Liederabend Trio singt in alter Synagoge Haigerloch „Sternengefunkel“ herbei

Auf dem roten Teppich in der ehemaligen Synagoge (v. l.) Hans-Paul Möller, Klaus Möller und Instrumentalist Uwe Bauer beim szenischen Abend zum Thema „Zwielicht“.
Auf dem roten Teppich in der ehemaligen Synagoge (v. l.) Hans-Paul Möller, Klaus Möller und Instrumentalist Uwe Bauer beim szenischen Abend zum Thema „Zwielicht“. © Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / Wilfried Selinka 18.02.2017

 Barfuß und leichfüßig betraten der Schauspieler und Regisseur Klaus Möller, Bassbaritonsänger Hans-Paul Möller und Instrumentalist und Sänger Uwe Bauer den roten Teppich, der extra für diesen szenischen Abend unter dem Titel „Zwielicht“ in der ehemaligen Synagoge ausgelegt war. Mit dem Sprechgesang „Traue nicht deinen Augen - traue deinen Ohren nicht - du siehst Dunkel - vielleicht ist es Licht“ von Berthold Brecht begann das eineinhalbstündige Programm mit 32 Liedern und Texten.

Es war eine Mischung aus Objekttheater, Schauspiel, Erzählung und Gesang in höchster Konzentration und vollendeter Sprache und Körperbeherrschung.

Das Trio interpretierte Lieder von Manfred Mann und Nobelpreisträger Bob Dylan. Der Gesang der Möller-Brüder wurde kongenial begleitet Uwe Bauer auf verschiedenen Instrumenten, wie Gitarren und  Trommel. Auch Bilbeltexte wurden gelesen oder gesungen. Bei allen Darbietungen wurden die Sprache und der Gesang, oft auch mit Obertonstimme, mit besonderer Mimik und Gestik, wie kleine Juwelen herausgestellt. Alle  englischen Textpassagen wurden ins Deutsche übersetzt.

Raum für Ruhe und Gelassenheit

Den Zuhörern gaben die Interpreten immer wieder auch Zeit zum Nachdenken, Besinnen und Hinterfragen. So entstand Raum für theatralisches Spiel von seltener Ruhe und Gelassenheit. Der rote Teppich, ein Hocker oder auch ein Brett dienten als karge Requisiten für die beeindruckende Choreografie, teils liegend, teils  stehend.

Mit Songs von John Dowland und Johnny Cash, Texten von William Shakespeare, Christian Morgenstern und zeitgenössischen Autoren verzauberte das Trio sein Publikum. Die tiefschürfenden, zuweilen melancholischen Texte für die lyrischen Szenen hatte Klaus Möller ausgewählt. Die Auswahl der ausdrucksstarken Lieder hatte Hans-Paul Möller besorgt. Zusammen glänzten die beiden Brüder mit ihren herrlichen Stimmen. Nach einem temporeichen „Herbeisingen des Sternengefunkels“, an der Gitarre begleitet von Uwe Bauer, erhielten die drei Interpreten lang anhaltender Beifall für einen wirklich faszinierenden Abend mit einer stets sich verändernden Performance.

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