Pezet, erfolgreich im Bereich Kunststoff- und Verfahrenstechnik tätig, zieht um, bleibt aber der Stadt Haigerloch erhalten. Vom Standort Madertal geht es ins neue Gewerbegebiet Lichtäcker auf Weildorfer Gemarkung. Am Montag starten die Erdbauarbeiten. Auf einen großen Spatenstich wird verzichtet, es wird einfach angepackt.

Gebaut werden an der neuen Adresse Lichtäcker 1 eine Produktionshalle, ein Lager und ein Verwaltungsbau mit insgesamt 12 500 Quadratmeter Fläche. Bisher stehen im Madertal, trotz mehrfacher Erweiterung, rund 7000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Das reicht nicht mehr. Pezet ist einfach aus dem jetzigen Gebäude herausgewachsen, trotz Lagerzelt und zweier angemieteter Lager.

„Vorausgegangen sind mehrjährige Überlegungen und Planungen“, so Vorstand Jürgen Springindschmitten. Dagegen, das Bestandsgebäude zu erhalten, sprachen auch die nicht mehr ausreichenden Bodenstatik und die zu niedrigen Deckenhöhen. „Das Einbringen und Betreiben benötigter Maschinen, so wie sie vom Markt gefordert sind, ist nicht mehr in ausreichender Form möglich.“

„Auch die Produktionskosten sind aktuell auf zweieinhalb Produktionsebenen einfach zu hoch“, so Springindschmitten. Zwei erfahrene Beratungsunternehmen für Produktionslogistik und Fabrikbauten wurden miteinbezogen. Verschiedene Konzepte wurden geprüft und durchgerechnet. Den Eigentümern der Theben-Gruppe sei dabei der Verbleib in Haigerloch besonders wichtig gewesen, betont Springindschmitten. Ende 2016 begann Pezet dann gemeinsam mit der Haigerlocher Stadtverwaltung nach einem geeigneten Bauplatz zu suchen. Das neue Gewerbegebiet Lichtäcker bietet Platz. Künftig liegt die komplette Produktion auf einer Ebene. Nur der „Kopfbau“, mit Kundenzentrum, Sozialräumen, Kantine und Verwaltung, wird zweistöckig gebaut. Und Raum für Erweiterung ist ebenfalls. Man möchte ja nicht noch einmal neu bauen und umziehen. Springindschmitten setzt auf ein mögliches Umsatzwachstum in den nächsten Jahren von mehr als einem Drittel.

Kein großer Spatenstich

Eigentlich hatte Pezet schon im Herbst 2018 mit dem Neubau loslegen wollen, doch Genehmigungen brauchen eben ihre Zeit. Obwohl sich Stadtverwaltung, Gemeinderat und Weildorfer Ortschaftsrat stark für das Bauvorhaben eingesetzt haben. Wofür Springindschmitten nochmals dankt. Montag starten zunächst die Boden-Auffüllarbeiten. Danach sollen sich die Erdmassen erst einmal beruhigen, also ordentlich sacken. Die Auftragserteilung an die Generalunternehmen für den Hochbau und für die technische Gebäudeausstattung steht noch aus. Daher nennt Pezet auch keinen eindeutigen Termin für den Einzug. Laut Springindschmitten rechnen die Architekten mit einem Jahr Bauzeit nach Start der Arbeiten am Fundament. Wunschtermin des Umzugs wäre allerdings schon im nächsten Jahr. Einen Produktionsstopp wird es nicht geben, eine Zeit lang wird an beiden Standorten produziert werden, erklärt Robert Henne, Leiter der Produktion.

„Langfristige Unternehmenssicherung braucht Investition und die Unterstützung aller“, sagt Springindschmitten. Pezet werde mit der neuen Fabrik die Anforderung der Kunden langfristig erfüllen können. Das sichert Arbeitsplätze – und bringt neue. Das bisherige Gebäude im Madertal wird von der Theben-Gruppe weiter genutzt.

Seit mehr als 40 Jahren in Haigerloch


Kompetenz Wenn es um hochwertige Kunststoffteile, einbaufertige Funktionsteile oder Systemlösungen geht, ist die Pezet AG kompetenter Partner. 1973 wurde Pezet als Tochterunternehmen der Theben AG gegründet. Seit 1984 agiert Pezet als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Theben-Firmengruppe. 1999 erfolgte die Umwandlung der GmbH in die Pezet Aktiengesellschaft.

Madertal 1984 wurde ein eigenes Firmengebäude im Haigerlocher Gewerbegebiet Madertal bezogen. Immer wieder wurde erweitert, zuletzt 2009. Doch jetzt ist das Unternehmen einfach aus dem Gebäude im Madertal herausgewachsen.

Jahresumsatz (2018): gut 20 Millionen Euro.

Mitarbeiter: rund 200 plus 15 Auszubildende, nicht mit gerechnet Zeit­arbeiter, die Produktionsstöße abfangen helfen.