistung. Rund 90 hungrige Münder und durstige Kehlen mussten versorgt werden.