Ausstellung Stadt ehrt den Baumeister Christian Großbayer

Porträt von Christian Großbayer auf einem Votivbild (1780) als Dankgabe für die Genesung nach einem Knochenbruch.
Porträt von Christian Großbayer auf einem Votivbild (1780) als Dankgabe für die Genesung nach einem Knochenbruch. © Foto: Anonym
Haigerloch / Andrea Spatzal 18.11.2017

Christian Großbayer zählte zu den wichtigsten Architekten des 18. Jahrhunderts in Hohenzollern. Er gilt als der bedeutendste Baumeister des Spätbarocks in den damaligen Fürstentümern Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-­Sigmaringen. 1782 starb er als Stadtschultheiß und Baumeister in Haigerloch.

In Haigerloch wurde Christian Großbayer am 1. Januar 1718 auch geboren. Damit jährt sich am 1. Januar 2018 der Geburtstag des berühmten Haigerlochers zum 300. Mal. Aus diesem Anlass organisiert Großbayers Heimatstadt eine Sonderausstellung: Im Kunstmuseum Schüz sollen im nächsten Jahr Originalpläne Großbayers auf zwei bis drei Stellwänden präsentiert und optisch mit aktuellen Fotografien von Großbayers Bauten angereichert werden. Unterstützt wird die Stadt dabei vom Staatsarchiv Sigmaringen unter der Leitung von Dr. Volker Trugenberger.

Außerdem wird Ulrich Feldhahn, Kunsthistoriker und Kunstbeauftragter des Hauses Preußen, zum 300. Geburtstag Großbayers einen größeren Artikel in der Quartalszeitschrift des Hohenzollerischen Geschichtsvereins verfassen. Feldhahn habe sich auch bereit erklärt, eine eintägige Exkursionen zu Großbayers Kirchen in der Region zu leiten.

Wie sein Vater Valentin und sein Bruder Franz war auch Christian Großbayer eigentlich Maurermeister. Im Jahr 1740 ist belegt, dass er an verschiedenen herrschaftlichen Gebäuden im Raum Haigerloch Reparaturen ausführte. Der junge Handwerksmeister stand in der Gunst von Fürst Joseph Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen (1715-1769), der die Residenz seines kleinen Fürstentums von Sigmaringen nach Haigerloch verlegen ließ. Der Fürst ließ mit Hilfe von Großbayer Haigerloch zu einem barocken Herrschersitz umbauen.

So baute Christian Großbayer 1741/42 im Alter von 23 Jahren die Unterstadtkirche um. Von 1744 bis 1746 hatte er den Auftrag, den Oberstadtturm (Römerturm) umzubauen, 1747 entstand der Marktbrunnen. Dann das Glanzstück: die von 1753 bis 1757 erbaute Barock-Rokoko-Kirche St. Anna. Für dieses Werk hatte der Fürst auch noch den Bildhauer Johann Georg Weckenmann und den Hofmaler Meinrad von Au nach Haigerloch geholt. Die Entwürfe für die Kirche St. Jakobus in Bad Imnau und die Kirche St. Clemens in Bittelbronn stammen übrigens ebenfalls von Großbayer.

Noch vor dem Bau der St.-Anna-Kirche war Christian Großbayer in Rangendingen mit dem Umbau des Dominikanerinnen-Klosters beschäftigt. Danach taucht sein Name in Hechinger Baurechnungen „mit Gesellen und Handlangern“ auf.

Ohne diese Prestigeobjekte wäre er wohl nicht in der Lage gewesen, seinen Wirkungskreis ins ganze hohenzollerische Herrschaftsgebiet auszudehnen. So finden sich Bauten, die Großbayers Handschrift tragen, in einem Umkreis von 40 Kilometer um seine Heimatstadt Haigerloch. 1775 übernahm er zum Beispiel die Bauleitung der Klosterkirche Oberndorf, 1780 baute er die Klosterkirche Inzigkofen um.

Großbayers Ruhm – und wohl auch seine Einnahmen waren beachtlich: Der Maurermeister aus Haigerloch  kaufte zwischen 1740 und 1778 Land im Wert von 5000 Gulden. Der Tagelohn eines Maurermeisters betrug in der damaligen Zeit nur etwa einen halben Gulden.

Gemeinderat gibt Zuschüsse frei

Rund 3000 Euro gab der Gemeinderat Haigerloch als Kostenbeteiligung für die geplante Großbayer-Ausstellung im Schüz-Museum frei.

500 Euro Zuschuss von der Stadt Haigerloch erhält der Hohenzollerische Geschichtsverein, der zusammen mit dem Landesarchiv im Staatsarchiv Sigmaringen ab 22. November die Ausstellung „Hohenzollern. ­ Burg – Adelshaus – Land“ zeigt.

Drei Ereignissen, die sich 2017 zum 150. Mal jähren, ist die Ausstellung gewidmet: die Einweihung des historischen Wiederaufbaus der Burg Hohenzollern, die Einweihung des Fürstlich Hohenzollernschen Museums in Sigmaringen und die Gründung des Hohenzollerischen Geschichtsvereins.

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