Das extrem trockene Jahr 2018 hat Spuren in den deutschen Wäldern hinterlassen, aber auch die Bedeutung unserer „grünen Lunge“ wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. „Man sieht, deutlich, dass der Wald leidet“, stellte Forstdirektor Hermann Schmidt fest, bevor er dem Haigerlocher Gemeinderat die Waldwirtschaftspläne für 2020 vorstellte.

Aber zunächst schilderte Schmidt die aktuelle Situation. Von den 8200 Festmetern Hiebsatz seien etwa 2000 Festmeter Käferholz. Das sei zwar „relativ viel“, dennoch kein Grund für „Katastrophenstimmung“. In anderen Landstrichen schaut’s anders aus, deshalb sei sehr viel Holz auf dem Markt, erklärte Schmidt, die Preise seien im Keller. Von 50 Euro und weniger für den Festmeter Fichte war die Rede. Die Forstverwaltung habe auf die Marktsituation reagiert und sei sowohl 2018 als auch 2019 „auf die Bremse gestiegen“, so Schmidt.

Das hat freilich finanzielle Auswirkungen. Weil dieses Jahr nur etwa die Hälfte des Hiebsatzes eingeschlagen, also auch die geplanten Holzerlöse nicht erzielt wurden, rutscht das Jahresergebnis in den Keller. Den geplanten Jahresüberschuss von 140 000 Euro wird es nicht geben, stattdessen voraussichtlich ein Minus von 50 000 Euro. Auch für 2020 machte Schmidt dem Gemeinderat keine Hoffnung auf einen Gewinn. Je nach Käferholz-Anfall und je nach Marktlage werde man wieder im  Minus landen.

Allerdings könnte ein richtiger „Schmuddelwinter“ mit viel Niederschlag auch eine Wende bringen und Käferkalamitäten Einhalt gebieten. Wenn dann der Holzmarkt – wie es in Fachkreisen heißt, bereits im ersten Quartal 2020 – wieder anzieht und der Preis für Fichte wieder auf 80 Euro klettert, werde man natürlich reagieren und ernten.

Ernte ist die beste Kur

Der Wirtschaftsplan mit einem Hiebsatz von insgesamt 8600 Festmetern steht. Der Plan sieht null Einschlag in Weildorf, Bittelbronn und Bad Imnau vor und nur geringe Erntemengen in Trillfingen und Haigerloch (660 fm). Aber Stetten, Owingen, Gruol und an der Spitze Hart stehen mit 1100 bis 1800 Festmetern im Plan.

Harts Ortsvorsteher Thomas Bieger wies darauf hin, dass der Einschlag in Hart schon mehrmals überdurchschnittlich hoch gewesen sei. Eine Ernte sei für einen Wald „die beste Kur“, antwortete der Forstdirektor. Auch den  Hinweis von Simon Fecht, die „gute Sparkasse“ nicht zu „verschleudern“, korrigierte Schmidt: Diese Zeiten seien vorbei, heute müsse man den „Vorrat niedrig halten“. „Jugendliche, dynamische, gemischte Wälder sind am widerstandsfähigsten“, erklärte der Forstdirektor.

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-tausend Euro muss die Stadt Haigerloch im Forstwirtschaftsjahr 2020 ausgleichen. Um diese Summe übersteigen die Ausgaben (448 000 Euro) die Einnahmen (412 000 Euro).