Wenn nicht live, dann online auf dem PC, Handy, Notebook, Tablet oder Smart-Fernseher. Die aktiven Mitglieder des Narrenvereins Bad Imnau mit ihrem Vorstandstrio Martin Probst/Andreas Hochmann/Ralf Straub trotzten dem Coronavirus im Rahmen der Verordnungen und ließen sich ihre Hauptfasnetstage zumindest zum Teil nicht nehmen. Deshalb griffen sie am Donnerstagabend bereits kurzfristig online im Bürgerhaus mit Abstand auch zur Macht im Rathaus und ließen sich den Schlüsselbund von Ortsvorsteher Robert Wenz übergeben.
Ferner wurde zum 60-jährigen Jubiläum der Scherenschleifergruppe ein weiteres Video aufgenommen und auf dem eigenen Youtube-Kanal „Narrenverein Bad Imnau“ hochgeladen. Darin sind bildliche Rückblicke der Truppe, Radioaufzeichnungen vom 50-Jährigen sowie Glückwunsch- und Grußworte von jungen und erwachsenen Mitgliedern sowie auch von Ehrenvorstand Lothar Renner enthalten, der an die Anfänge der Scherenschleiferei als Ursprung des Narrenvereins 1962 im Kurort erinnerte.
Am Samstag dann wurden die 175 bestellten bunten Scherenschleifertüten mit närrischen Überraschungsinhalten von den MItgliedern an die Kundschaft gebracht. Martin Probst: „Wir waren überwältigt, dass wir so viele Bestellungen erhalten haben. Dafür vielen Dank den Bad Imnauer Bürgern.“ Am Abend ging dann im dekorierten Wohnzimmer pünklich um 19.33 Uhr der Zunftball online. Der 75-minütige Videostream, mit viel Zeitaufwand geschnitten von Ulrike Feinler, offerierte einen bunten Querschnitt der Jahres-Höhepunkte aus den letzten Jahren mit einem Mix aus Bütt, Sketch und Parodie, Tanz und Gesang… sowie Auftritten des Narrenrates, der Wasserköpfe, Honigbutze, Grenzweible und Großholzmännle samt Juniorengarde und Männerballett Schälripple.
Schriftführerin Esther Kornwachs und Ulrike Feinler übernahmen die Ansagen aus dem NVI-Studio oder auch outdoor vom Narrenbaum auf dem Dorfplatz aus. Dort wurde außerdem das Narrenbaumbaden anstelle das Bad Imnauer Waldbadens zelebriert in der Hoffnung, dass im nächsten Jahr die Fasnetsenergie zurück kommt und zum 60-jährigen Jubiläum wieder alles wie früher verläuft.
Zu erleben waren nach den Grußworten von Martin Probst viele Fasnetsbegeisterte aus dem Verein, die das Motto „Vom Flecken für den Flecken“ wörtlich nahmen. Vorstandsmitglied Ralf Straub: „Uns war es wichtig, dass unsere Mitglieder und Fasnetsfreunde sowie befreundete Zünfte unseren Live-Stream zur Sendezeit am Samstag ab 19.33 Uhr oder auch später auf Abruf gemeinsam anschauen können. Wir wollen dadurch trotz der ­Corona-Beschränkungen das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken!“
Hierzu konnten die Zuschauer auch Kommentare schreiben. Andreas Hochmann: „Ohne Corona wäre die Kreativität weitestgehend ausgeblieben und das Geschehen hätte sich auf das Vorhandene beschränkt.“ Neben vielen Rückblicken wurde auch Neues aus der Bütt durch die Aktive Elke Stehle alias „Eugenie“ zum Besten gegeben. Sie sprach über ihr neuestes Jobangebot „ACSBE“, was so viel heißt wie „AngiesCoronaSpezialBeobachtungsEinheit“. Mit dieser konnte Eugenie per Videoüberwachungssystem in die Wohnungen der Narrenvereinsgruppen schauen und kontrollieren, ob die bestehenden Corona-Bedingungen auch eingehalten wurden (und werden). Nach einem Update konnte sich Eugenie sogar einloggen und gar mit den Gruppen trinken und essen. Zum Schluss gab’s sogar einen Kasten Bier als Jubiläumsgeschenk für die Scherenschleifer, die in der Videokonferenz gemeinsam anstoßen konnten.