Alle drei zuvor in den jeweiligen Ortschaftsräten vorgestellten Bebauungspläne – „Kreuzbreite“ in Gruol, „Hinter den Gärten II“ in Hart und „Schopfloch“ in Stetten“ – wurden am Dienstag im Gemeinderat nochmals beraten und anschließend auf den Weg gebracht.

Gebhard Gfrörer vom Empfinger Planungsbüro Gfrörer stellte die Bebauungspläne einzeln vor. Während es sich in Gruol um ein Anschlussgebiet nach Paragraph 13 a Baugesetzbuch handelt, gehe es in Stetten und Hart um Innenentwicklung nach Paragraph 13 b, die ausschließlich der Wohnbebauung vorbehalten sind. Für alle drei Baugebiete ist die vom Regionalverband Neckar-Alb vorgeschriebene Bruttowohndichte von 60 Einwohnern je Hektar angestrebt. Aus diesem Grund sind neben Einfamilienhäusern auch Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser vorgesehen.

Aus Stetten kommt Protest gegen die geplanten Mehrfamilienhäuser. Ortsvorsteher Konrad Wiget (SÖL) und auch Thorsten Hellstern (CDU) fragten nach, ob nicht auch bereits erfolgte Innenverdichtungen auf die Bruttoeinwohnerwerte angerechnet werden müssten. Gebhard Gfrörer ist der Ansicht, dass die Neuordnung innerörtlicher Bauflächen, wie beispielsweise in der Kirchstraße in Stetten sich auf den Richtwert kaum auswirken dürften.

Dennoch bleibt für die Stettener unverständlich, dass an der südöstlichen Ecke des ohnehin schon auf einer Anhöhe über der B 463 gelegenen Neubaugebiets „Schopfloch“ eine dreigeschossige Bebauung vorgesehen ist. „Jetzt duckt sich die erste Häuserreihe relativ flach in den Hang“, erklärte Wiget. Ein dreigeschossiges Gebäude würde dort wie ein Turm emporragen. „Das passt uns von der Optik überhaupt nicht“, protestierte Wiget.

Die Möglichkeit, Doppel- und Mehrfamilienhäuser zu bauen, sei „ein Angebot, das wir machen, nicht mehr und nicht weniger“, betonte Gfrörer. Es werde sich erst zeigen müssen, wie das Interesse ist und wie die Bebauung später tatsächlich aussieht. Auch die Erschließungsbeiträge je nach baulicher Ausnutzung der Grundstücksfläche müsse die Stadtverwaltung später von Fall zu Fall selbst festlegen.

Grundstücksgeschäft „aus Amigo-Zeiten“


Die Hohenzollernstraße betrifft ein weiterer Bebauungsplan, der dem Gemeinderat am Dienstag vorgestellt wurde. Das Grundstück, auf dem ein Wohnhaus errichtet werden soll, liegt im Gewerbegebiet „Hohenberg Süd“. Bei drei Enthaltungen wurde der vorhabenbezogene Bebauungsplan befürwortet. Dionys Pfister (FW) enthielt sich der Stimme, weil es um Grundstücksgeschäfte „aus der Amigo- und Vetterleszeit“ gehe. spa