Im Rahmen einer Feier mit vielen musikalischen Einlagen wurden am Dienstagabend in der Aula des Haigerlocher Gymnasiums einige Lehrerinnen sowie acht Referendare verabschiedet. Teilweise waren die Dankesworte liebevoll verpackt und um die Geschenke rankten sich diverse Anekdoten.

Im Zentrum stand die Verabschiedung von Brigitte Burgbacher, die nach 39 Jahren ihren verdienten Ruhestand antritt. Im Frühjahr 1973 startete sie im Alter von knapp 24 Jahren ihre Laufbahn als Lehrerin am Haigerlocher Progymnasium. Rektor Helmut Opferkuch zeigte sich rückblickend beeindruckt von dem was die Mathematik- und Sportlehrerin in den 39 Jahren geleistet hat. Sie habe Grundwerte und Fachwissen an ganze Generationen von Schülern vermittelt und den Weg des Gymnasiums inklusive der pädagogischen Ausrichtung mit geprägt. Überdies habe sie Volleyball als außerunterrichtliche Sportart etabliert, beim SV Haigerloch die Sparte Volleyball ins Leben gerufen und die Kooperation von Schule und Verein gefördert. Als ehemalige Weltmeisterin im Mundharmonikaspielen habe sie es auch geschafft, über Jahrzehnte hinweg die Schüler für dieses Instrument zu begeistern. Opferkuch bezeich-nete die scheidende Lehrerin gar als "eine Institution in der gesamten Stadt".

Die Fachschaften Mathematik und Sport würdigten Burgbachers Arbeit mit einem in einer Matheaufgabe verborgenen Lob und einem Zaubertrick, und vier ihrer ehemaligen Schüler, die in den letzten Jahren auch ihre Kollegen waren, hatten Burgbacher ein T-Shirt mitgebracht, dessen Aufdruck mit erstaunlichen Fakten verbunden ist. Die Personalräte kündigten an, für brigitte Burgbacher immer einen ganz bestimmten Platz im Lehrerzimmer frei zu halten.

Francoise Schenkel kam im Sommer 1991 im Alter von 39 Jahren als erste waschechte Französin ans Haigerlocher Progymnasium. Helmut Opferkuch lobte die erfolgreiche Verankerung von Frankophonie und Frankophilie durch Francoise Schenkel. Durch sie sei es auch zu erfreulichen Schülerbegegnungen gekommen, denn sie habe sich intensiv um den Schüleraustausch mit Frankreich und Moldawien gekümmert. Insgesamt sei ihr Wirken "eine Freude" gewesen.

Schenkel zeigte sich von den Lobesworten gerührt. Sie werde die Schule mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Als ihre Kollegen von der Fachschaft Französisch später auf der Bühne "Je ne regrette rien" anstimmten, kämpfte sie mit den Tränen.

Andrea Repphun trat ihre Stelle am Haigerlocher Gymnasium im Juli 2002 im Alter von 29 Jahren an. Helmut Opferkuch dankte auch ihr für die geleistete Arbeit am Gymnasium, vor allem für ihre Beteiligung am Ausbau der Oberstufe. Von der Fachschaft Deutsch wurde ihr Wirken am Gymnasium entsprechend gewürdigt.

Weiter verabschiedete der Rektor die Referendare Kathrin Füssinger, Kristina Hoffmann, Elisabeth Konrad, Annika Steidl, Sandra Stopper, Matthias Kocor, Tobias Stehle und Benjamin Stierle. Zudem wurde die Deutsch- und Englischlehrerin Bettina Schönleber verabschiedet, die ein Sabbatjahr einlegt, und Kunstlehrerin Elke Dannenhaus, die einige Zeit ausgeholfen hatte, wurde wieder in den Ruhestand zurückversetzt.

Für den Abschluss hatte sich Brigitte Burgbacher etwas Besonderes ausgedacht: Sie spielte gemeinsam mit ihren Mitmusikern des famosen Mundharmonikaquartetts "Harmonicamento" einige Stücke mit verschiedenen Ausgaben ihres Lieblingsinstruments und ließ bei einem Stück sogar Kollegen und ehemalige Schüler mitwirken.

Für die weitere musikalische Unterhaltung sorgten über den Abend verteilt ehemalige Mitglieder der Mundharmonika-AG, Referendar Tobias Stehle (Klarinette) und Lehrer Roberto Martinez (Gesang, Gitarre, Ukulele), die nacheinander jeweils mehrere Stücke beziehungsweise Songs zum Besten gaben.

Bereits am Nachmittag beim Projektfest hatte die Elternbeiratsvorsitzende Kristin Koschani-Bongers Francoise Schenkel dafür gedankt, dass sie vielen Kindern als "echte Französin mit Pariser Charme" die Fremdsprache des Nachbarlandes beigebracht habe. Brigitte Burgbacher bleibe dauerhaft mit dem Instrument "Mundharmonika" verbunden, mit dem sie viele Menschen glücklich gemacht habe.