Eine kleine Rumpelkammer ist wohl der Dachstuhl der Rangendinger Klosterkirche zum Heiligen Kreuz gewesen. Das hat sich diese Woche bei einer Ausmist-Aktion gezeigt, die die Gemeinde Rangendingen auf Vorschlag und in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt organisiert hatte.

Drei Tage dauerte es, erläutert der Rangendinger Kämmerer Manfred Haug, bis die Firma Dieringer Holzbau das Obergeschoss entrümpelt hatte. Und zum Vorschein kamen 15 bis 20 Tonnen Dachziegel, die mithilfe von zwei Containern abtransportiert wurden.

„Die Ziegel müssen seit den 70er Jahren dort oben liegen und keiner weiß, warum“, betont Manfred Haug. Auch Holzlatten hätten die Handwerker von Dieringer Holzbau entsorgt, teilt der Kämmerer weiter mit.

Den Auftrag an die Firma hatte die Gemeindeverwaltung Rangendingen vergeben. Von Dienstag bis Donnerstag waren die Mitarbeiter im Einsatz, trugen den Schutt bis vor bis zum Fenster an der Schulstraße und fuhren ihn dann dank eines provisorischen Holzpodests die Leiter hinunter.

Die Kirche bildet den westlichen Flügel im ehemaligen Hauptbau des Dominikanerinnenklosters, dem heutigen Rathaus. Ihr rechteckiges Schiff ist zwölf Meter lang und acht Metern breit und wird seitlich von kleinen Nebenräumen in drei Stockwerken übereinander flankiert. Das Hauptportal der Kirche zum Heiligen Kreuz liegt in der Mitte der Westseite, wenn man um das Haus herumgeht.

Schäden nun festhalten

In Kooperation mit dem Landesdenkmalamt ließ die Gemeindeverwaltung Rangendingen den Dachstuhl in der Klosterkirche ausräumen, weil einige Sanierungsmaßnahmen vorgesehen sind. Solange der Dachstuhl aber noch eine Rumpelkammer war, konnten keine Schäden aufgenommen werden.

Mit dem jüngsten Ausmisten ist nun der Weg frei und die Gemeindeverwaltung Rangendingen und das Landesdenkmalamt können nun in aller Ruhe die Klosterkirche auf Schaden überprüfen, diese gegebenenfalls aufnehmen und die Sanierungsmaßnahmen einleiten, erläutert Kämmerer Manfred Haug. Der erste Schritt ist nun getan.

2


Container wurden beim Ausmisten auf dem Dachstuhl in der Klosterkirche befüllt. Die Handwerker hoben 15 bis 20 Tonnen Ziegelplatten aus. Auch Holzreste kamen hinzu.