Haigerloch Vor allem das vorhandene Potential besser vernetzen

Haigerloch / WILFRIED SELINKA 28.05.2013
Die intensiven Gespräche mit Haigerlochern und Touristen, die am Pfingstsonntag auf dem Marktplatz geführt wurden, will die Interessengemeinschaft "Haigerloch aktiv" bei ihrem nächsten Treffen diskutieren.

Wie Martin Sprissler und Kristin Koschani-Bongers, die Ansprechpartner von "Haigerloch aktiv" der HZ gegenüber sagten, sind sie davon überzeugt, dass der enorme Zuspruch und die aus Gesprächen sowie der Umfrage gewonnenen Ansichten - mit ihren teils interessanten Ideen - "Haigerloch aktiv" voranbringen werden. "Alles fiel nahezu durchweg konstruktiv aus. Vor allem aufgrund der regen Teilnahme können wir sehr zufrieden auf unser erstes öffentliches Auftreten zurückblicken", erklärten sie.

Exemplarisch dafür steht die Meinungsäußerung eines Stadtteil-Haigerlochers, der vor vier Jahren zugezogen ist. So findet es der Neubürger gut, was "Haigerloch aktiv" sich vorgenommen hat und möchte diesen Arbeitskreis, soweit er es kann, mitunterstützen.

Er stellte dabei ausdrücklich fest, dass, wenn er von Haigerloch spricht, er immer "Haigerloch und die Teilorte" meint. "Das wird oft getrennt gesehen. Das fiel mir als Zugezogenem stark auf. Es gibt unzählige Einzel- und Kleinaktivitäten".

Die erste Frage auf dem von "Haigerloch aktiv" ausgeteilten Fragebogen lautete: "Was gefällt Ihnen an Haigerloch?" Die Antwort darauf: "Die Lage, die Felsen, der Flieder, die Kirchen, die Museen, das Schloss, der Turm, die Synagoge, der Judenfriedhof, die schattige Unterstadt, die Altstadt hinauf zum Römerturm und der Blick vom Römerturm, das Haag, das Haus der Weißen Väter, die Wanderwege in Haigerloch und im Eyachtal und in der Umgebung, das Eyachtal, das Schlössle und die noch vorhandenen Gaststätten, weiter die Umgebung: Kirchberg, Bernstein, Lorettokapelle, Salenhof-Weiher, Kremensee, die Bahnfahrt durch das Eyachtal, die Dörfer drumrum." Das wirkt auf den ersten Blick sehr allgemein, zeigt aber in den Augen von Martin Sprissler und Kristin Koschani-Bongers, über welch enormes Potential die Stadt mit ihren Ortsteilen verfügt.

Die zweite Frage lautet: Was fehlt Ihrer Meinung nach in Haigerloch? Als Antwort äußerte der Befragte dazu: "Es ist alles vorhanden: Ein Rathaus, ein Touristenbüro, Firmen, Gewerbevereine in Haigerloch und Trillfingen, Vereine, Kirchen, Schulen, Bäder, Veranstaltungen, Künstler, Aktivitäten und Engagement der Bürger, wie jetzt erst ,Alraunes wundersame Metzgerei oder ,Haigerloch Aktiv".

Dem Neubürger fehlt weniger die Infrastruktur, als vielmehr die Koordinierung, Einbindung und die Zusammenarbeit der verschiedenen Komponenten. "Haigerloch aktiv" könne hier als Bindeglied fungieren, meint er.

"Wenn wie vorgesehen, die Planungen umgesetzt werden, soll es einen Radweg durch das Eyachtal bis Eyach geben. Die Wanderwege sollten weiter ausgebaut und beschildert und auch das Vorhaben mit dem alten Brauereigelände entsprechend angegangen werden.

Was kann sonst verbessert werden und wie wäre dies zu erreichen? "Für Haigerloch und vor allem auch für die Teilorte werben", lautete der Vorschlag. " Prozesse in Gang setzen und am Laufen halten. Die Leute erreichen und die Bewohner von Haigerloch und den Teilorten zusammenführen. Der Bevölkerung ist bewusst zu machen, welche Umgebung, welche Historie sie haben. Einfach mal zeigen, was es in Haigerloch gibt, was war und was sein könnte."

Der Befragte wünscht sich auch mehr Artikel im Mitteilungsblatt oder in der Tageszeitung über die Geschichte Haigerlochs: "Oberamt, Verwaltung, Einrichtungen wie Gefängnis und Gericht, Verwaltungsschule, Siechenkapelle, Berichte über die Dörfer, wie Revolution in Trillfingen oder was auf dem Land so passierte", wobei es nach seiner Meinung bei der Themenvielfalt es "keine Grenzen gibt".

Weiter wollte man mittels des Fragebogens erfahren, welche Veranstaltungen, Aktionen, Aktivitäten sich die Bürgerinnen und Bürger Haigerlochs wünschen. Exemplarisch heißt es hierzu: "Der Startschuss ist mit Haigerloch aktiv gemacht, einfach weiter machen mit solchen Aktivitäten, das heißt aber auch Durchhalten, Fördern von anderen Aktivitäten wie Weihnachtsmarkt und Dranbleiben."

Frage Nummer fünf lautete: "Wie sehen Sie Haigerloch in fünf Jahren?" Diesbezüglich lautete die Antwort: "Paul Eberhard Schwenk ist viel zu verdanken und ohne ihn wäre Haigerloch nicht das, was es heute ist. Man sollte dem guten Ruf gerecht werden, den Haigerloch außerhalb der Region, ja bis ins Ausland, noch hat und den Tourismus fördern." Die Chancen für größere Unternehmensansiedlungen hält der Neubürger für eher gering.

"Vielmehr sollte ein Ausbau des Handwerks und des Kunstgewerbes vorangetrieben werden. Vor allem aber sollte man sich auch um die bisherige Industrie, die Dienstleister und die Handwerker kümmern, dass sie nicht wegsiedeln."

Gewünscht werden darüber hinaus "mehr Läden und ein Wiederbeleben solcher originellen Wirtschaften wie ,Café Charlotte und ,Café Mediterran - aber auch ein Fortbestand der bisherigen Wirtschaften wie ,Schwanen, ,Schlosscafé und aller anderen, die hier bisher in Haigerloch durchgehalten haben." All dies wäre für die Wohn- und Lebensqualität in Haigerloch in den Augen des Neubürgers förderlich. "Und was sicherlich vielen und auch dem Bürgermeister klar ist, es sollten die alten Häuser erhalten werden."(Tatsächlich wird dieses Thema immer wieder öffentlich diskutiert.)

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