Stetten Stadtmusikfest von der Sonne überstrahlt

Stetten / Von Wilfried Selinka 11.06.2018
Höhepunkt des 43. Stadtmusikfests war der Sternmarsch der Haigerlocher Musikkapellen am Sonntag.

Das 43. Haigerlocher Stadtmusikfest, bestens organisiert vom Musikverein Stetten in und um die Glückaufhalle, wurde erneut zu einem kameradschaftlichen Treffen aller Musikanten und der Bevölkerung aus der Stadt – zusammen mit musikalischen Gästen aus Penon/Südtirol. Die ausrichtende Musikkapelle war mit ihren zahlreichen Helferinnen und Helfern aus der Musikantenschar ein charmanter Gastgeber.

Das rundum gelungene kameradschaftliche Festival der Blasmusik wurde am Freitagabend mit dem traditionellen Fassanstich eröffnet, den mit vier Hammerschlägen aufs Holzfass Ortsvorsteher Konrad Wiget ausführte. Ihm assistierten Bürgermeister Heinrich Götz, Jugendleiter Dirk Edele und Braumeister Bernd Edele. Die Gäste wurden anschließend vortrefflich von den Kornbühlmusikanten aus Salmendingen unter ihrem Dirigenten Martin Rein unterhalten. Die Musikgruppe „Blowfeld“ gestaltete den weiteren Freitagabend.

Die Festbühne in der Glückaufhalle gehörte am Samstagnachmittag den Jugendkapellen, die Dirk Edele vorstellte. Zwischen den einzelnen Musikvorträgen gab es kurzweilige Spiele der einzelnen Jukas, unter anderem mit einem Sprudelkistenrennen. Dafür sorgte das Jugendteam des Musikvereins Stetten um Steffie Henle, Sarina Pfeffer und Tamara Schneider.

Als erstes servierte unter Simone Müller die Bläserklasse der Grundschule Gruol-Stetten gefällige Blasmusik. Danach wurde der unterhaltsame Mittag mit den „Gru/Bi/Hai/Wei-Blowers“ als Vorstufenkapelle der Gesamtstadt (ausgenommen Owingen) unter Alexander Kalnin fortgesetzt. Die Jugendkapelle Owingen unter Frank Schnell zeigte ebenfalls ein beachtliches Können. Es folgten die Jungmusikanten aus Gruol/Weildorf/Bittelbronn/Stetten/Wiesenstetten unter Manuel Steidel. Einen gelungenen Abschluss bot die Jugendkapelle Bad Imnau/Haigerloch/Hart/Trillfingen unter Matthias Kessler.

Den zweiten Musikfesttag beschloss der Top-Act mit der Musikkapelle aus Penon an der Südtiroler Weinstraße. Die Musikanten waren dabei schon optisch ein Hingucker und ebenso ein musikalisch begeisternder Farbtupfer. Blasmusik vom Feinsten hatten die Südtiroler und ihr Dirigent Egon Sebacher im Gepäck, der den erkrankten Dirigent und Startrompeter Karl Hanspeter vertrat. Das Stettener Gesangsduo Patrizia Nell und Gerhard Nesselhauf ergänzte die schmissigen Weisen. DJ C setzte mit Titeln aus den Charts den Partyabend fort.

Der Festsonntag bildete den Höhepunkt des dreitägigen Stadtmusikfestes. Er begann mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Michaelskirche mit Pfarrerin Dorothee Kommer und Pfarrer Michael Storost. Die  musikalische Umrahmung des Gottesdienstes gestaltete die Musikkapelle Bad Imnau unter Jochen Schlotter. Ein besonderes Gedenken galt den Gründern des Stadtmusikfestes und anlässlich des 60. Geburtstages des Musikvereines Stetten den verstorbenen aktiven und passiven Mitgliedern des Vereins. Mit Marschmusik ging es dann Richtung Glückaufhalle, wo der Musikverein Hart unter Julian Waibel zum Frühschoppen und Mittagstisch aufspielte.

Am Nachmittag gab es einen Sternmarsch. Die Musikkapellen Owingen, Hart und Weildorf kamen mit flotter Marschmusik aus dem Andreasweg, Bad Imnau und Gruol aus Richtung Rathaus, Bittelbronn, Trillfingen und die Stadtkapelle Haigerloch aus dem Uhlandweg. Gemeinsam formierte sich der Massenchor vor der Halle.

Dirigent Gerhard Nesselhauf hob den Taktstock zum Hohenzollernlied, dem zackigen Bozener Bergsteigermarsch und der deutschen Nationalhymne.

Die Geschichte des Musikvereins Stetten

Im Jahr 1958 ging der Wunsch, in Stetten eine Musikkapelle zu gründen, endlich in Erfüllung. Einige Musikkameraden, die im Dorf verheiratet waren und vorher bereits bei anderen Kapellen spielten, schlossen sich mit weiteren talentierten Musikern zu einer Kapelle zusammen und gaben an der Fasnet eine Probe ihres Könnens. Nachdem mit Gallus Heck aus Rangendingen ein Dirigent gefunden war, fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Instrumente zu finanzieren. So fand am 29. November 1958 im Sonnensaal die Gründungsversammlung des Musikvereins statt.

Als Vorsitzender wurde Alois Stocker in geheimer Wahl gewählt. Das Gründungsfest wurde zu einem der größten und erfolgreichsten Feste, das bis dahin in Stetten stattfand. 1968 konnte man das zehnjährige Bestehen der Kapelle mit einem Fest, an dem 13 Kapellen teilnahmen, feiern. Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte stellte die Ausrichtung des Kreismusikfestes mit Kritikspiel im   Juli 1972 dar.

Der erste öffentliche Auftritt der Stettener Musiker in der aktuellen Bergmannsuniform war am Volkstrauertag 1974.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel