Haigerloch Wie gut ist das Schulangebot in Haigerloch?

Die Teilnehmer der Schul-Diskussion um Klaus Käppeler (2.v.l.). Privatfoto
Die Teilnehmer der Schul-Diskussion um Klaus Käppeler (2.v.l.). Privatfoto
SWP 21.11.2012
"Von der KiTa bis zum Abi", lautete der Titel einer prominent besetzten Podiumsdiskussion der Haigerlocher SPD. Dabei trat auch zutage, dass längst ein heftiger Kampf um die Schülerzahlen entbrannt ist.

Unter den Gästen im Haigerlocher Restaurant "Krone" befand sich der SPD-Landtagsabgeordnete und Rektor der Hohensteinschule, Klaus Käppeler. Käppeler teilte sich das Podium mit Bürgermeister Heinrich Götz, Gemeinde- und Kreisrat Konrad Wiget (Grüne) sowie Schulleiter Helmut Opferkuch (Gymnasium Haigerloch). Die Diskussionsleitung lag beim SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Manuel Schmoll.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Käppeler als Vertreter einer der beiden Regierungsfraktionen und Mitglied im Schulausschuss des Landtags dar, welche Veränderungen im Bildungsbereich seit dem Regierungswechsel umgesetzt wurden. Er nannte dabei die Abschaffung der Studiengebühren und der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung sowie die Einführung der Gemeinschaftsschule als neues Schulmodell.

Insgesamt, sagte Käppeler, wurden in die frühkindliche Bildung und in die Schulen und Hochschulen seit Regierungsbeginn der grün-roten Koalition rund 1,5 Milliarden Euro mehr investiert als unter der vorigen Regierung. Wie er weiter ausführte, arbeite man derzeit aufgrund zurückgehender Schülerzahlen an einem Gesetz zur regionalen Schulentwicklungsplanung.

Bürgermeister Heinrich Götz wertete diese Entwicklungen als positiv, merkte jedoch kritisch an, es sei an der Zeit, auch die Ganztagesschule gesetzlich zu verankern. Außerdem hielt Götz eine "Entrümpelung des Bildungsplans" beim G8 (verkürzte Gymnasialzeit) für den besseren Weg anstatt einfach wieder zum G9 zurückzukehren.

Käppeler hielt dem entgegen, dass die Rückkehr zur verlängerten Gymnasialzeit nicht so ohne weiteres machbar und schon gar nicht als baden-württembergischer Alleingang zu lösen sei.

Eine andere Position als Bürgermeister Götz vertrat Schulleiter Helmut Opferkuch. Er begrüßte den Beschluss des Gemeinderats vom Dienstag vergangener Woche ausdrücklich, nämlich, einen Antrag auf G9 für Haigerloch zu stellen. Opferkuch hofft, dass bei einer Bewilligung der Anteil der auswärtigen Schüler bei dem aktuellen Stand von 40 Prozent und damit stabil bliebt. Da das Albeck-Gymnasium in Sulz bereits zum G9 zurückgekehrt sei, bestehe die Gefahr, künftig auswärtige Schüler nach Sulz zu verlieren.

Auch in Stetten scheint Bewegung in die Schullandschaft zu kommen. Wie Gemeinderat Konrad Wiget - zugleich Ortsvorsteher von Stetten - zur aktuellen Lage der Hauptschule in seinem Dorf berichtete, blieb die Zahl der neuen Schüler trotz der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung konstant. Dies, warnte er, könne sich jedoch durch die Einführung einer Gemeinschaftsschule in Rangendingen ändern. Man müsse daher die Option einer Gemeinschaftsschule auch für Stetten prüfen.

Zum bevorstehenden Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstätten-Platz ab August nächsten Jahres meinte Wiget, dass die Gesamtstadt Haigerloch gut vorbereitet sei und den voraussichtlichen Bedarf decken könne. Bürgermeister Götz bestätigte, Haigerloch und seine Teilgemeinden würden diesbezüglich im Zollernalbkreis sehr gut dastehen.

Zum Abschluss dankte Manuel Schmoll den Teilnehmern des Podiums sowie den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern. Wie das Interesse zeige, machen sich die Menschen über dieses Thema Gedanken und seien offensichtlich auch bereit, bei der Lösung von Problemen mit zu arbeiten.