Stetten Trockenheit bereitet Probleme

Der Ortschaftsrat war mit Ortsvorsteher Konrad Wiget (Zweiter von links), Förster Hubert Münch (Dritter von links), Privatwaldbesitzern und Jägern sowie dem Nabu-Vorsitzenden Herbert Fuchs (rechts) im Stettener Wald unterwegs.
Der Ortschaftsrat war mit Ortsvorsteher Konrad Wiget (Zweiter von links), Förster Hubert Münch (Dritter von links), Privatwaldbesitzern und Jägern sowie dem Nabu-Vorsitzenden Herbert Fuchs (rechts) im Stettener Wald unterwegs. © Foto: Wilfried Selinka
Stetten / Wilfried Selinka 11.05.2018
Der Stettener Ortschaftsrat war mit Jägern, Privatwaldbesitzern und Förster Hubert Münch im Wald unterwegs.

Der Waldrundgang des Ortschaftsrates, dem sich Privatwaldbesitz und Jäger anschlossen, startete am Montag am Schützenhaus. Gleich dort wurde eine Fläche besichtigt, die der Forst mit Mitgliedern des örtlichen Nabu von unnötigem Gehölz befreit hat „Die Trocken- und Magerrasenfläche soll nun offen gehalten und durch den Schäfer beweidet werden“, stellte der Nabu-Vorsitzende Herbert Fuchs fest. Der Nabu werde die weitere Entwicklung begleiten.

Im „Vorderen Gäbele“ stellte Förster Hubert Münch die Anpflanzung von Fichten auf einem schweren Tonboden mit all seinen Problemen des „Brombeerteppichs“ und den notwendigen Nachbesserungen bei der derzeitigen Trockenheit vor Augen. „Wir haben mit dem Pflanzen bei dieser Trockenheit aufgehört“, so Münch.

Weiter ging es zum früheren Pfarrwald, den die Stadt Haigerloch vor Jahren aufgekauft hat und nach Sturmwurf 2004 mit einer Laubholzkultur anpflanzen ließ. Nach vielen Nachbesserungen ist diese jetzt als „Dickung“ im Wachsen. In zwei bis drei Jahren soll dabei vor allem die Salweide bei einer Durchforstungsmaßnahme herausgenommen werden. Gegenüber verwies der Forstfachmann auf ein knapp 40-jähriges Laubholzgestänge, das zur Durchforstung ansteht. Dabei sollen im „Mittleren Gäbele“ die „Bedränger“ herausgenommen, die richtigen Abstände zwischen den einzelnen Baumarten hergestellt und Zukunftsbäume freigestellt werden. Kirsche hat eine Umtriebszeit von 50 bis 70 Jahren, während bei der Eiche eine solche von 150 bis 200 Jahren angenommen wird.

Ein besonderes Augenmerk legt der Forst im Laubwald auf eine Vielfalt von Bäumen, wobei ganz besonders die Eiche für eine große Stabilität im Wald sorgt. Ein weiterer Besichtigungspunkt war ein Fichte-Tanne-Laubholzbestand, in dem 2019 eine schwache Durchforstung mit dem Vollernter vorgesehen ist, was mehr Licht für die einzelnen Bäume bringt und insgesamt auch der Naturverjüngung dient.

Haltepunkt war auch im „Vogelherd“, wo mit dem Vollernter eine Durchforstung stattfand und die Douglasie freigestellt wurde. Im Ergebnis gab es 220 Festmeter Fichte-Tannen-Stammholz, 94 Festmeter Kiefern-Stammholz und 50 Festmeter Laub- und Nadelbrennholz sowie Industrieschichtholz.

Schließlich wies Förster Hubert Münch noch auf einen seltenen Baum im Stettener Wald hin: die Elsbeere. Diese genießt einen besonderen Minderheitenschutz und gehört zu den Rosengewächsen. Das Holz ist ähnlich wie bei einem Birnbaum und wird gerne von  Drechslern und im Musikinstrumentenbau verarbeitet.

In der Schweiz hat das Furnierholz der Elsbeere bereits einen Preis von 20.000 Euro pro Festmeter erzielt.