Seit Jahren möchte Maria Nordwig, Inhaberin der OMV-Tankstelle und einer alten Kfz-Werkstatt an der B463 bei Stetten, ihre Grundstücke einer gewerblichen Nutzung zuführen.  Sie stand bereits mit einer Drogeriemarkt-Kette in Verhandlung. Doch der Regionalverband Neckar-Alb sowie auch das Verwaltungsgericht Sigmaringen lehnten dies ab mit der Begründet, dass dadurch in dem Gewerbegebiet eine unzulässige Einzelhandels-Agglomeration entstehe.

Vorwürfe an die Stadt

Der Stadt Haigerloch wurde die Änderung des Bebauungsplanes „Obere Auchtert“ auferlegt. Das Thema steht am Dienstag, 20. Oktober, im Gemeinderat zur Diskussion. Während der öffentlichen Auslegung des geänderten Bebauungsplanes hat Maria Nordwig über einen Rechtsanwalt Einwände dagegen vorgebracht. Diese wurden nun vorab in der Sitzung des Ortschaftsrats Stetten besprochen.
Der Regionalverband und die Stadt erkennen an, dass in Haigerloch ein Drogeriemarkt fehle, dieser jedoch zentral, zum Beispiel im Gewerbegebiet Madertal, angesiedelt werden könnte.
Stadt- und Ortschaftsrat Konrad Wiget widerspricht diesem Standpunkt. Im Gewerbegebiet Madertal stehe bis heute kein Grundstück für den Bau eines Drogeriemarktes bereit. Seit vier Jahren werde von Seiten der Stadt nichts in dieser Richtung  unternommen. Der Ortschaftsrat Stetten habe sich stets einmütig für den Standort „Obere Auchtert“ eingesetzt, betonte Wiget. Alexander Edele fügte hinzu: „Stets wird alles abgelehnt, was in dieser Sache aus Stetten kommt.“
Stadt- und Ortschaftsrat Matthias Deppert (FWV) hielt dagegen, dass ein Drogeriemarkt in dem Gewerbegebiet „einfach nicht genehmigungsfähig ist“.
Am Ende der Diskussion formulierte der Ortschaftsrat folgenden Beschluss: „Wir sehen die Einwände der Inhaberin der OMV-Tankstelle für berechtigt an. Wir sind der Auffassung, dass die Stadt Haigerloch ihrem Auftrag bisher nicht nachgekommen ist, für eine angemessene Versorgung durch einen Drogeriemarkt zu sorgen, was auf dem Standort ,Obere Auchtert’ geschehen kann.“
Maria Nordwig fragte außerdem wegen der Ansiedlung eines Getränkemarktes an. Aber auch das lehnen Regionalverband und Stadt, ab mit der Begründung, dass Getränke zu den Lebensmitteln zählen und daher auch ein Getränkemarkt eine Einzelhandels-Agglomeration an der B 463 bewirken würde.

Klares Nein zur Spielhalle

Hiergegen argumentiert der  Ortschaftsrat Stetten, dass neben dem Discounter Netto in Haigerloch ebenfalls ein Getränkemarkt betrieben werde. Diese Kombination in Stetten nun zu verbieten, stelle „eine Ungleichbehandlung“ dar. Ein weiteres Argument der Stettener ist, dass etwa 300 Meter entfernt von Nordwigs Grundstück bereits früher der Getränkemarkt UNO betrieben wurde. Auch die Befürwortung eines Getränkemarktes soll im Gemeinderat untermauert werden.
Anders sieht es mit der Anfrage wegen einer Spielhalle an diesem Standort aus. Hier bleibt der Ortschaftsrat bei seiner bisherigen Meinung, die er auch in ähnlich gelagerten Fällen bereits vertreten hat: Vergnügungsstätten sollen wegen der nahen Ortslage im Bebauungsplan ausgeschlossen bleiben.