Haigerloch Steinbruch ist voll von Leben

Viel Publikumsverkehr herrschte am Tag des Geotops im Steinbruch der Firma Schneider in Weildorf. Im Stundentakt boten Geopark-Geschäftsführer Siegfried Roth und Geologin Iris Bohnacker Führungen durch den Steinbruch an.
Viel Publikumsverkehr herrschte am Tag des Geotops im Steinbruch der Firma Schneider in Weildorf. Im Stundentakt boten Geopark-Geschäftsführer Siegfried Roth und Geologin Iris Bohnacker Führungen durch den Steinbruch an. © Foto: CAROLA LENSKI
Weildorf / Carola Lenski 16.09.2018
Unerwartet hoch war der Besucherandrang am Tag des Geotops im Schotterwerk der Firma Schneider in Weildorf.

Der Unesco Global Geopark Schwäbische Alb feierte am Sonntag gemeinsam mit dem Schotterwerk Schneider in Haigerloch den Tag des Geotops. An diesem Tag rückt der Geopark jährlich besondere Ort in den Mittelpunkt, in denen die einzigartige geologische Vielfalt der Region erfahrbar gemacht werden kann. Der Muschelkalk-Steinbruch der Firma Schneider gehört zu den ältesten regionalen Gesteinen ganz am Rande des Geoparks.

Bei herrlichem Spätsommerwetter kamen viele Besucher ins Schotterwerk, um die geologische Epoche des Muschelkalks, aber auch den Steinbruch und die Nutzung des Gesteins hautnah zu erleben. Unter den Gästen waren auch Christoph Heneka, Finanzdezernent des Landkreises Zollernalb mit Gemahlin, und Bürgermeister Heinrich Götz.

Dr. Siegfried Roth, Geschäftsführer des Geoparks, begrüßte die zahlreichen Gäste. Er betonte, dass Steinbrüche weder als Wunden in der Landschaft zu sehen noch durch Emissionen Störfaktoren seien. Die Steinbrüche böten einerseits die Möglichkeit, einen Einblick in die Erdgeschichte von über Millionen von Jahren zu erhalten. Andererseits seien sie voll von Leben und mit ihren schroffen Abhängen, zerklüfteten Felswänden, Geröllhalden und Kleinstgewässern ein Rückzugsort für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Besonders hob er dabei eine Mehlschwalbenkolonie hervor, die sich mit an die 100 Vögeln in den Felswänden des Steinbruchs eingenistet hat. Zudem praktiziere man im Steinbruch, der zum Abbau von Schotter und Bruchstein genutzt wird, einen nachhaltigen Abbau. Rohstoffe und Steine werden ortsnah eingesetzt.

Aufgrund des immens großen Publikumandrangs verzichtete man im Anschluss auf viele Worte und begab sich gleich zu Fuß mit Siegfried Roth und Geologin Iris Bohnacker auf die stündlich stattfindenden Führungen in den Steinbruch, um zu sehen, was sich im ehemaligen Muschelkalkmeer, entstanden vor 235 bis 245 Millionen Jahren, so alles getummelt hat. Das teils sehr fossilreiche Gestein wäre das älteste Gestein im Zollernalbkreis, informierte Roth.

Weitere interessante Informationen gab es im Steinbruchgelände bei den Infoständen des Unesco Geopark Schwäbische Alb, beim Industrieverband Steine und Erden (ISTE) und beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Auf ihre Kosten kamen am Sonntag im Steinbruch auch die Kinder, die sich in einem Riesensandkasten vor der Kulisse beeindruckender Felswände vergnügen konnten.

Der Förderverein Vituskapelle 1323 Gruol übernahm die Bewirtung mit Steaks, Roten Würsten und Rostbratwürsten vom Holzkohlegrill. Kaffee und selbstgebackenen Kuchen verkaufte die Klasse vier der Wiesentalschule in Gruol.

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Mehrschwalben leben in einer Vogelkolonie in den zerklüfteten Felswänden des Steinbruchs der Firma Schneider in Weildorf.

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