Haigerloch / Andrea Spatzal Bürgermeister Heinrich Götz wird wieder auf der CDU-Liste für den Kreistag kandidieren. Er ist aber nicht der einzige Bewerber aus dem Haigerlocher Rathaus.

Mit großen Schritten rücken die Kommunalwahlen näher. Am 26. Mai werden in Baden-Württemberg nicht nur Gemeinde- und Ortschaftsräte gewählt, sondern auch die Bürgervertreter auf Landkreisebene. Haigerlochs Bürgermeister Dr. Heinrich Götz hat bereits angekündigt, dass er wieder auf der CDU-Liste für den Kreistag kandidieren wird. Am Montagabend findet die Nominierungsversammlung der CDU im Sportheim in Stetten statt.

„Ich halte ich es für wichtig, dass der Bürgermeister von Haigerloch im Kreistag vertreten ist, zumal in der nächsten Legislaturperiode einige wichtige Entscheidungen, die ganz massive Auswirkungen auf die Kreisumlage und damit auf den Haushalt von Haigerloch haben, anstehen“, erklärt Götz, der seit 2014 Kreisrat ist.

Aber der Bürgermeister ist nicht der einzige aus dem Haigerlocher Rathaus, der seinen Hut in den Ring wirft. Ausgerechnet der ausgewiesene Wahlspezialist im Haigerlocher Rathaus, Eberhard Butter, will ebenfalls für den Kreistag kandidieren. Das bestätigte Butter auf Anfrage der HZ. Unter welcher Flagge er in den Kreistag einziehen will, wollte er noch nicht verraten. Er wolle die Nominierungsversammlung abwarten.

Durch die Kandidatur wird Eberhard Butter, der die vergangenen sieben Kommunalwahlen in Haigerloch gemanagt hat, dieses Mal voraussichtlich nur in eingeschränktem Umfang zur Verfügung stehen. Dass die Bewerbung um ein Kreistagsmandat nicht mit seiner Stellung als städtischer Beamter kollidiert, ist bereits mit der Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes Zollernalbkreis abgeklärt. Dennoch gilt es, bestimmte Einschränkungen und Fristen einzuhalten, so dass Eberhard Butter die Wahl zwar vorbereiten, dann aber ab einem gewissen Zeitpunkt keine diesbezüglichen Aufgaben und Posten mehr wahrnehmen kann. Beispielweise als Mitglied des Wahlvorstandes oder als Wahlhelfer fällt er aus. „Die Befangenheitsfrage ist zu groß“, erklärt er.

Der Gemeindewahlausschuss wurde in der letzten Gemeinderatssitzung gebildet. Vorsitzender des Gremiums ist Stadtkämmerer Timo Müller, sein Stellvertreter ist Dietmar Eger. Beisitzer sind Stefan Hojdem und Vera Goes. Alle vier Mitglieder sind wahlerfahren, gehörten bereits bei den Kommunalwahlen 2009 und 2014 dem Gemeindewahlausschuss an. Zu Beisitzer-Stellvertretern wurden Verena Kruse und Michaela Hauff, beide Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung, gewählt.

In der Sitzung ging es auch um die Festlegung der Wahlhelfer­entschädigung. Wegen der „besonders zeitintensiven Tätigkeit“ sollen die Wahlhelfer etwas mehr bekommen als bei den letzten Wahlen. 2014 lagen die Sätze bei 20 Euro für den Wahldienst tagsüber und 40 Euro für das Auszählungsgeschäft. Diesmal sollen ebenfalls gesplittete Sätze von 24 Euro und 72 Euro gezahlt werden. Zum Vergleich hat Eberhard Butter Zahlen aus umliegenden Gemeinden gegenübergestellt: In Balingen werden die Wahlhelfer mit 50 Euro entschädigt, wobei am Montag weitergezählt wird, in Hechingen und Geislingen werden, getrennt in Europa- und Kommunalwahl, 25 Euro und 40 Euro gezahlt und in Bisingen gibt es eine Pauschale von 40 Euro.

Viele Gemeinden haben sich bereits entschieden, am Abend des Wahlsonntags nur die Europawahl auszuzählen, die Kommunalwahlen dann erst am Montag. In Haigerloch ist man darüber noch unentschieden. Eberhard Butter weiß aus Erfahrung, dass die Arbeit in einem Schub zu schaffen ist. Auf ein Ende um zirka 2 Uhr oder sogar noch später müssten sich die Beteiligten allerdings einstellen. Ein Weiterzählen am Montag habe den Nachteil, dass viele der freiwilligen Wahlhelfer berufstätig und damit werktags nicht verfügbar sind.

In der kommenden Woche, sagt Butter, werde er sich mit dem Gemeindewahlausschuss an einen Tisch setzten und diese noch offenen Fragen abklären. Denn ganz im Regen stehen lassen wird der Wahlspezialist seine Kollegen im Rathaus freilich nicht. Aber schon jetzt weiß er gewiss, dass diese Wahl für ihn anders sein wird als alle anderen zuvor: „Für mich wird der Wahlsonntag diesmal in ganz anderer Hinsicht spannend.“

Haigerlocher Trio im Kreistag

Im Kreistag sind aktuell 60 Sitze besetzt. Vertreten sind sechs Parteien: CDU, Freie Wähler, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Linke.

Die Stadt Haigerloch wird aktuell von drei Kreisräten vertreten: Bürgermeister Dr. Heinrich Götz, und Jochen Ketterer, Seniorenchef der Imnauer Mineralquellen, in der Fraktion der CDU sowie Konrad Wiget, Stadtrat (SÖL) in Haigerloch und Ortsvorsteher in Stetten, in der Grünen-Fraktion.

Der Wahlkreis (Bisingen IV) umfasst neben Haigerloch mit seinen Stadtteilen auch noch Bisingen, Grosselfingen und Rangendingen.