CDU CDU-Bezirksparteitag: Thomas Bareiß weiter fest im Sattel

Der Balinger CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß wurde am Samstag beim Parteitag in Geislingen erneut zum Bezirksvorsitzenden von Württemberg-Hohenzollern gewählt.
Der Balinger CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß wurde am Samstag beim Parteitag in Geislingen erneut zum Bezirksvorsitzenden von Württemberg-Hohenzollern gewählt. © Foto: Klaus Irion
Geislingen / Klaus Irion 16.10.2017

Vergleicht man die Parteien, die künftig im Bundestag sitzen, hat die CDU eigentlich ein Luxusproblem. Sie stellt die mit Abstand stärkste Fraktion und bald wohl auch den Großteil der neuen Regierung samt Angela Merkel als Bundeskanzlerin. In Baden-Württemberg wurden darüber hinaus sämtliche Direktmandate abgeräumt. Und dennoch werden auch knapp drei Wochen nach der Bundestagswahl weiterhin die Wunden geleckt, die die für die Union doch hohen Stimmenverluste hervorgerufen haben.

So auch am Wochenende  beim Bezirksparteitag der CDU Württemberg-Hohenzollern in der Geislinger Schlossparkhalle. Der Balinger Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß zog Bilanz über einen schwierigen Wahlkampf. Wie der alte und neue Bezirksvorsitzende sagte habe man ielleicht die Stimmung in der Bevölkerung in punkto Flüchtlinge und allgemeine Sicherheit im Land unterschätzt. „Das gilt es jetzt zu ändern, wir müssen den Menschen sagen, dass wir ihre Nöte ernst nehmen“, so Bareiß. Allein, ein älterer Parteitagsdelegierter ließ Bareiß wissen, dass er daran nach wie vor nicht glaube.

Der Großteil der Delegierten aber folgte Bareiß‘ mehrfachen Aufruf zum Zusammenhalt innerhalb der CDU und bescherte ihm parteiintern zumindest wahltechnisch ein Ruhekissen für die kommenden zwei Jahre als Vorsitzender des CDU-Bezirks Württemberg-Hohenzollern. Auch wenn er mit der satten Zustimmung von 93,8 Prozent der abgegebenen Stimmen knapp unter dem Ergebnis von vor zwei Jahren lag. Damals hatten 95,1 Prozent der Delegierten für Bareiß gestimmt. Einen Gegenkandidaten hatte er seinerzeit ebenso wenig wie gestern in Geislingen. Vor seiner erneuten Wahl zum Bezirksvorsitzenden hatte Bareiß noch einmal die „unglaublich spannenden und ereignisreichen vergangenen zwei Jahre“ Revue passieren lassen.

Die Rückkehr in die Regierungsverantwortung in Stuttgart sei sehr wichtig gewesen. „Auch wenn der Wahlkampf gegen einen starken grünen Ministerpräsidenten sehr schwer war.“ Lob für Winfried Kretschmann aus Bareiß‘ Mund? Eine Seltenheit. Und als ob er sich gleich wieder selbst korrigieren wollte, relativierte er sein Verhältnis zu den Grünen sofort auch wieder. „Ich habe mir eine Jamaika-Koalition wahrlich nicht herbeigesehnt“, konstatierte der Balinger Bundestagsabgeordnete. Und wenn er die jüngsten Äußerungen eines Anton Hofreiter zum Maßstab nehme, fühle er sich in dieser Meinung bestätigt.

Neuwahlen keine Lösung

Also dann doch lieber eine Absage an diese mögliche Koalition und stattdessen lieber ein erneuter Urnengang. „Nein, Neuwahlen sind absolut keine Lösung“, so Bareiß. Die SPD nannte er für ihren Gang in die Opposition feige. Man müsse nun eben deutlich machen, warum auch die CDU die Jamaika-Koalition will und dabei dann die stärkste Rolle einnimmt.

Ein Knackpunkt in den Koalitionsverhandlungen könnte die Frage der doppelten Staatsbürgerschaft werden. Bareiß lehnt das ab, wie er die Delegierten unter Applaus wissen ließ. Auch sonst machte er keinen Hehl daraus, dass er in CSU-Manier dafür kämpfen wolle, „die rechte Flanke unserer Partei zu schließen“. Stichwort AfD. „Wir dürfen diese Vögel nicht weiter aufwerten, wir müssen deren Wähler wieder zurückgewinnen.“