Hohenzollern Über die eisige Alb nach St. Tropez

Eisiger Wind begleitete den Start zur 22. AvD-Histo-Monte am Dienstag in der Altstadt von Rothenburg ob der Tauber.
Eisiger Wind begleitete den Start zur 22. AvD-Histo-Monte am Dienstag in der Altstadt von Rothenburg ob der Tauber. © Foto: AvD-Histo-Monte
Hohenzollern / SWP 12.02.2019
Die legendäre Winterrallye „AvD-Histo-Monte“ und wird heute durch Killer, Jungingen, Rangendingen, Haigerloch und Bad Imnau kommen.

Kalt pfeift der Wind durch die verwinkelte Altstadt von Rothenburg ob der Tauber. Hier startete am Dienstag die 22. Ausgabe der AvD-Histo-Monte, der legendären Winterrallye auf Spuren der berühmtesten Rallye der Welt. Seit 1911 wird dieser internationale Wettbewerb ausgetragen, und auch das Original wechselte stets seine Startorte. Für dieses Jahr fiel die Wahl auf die alte fränkische Reichsstadt.

Das Organisationsteam um Plusrallye-Geschäftsführer Peter Göbel war bereits am Sonntag vor Ort und bezogen das Rallye-Büro im altehrwürdigen Hotel „Zum Eisenhut“.

Nach dem Eintreffen der Fahrer, der Dokumentenkontrolle und der Tüv-Abnahme am Montag und Dienstagvormittag machte sich der Tross aus 89 historischen Automobilen dann erstmalig in der Geschichte der AvD-Histo-Monte auf einen etwa 100 Kilometer langen Prolog rund um Rothenburg. Am Abend stand das Fahrerfest in der Reichsstadthalle auf dem Programm, bei dem sich die Teilnehmer kennenlernen konnten.

Heute um 7.30 Uhr fällt auf dem Rothenburger Marktplatz dann der Startschuss und die Automobilisten machen sich auf den langen Weg an die Côte d’Azur. Erster Zielpunkt wird heute Freudenstadt im Schwarzwald sein.

Quer durchs Killertal

Die Route führt von Rothenburg ob der Tauber über die Schwäbische Alb. Um die Mittagszeit werden die Fahrer auch durch Killer, Jungingen und Rangendingen kommen, dann über Haigerloch und Bad Imnau nach Wiesenstetten und Empfingen fahren. Wer die Fahrzeuge intensiv betrachten oder mit den Akteuren einen kurzen Plausch halten möchte, hat dazu allerdings nur in Freudenstadt auf dem Marktplatz Gelegenheit. Dort sammelt sich das Feld und genehmigt sich eine Mittagspause. Ab 13 Uhr werden die ersten Fahrzeuge erwartet, ab 14 Uhr werden sie in Minutenabständen auf die zweite Tagesetappe geschickt.

Fast 665 Kilometer lang ist der Streckenanteil dieser legendären Winterrallye. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Feld am Samstag um etwa 15.30 Uhr in Monaco ankommen.

Fans historischer Autos können sich unter anderem auf bemerkenswerte Rallyeautos wie einen Maserati 3500 GTi, einen Skoda 110 R, einen Bombardier Iltis, einen Alfasud Kombi, ein Oldsmobile Delta 88 Royale Convertible, einen Lancia Stratos Kitcar und als Beispiel für die Youngtimer einen Ford Escort Cosworth freuen.

Walter Röhrl war dabei

Und auch hoher Besuch ist ein Muss bei der AvD-Histo-Monte: Walter Röhrl und Ari Vatanen waren schon da. Bei der 2019er-Auflage schaut ein weiterer ehemaliger Rallye-Weltmeister vorbei: Miki Biasion, mit Lancia 1988 und 1989 Titelgewinner. Der sympathische Italiener fährt sogar die letzte Etappe von Cannes nach Monte Carlo mit, die teilweise durch sein Heimatland führt. Außerdem übernimmt er die Aufgabe, bei der Siegerehrung die Pokale zu überreichen. Biasion ist im privaten Leben ein großer Fan von Oldtimern, besitzt selbst eine nahezu serienmäßige Lancia Fulvia. Er schlüpft aber auch heute noch gelegentlich in den feuerfesten Overall, stülpt den Helm über und gibt bei historischen Rallyes fast wie früher Gas. So gehört er bei der Rallylegende in San Marino beinahe schon zum Inventar. Auch diese Auftritte haben dazu geführt, dass Biasion in Italien bei Rallyefans einen ähnlichen Kultstatus besitzt wie Walter Röhrl in Deutschland. Peter Göbel war Beifahrer von Walter Röhrl. Der fünfmalige Deutsche Rallyemeister ist Organisator und Leiter der 22. AvD-Histo-Monterallye.

655

Kilometer legt das Fahrerfeld auf der 22. AvD-Histo-Monterallye von
Rothenburg ob der Tauber bis nach Monaco zurück. AvD ist der älteste Automobilclub Deutschlands.

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