Haigerloch / Andrea Spatzal  Uhr
Ein simpler Zuschussantrag brachte erneut das Reizthema „Förderrichtlinien“ aufs Tapet.

Die Pfadfinder Haigerloch planen vom 4. bis zum 14. August ein zehntägiges Sommerlager in Eggenberg in Österreich. Da die Pfadfinder vielen Kindern, egal aus welcher sozialen Schicht, eine Teilnahme ermöglichen und deshalb die Beiträge niedrig halten wollen, sind sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Vor diesem Hintergrund beantragten die Pfadis bei der Stadt einen Zuschuss von 1000 Euro. Eine Kostenaufstellung zeigte jedoch, dass die Pfarrgemeinde für das Sommerlager nur einen Zuschuss von  280 Euro gewährt. Weitere Pro-Kopf-Zuschüsse in Höhe von zirka 650 Euro kommen vom Landes- und Kreisjugendring.

Matthias Deppert (FWV) und Karl-Heinz Schneider (CDU) stutzten ob dieser Zahlen und plädierten dafür, keinen höheren Zuschuss als die Kirche zu gewähren. Die Pfadfinder seien eine kirchliche Institution und „wo Kirche drauf steht, sollte auch Kirche drin sein“, stimmte auch Bürgermeister Heinrich Götz dem Einwand zu. Konrad Wiget (SÖL) schlug vor, die Entscheidung zu vertagen bis feststeht, wie hoch der Zuschuss in der Vergangenheit gewesen ist. Thorsten Hell­stern (CDU) fand es „schade“, dass über den Zuschuss „rumdiskutiert wird“. „Die Pfadis machen viel für Kinder“, so Hellstern. Er schlug einen Zuschuss pro Kopf und Tag wie beispielsweise bei den Ferienspielen vor.

Das Gremium sei wieder an dem Punkt angelangt, an dem es schon öfter stand, stellte Hermann Heim (FWV) fest. Die oft und viel diskutierten Vereinsförderrichtlinien müssten endlich so aufgestellt werden, dass eine gerechte Verteilung der Zuschüsse ermöglicht und den Vereine und Gruppierungen in der Stadt Planungssicherheit gibt. Der Gemeinderat sollte einen Ausschuss bilden, der sich dieser Aufgabe annimmt. „Man kann nicht bei dem einen Ja sagen und beim andern nicht, weil der vielleicht nicht ganz ins System passt“, so Heim. Auf seine Frage, wann die vor Monaten von der Tagesordnung des Gemeinderates genommene Beratung der Förderrichtlinien denn wieder aufgerufen werde, antwortete Bürgermeister Götz, dass „richtungsweisende Entscheidungen“ wie diese dem neuen Gemeinderat vorgelegt werden. Für Heim ist das nicht die optimale Lösung. Das aktuelle Gremium sei „in dem Thema drin“.

Im aktuellen Fall des Pfadi-Sommerlagers stimmte der Gemeinderat für einen Zuschuss von 280 Euro. .