Der Weildorfer Dorfbüttel alias Harald Schädle hielt am Fasnetssamstag unter den Klängen eines Narrenmarsches  und den Weildorfer Narrenrufen Einzug ins leere Bürgerhaus Hagastall. „Jo, was isch au do los? Koi Mensch do?“, rief der verdutzte Büttel beim Gang auf die Bütt. Doch aus zwei beherzten Kinderkehlen schallte es ihm entgegen: „Papa, s‘isch doch Corona“. Der wertvolle Hinweis kam von Schädles Söhnen Jannik und Tom, die im Storchenhäs auftraten.
Auf diesen Schreck musste der Dorfbüttel erst einen kräftigen Schluck aus der Bierpulle nehmen. Aus dem Lautsprecher erklang „Ein Prosit, der Gemütlichkeit“, der Büttel sang kräftig mit und die beiden kleinen Storchenkinder begleiteten dies mit lautem Schwingen ihrer Rätschen, – inklusive Tusch wie nach jeder der noch folgenden Pointen.
Nun gab der Dorfbüttel die wichtigsten Neuigkeiten bekannt. Zum Beispiel seien zwei bekannte Mitbürger zu „Corona-Hilfspolizisten“ ernannt worden, um Verstöße gegen die Corona-Verordnungen, insbesondere die nächtliche Ausgangssperre, unverzüglich der Polizei zu melden können. Laut Ortsvorsteher Harald Decker seien die beiden Hilfssheriffs auserwählt worden, weil sie „nachts eh immer unterwegs“ sind“.
Freude herrsche in Weildorf darüber, dass die ehemalige Ratschreiberin „Kirschi“ wieder auf dem Rathaus ist, wusste der Dorfbüttel zu berichten. Das Ortsrathaus habe jetzt wieder geöffnet und auch der Ortsvorsteher halte wieder seine Sprechstunden ab. Aber es sei ja doch verwunderlich, dass das Rathaus sofort wieder schließe, wenn „Kirschi“ im Urlaub oder krank sei.
Die Lehgasse sollte wegen des katastrophalen Zustandes durch die vielen Schlaglöcher als „Holpergasse“ mit einer Schranke versehen und abgesperrt werden, riet der Büttenredner. Der Schäferkarren eines Anliegers könnte dann als „Checkpoint“ genutzt werden, um Geld für die Straßenreparatur einzutreiben.
„Bauplatzvergabe im Losverfahren“ war eine weitere von Schädles vielen närrischen Ideen. Dass das Interesse an den vier neuen Bauplätze in der  Theresienstraße so groß ist, könne nur an den Frauen liegen. „Die haben nämlich die überaus attraktiven Männer in den Häusern gegenüber im Auge“, vermutet der Dorfbüttel. Die männlichen Anlieger hätten auch schon versichert, dass sie sich rührend um ihre neuen Nachbarinnen kümmern würden.
Natürlich gab es weitere lustige Bekanntmachungen aus den Weildorfer Vereinen und Organisationen. So wusste der Dorfbüttel, dass in Zukunft das Kirbefest des Musikvereins „to go“ veranstaltet wird. Der Grund liege darin, dass aufgrund der positiven Erfahrungen die männlichen Musiker mit Maske hübscher seien als ohne, dadurch der Umsatz gesteigert werden könne und es deshalb auch mehr Trinkgeld gebe.
Außerdem gab Harald Schädle bekannt, dass der Narrenverein weitere Bäuerinnen für seine neue Fasnetsgruppe sucht. Voraussetzungen dafür sind: „En Schutz, a Kopftuach, Duscht ond a groaße Gosch.“ Auch das fatale Ende einer Familienwanderung des Narrenvereins findet in der Narrenrede Erwähnung:  Nach ausgedehnten Schnapsrunden in diversen Haushalten habe den hartgesottenen Wanderern so manches Kleidungsstück gefehlt.
Dass die Altledigenfreunde Weildorf mit ihren zahlreichen Mitgliedern in dieser Traditionsgemeinschaft einen weiteren Treffpunkt hätten, wurde ebenfalls mit der Dorfschelle bekanntgemacht. Da durch Corona sich wesentlich mehr Touristen in den Weildorfer Waldungen tummelten und dadurch Hasen und Rehe verscheuchten, würden die örtlichen Jäger nun unter die Gastronomen gehen. Sie würden nämlich ihre urige Waldhütte zu einer Waldschenke umfunktionieren. Nicht wahr sei jedoch, dass die Waidmänner den Abschluss ihrer traditionellen Dreikönigstreibjagd entgegen den Corona-Bestimmungen abgehalten hätten. Der viele Schnaps habe zur Desinfektion der Hütte ausgereicht, so dass eine Polizeikontrolle nicht nötig gewesen sei.
Damit aber noch nicht genug: Dorfbüttel Harald Schädle wusste noch einiges von hinter den Kulissen zu berichten: von den  Greenkeepern des Sportvereins, vom wegen Reichtum geschlossenen Tennisheim, von Missgeschicken verschiedener Mitbürger oder auch der Gründung einer Damen-Après-Ski-Gruppe im momentan so schneereichen Winter.
Für die Weildorfer daheim auf dem Sofa war es am Fasnetssamstagabend eine Freude und eine gelungene lustige Abwechslung in den derzeitigen tristen Fasnetstagen, was sie mit drei kräftigen „Weildorfer Storchen“ quittierten.