Geschätzt und anerkannt war Erwin Pfeffer, Bauingenieur und langjähriger Kommunalpolitiker, nicht nur von den Einwohnern Stettens, sondern über die Grenzen der Stadt hinaus. Der frühere Gemeinde- und Stadtbaumeister von Bisingen und Geislingen ist an Heiligabend im Alter von 85 Jahren nach langer schwerer Krankheit zuhause gestorben. Sieben Jahre lang hat ihn seine Ehefrau Gisela mit Unterstützung ihrer Kinder liebevoll gepflegt.

Erwin Pfeffer wurde am 2. April 1934, als Sohn der Eheleute Robert und Rosina Pfeffer geboren. Zusammen mit zwei Schwestern ist er aufgewachsen. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums Hechingen erlernte er den Beruf eines Bauzeichners und bildete sich im Fernstudium zum Bauingenieur weiter.

Mit hohen Auszeichnungen bedacht

Das Ingenieurbüro Albert Mauthe in Balingen war von 1963 bis 1987 sein Arbeitgeber, von wo aus der Verstorbene rund 30 Gemeinden in den Räumen Balingen, Albstadt und Schömberg zu betreuen hatte. Dabei ging es vor allem um Tiefbaumaßnahmen, wie die Erschließung von neuem Baugelände, die Neuverlegung von Kanalisationen oder Wasserleitungen und dem Straßenbau. Bis zur Gemeindereform war er Ortsbaumeister in Bisingen, danach von 1987 bis 1995 Stadtbaumeister von Geislingen.

Den Bund der Ehe schloss Erwin Pfeffer am 1. Mai 1958 mit Gisela Schwarz, Tochter der bekannten Schäferfamilie Theodor Schwarz. Aus der Ehe gingen die Töchter Elisabeth und Michaela und die Söhne Joachim und Andreas hervor. Zur Familie gehören acht Enkel und fünf Urenkel.

Viele Baugebiete tragen seine Handschrift

Unvergessen ist das kommunalpolitische Engagement von Erwin Pfeffer, mit dem er zu einer erfolgreichen Entwicklung seiner Heimatgemeinde Stetten und der Gesamtstadt Haigerloch beigetragen hat. 37 Jahre, von 1962 bis 1999, gehörte er ununterbrochen dem Gemeinderat Stetten, dann dem Ortschaftsrat Stetten und schließlich dem Gemeinderat der Stadt Haigerloch an. Sachbezogen, ausgleichend, ehrlich und offen war seine Devise in diesen Gremien. Viele Jahre war er Bürgermeisterstellvertreter, Mitglied des städtischen Gutachterausschusses sowie 24 Jahre Stellvertreter des Ortsvorstehers in Stetten.

Bereits in jungen Jahren hatte Erwin Pfeffer den Vorsitz der damaligen Spar- und Darlehenskasse Stetten übernommen. Im Sportverein Grün-Weiß Stetten war er früher als aktiver Fußballspieler und später jahrzehntelanger als Chronist tätig. Ebenso war er als Elternbeirat in allen Stufen der verschiedenen Schulen tätig. Für diese mannigfachen Tätigkeiten im Ehrenamt und Verdienste erhielt Erwin Pfeffer 1990 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg sowie 1999 die Ehrenmedaille in Gold des baden-württembergischen Gemeindetags.

Im engsten Familienkreis beigesetzt

Auch im Ruhestand legte Erwin Pfeffer die Hände nicht in den Schoß, sondern war bis zu seiner Erkrankung täglich in seinem Büro, zeichnete Pläne für kleinere und größere  Bauvorhaben und war als Bauleiter für diese Objekte verantwortlich. In  Stetten tragen zahlreiche Eigenheime seine Handschrift.

Die Trauerfeier fand am vergangenen Samstag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in der Pfarrkirche St. Michael in Stetten statt. Die Beerdigung war auf dem Friedhof im engsten Familienkreis. 

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