Fasnet Stettener Salzschlecker live im Radio

Stetten / Andrea Spatzal 12.01.2018

Punktlandung zum Auftakt des 50. Salzschlecker-Geburtstags: In närrischen elf Minuten und elf Sekunden wurde am Freitagabend der hohe schlanke Narrenbaum in der Dorfmitte gestellt. Ein guter Teil der Stettener verfolgte das Spektakel klatschend und schunkelnd am Straßenrand. Die Lumpenkapelle schmetterte einige er bekanntesten närrischen Gassenhauer. Steffi Löffler, Chefin des Narrenvereins Salzschlecker mit seinen zirka 140 Aktiven im Fanfarenzug, in den Maskengruppen Salzschlecker und Essensträger, in den Tanzgarden und im Narrenrat, rief allen eine glückselige Fasnet zu.

In Stetten arbeiten die närrischen Kräfte Hand in Hand. So packten die Schaiblin Hexa beim Baumstellen kräftig mit an. In die Senkrechte gebracht wurde die stattliche Tanne übrigens mit nichts als  Muskelkraft und gekreuzten Stangen.

Der Kraftakt bereitete allen Beteiligten mehr Spaß als Mühe. Mühsam ist etwas ganz anderes – und das brachte Ortsvorsteher Konrad Wiget, in höchst offizieller Mission und in die Schaffner­uniform seines Vaters gekleidet, zur Sprache: Vorbei sind die guten alten Zeiten der unbeschwerten Narretei, wie sie einst bei der Gründung des Narrenvereins Salzschlecker im Jahr 1968 noch möglich war. Die Bürokratie hat auch die Fasnet in den Griff gekriegt. „Viel Regeln wurden aufgestellt / geregelt wurde Gott und Welt“, skandierte Wiget. „Der Bändel hängt net recht am Ort / und diese Stang do muss au fort.“ Was Wiget in Versen ausdrückte, kennen die Narrenzünfte landauf, landab: Den Vereinen werden von Jahr zu Jahr mehr Regeln, Papierkram und Haftungsfragen aufgebürdet. Auch in das zweitägige Narrenfest zum 50. Geburtstag der Salzschlecker und zugleich 30-jährigen Bestehen des Fanfarenzuges habe „sehr viel Arbeit investiert“ werden müssen.

Aber alles „G’schäft“ war vergessen, als der Narrenbaum stand und die Lumpenkapelle zum Zug in die Festhalle blies, wo mit vielen Gästen ein rauschender Jubiläumsball gefeiert wurde.

Heute wird das Jubiläumsfest mit einem Zunftmeisterempfang im Salzbergwerk, einer Narrenmesse in der St.-Michaelskirche und um 16 Uhr dem großen Jubiläumsumzug mit 20 Gruppen fortgesetzt. Heute von 12.30 Uhr bis 13 Uhr sendet das SWR­ 4-Studio Tübingen übrigens live aus Salzschleckerhausen.

26 Zünfte im Freundschaftsring

Der Närrische Freundschaftsring Neckar-Gäu hat 26 Mitgliedszünfte: Ahldorf, Altheim, Bad Imnau, Betra, Bierlingen, Bildechingen, Bühl, Dettingen, Empfingen, Ergenzingen, Eutingen, Felldorf, Hirschau, Horb am Neckar, Mühringen, Nordstetten, Rohrdorf, Salzstetten, Schwalldorf, Seebronn, Stetten bei Haigerloch, Untertalheim, Vollmaringen, Weitingen, Wolfenhausen und Wurmlingen. Das Ringtreffen 2018 findet vom 26. bis 28. Januar in Mühringen statt. Am 10. und 11. November feiert der Närrische Freundschaftsring Neckar-Gäu in der Hohenberg-Halle in Horb sein 50-jähriges Bestehen.

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