Empfingen/Owingen Mümmelmann macht Sport: Spring, Karnickel, spring!

Owingen / Kathrin Löffler 18.05.2018
Die Owingerin Sandra Schlichthärle-Klink trainiert die künftige Emfpinger „Kaninhop“-Gruppe.

Eines gibt es im Kaninhop-Sport nicht: Diskriminierung gegen Dicke. „Die richtigen Brummer können das genauso“, sagt Sandra Schlichthärle-Klink. Die Sprungkraft habe mit dem Gewicht nichts zu tun. Die Motivation zum Springen aber vielleicht schon ein bisschen, schiebt sie nach. Die dicken Brummer seien halt meist ein bisschen träge.

Schlichthärle-Klink ist die Leiterin der künftigen Empfinger Kaninhop-Gruppe. Beim Kaninhop (siehe Infobox) springen – tatsächlich – Kaninchen über kleine Hindernisse. Die Trainerin meint also durchaus die Vierbeiner, wenn sie von „Brummern“ spricht“ – und nicht die Zweibeiner, die die kleinen Fellknäuel dabei an einer Leine führen. Der Empfinger Kleintierzuchtverein lädt zur Gründung seiner Gruppe am Samstag, 19. Mai, um 16 Uhr zum Infotag mit Schnuppertraining auf die Zuchtanlage ein. Wer mitmachen will, kann sich beim Vorsitzenden Arthur Hellstern (Telefon: 0 74 85 / 14 52), bei Jugendleiter Michael Seifer (0 74 85 / 17 90) oder bei Sandra Schlichthärle-Klink (0 74 74 / 9 59 07 57) anmelden. „Die Resonanz ist sehr gut“, sagt Hellstern. „Wir haben schon einige Anmeldungen.“ Der Verein hat bisher bereits die Schulen angesprochen, denn das Angebot wendet sich in erster Linie an Kinder, die sich für Kaninchen begeistern. Aber auch an Erwachsene – die hätten nämlich ebenso einige Freude an diesem Sport. Die Gruppe läuft zwar über den Verein, angesprochen sind aber alle Kaninchenbesitzer – nicht nur die von besonders wohlproportionierten Zuchthasen. Streichelhasen seien mitunter sogar besser geeignet, sagt Schlichthärle-Klink.

Sie selbst wohnt in Owingen und ist neben dem Empfinger Verein auch bei den dortigen Kleintierzüchtern Mitglied. Gerade ist sie dabei, ihre eigenen Kaninchen anzutrainieren. Im Verein soll dann im 14-tägigen Turnus geübt werden. Dazu braucht es im Grunde lediglich ein zentimeterhohes Konstrukt mit Latten und Stangen. „Man muss sich das vorstellen wie bei einem Reitparcours“, sagt sie. „Bloß ein bisschen kleiner.“ Beim Kaninhop gibt es Wettbewerbe. Jenes Karnickel, das die Hindernisse am schnellsten und mit den wenigsten Fehlern meistert, gewinnt.

Schnuppertag am 19. Mai

Und die Hindernishoppelei geht konform mit dem Naturell von Kaninchen? Hellstern widerspricht dem Klischee vom gemütlichen Mümmler: „Ein Kaninchen hat Bewegungsdrang. Das Springen macht ihm Spaß.“ Es gebe beim Kaninhop keinerlei tierschutzrechtliche Bedenken. „Sonst würden wir es nicht machen.“

Die Schweden haben’s erfunden

Kaninhop entstand vor rund 35 Jahren in Schweden – eigentlich dachten sich die dortigen Züchter als Beschäftigungstherapie für ihre Kaninchen aus. Ende der 1970er Jahre trainierte der erste schwedische Club seine Kaninchen nach den Regeln des Springreitens. Mittlerweile gibt es in fast allen europäischen Ländern Kaninhop-Vereine. Auch in Deutschland wird der Sport immer beliebter. Hier sind Kaninhop-Gruppen meist Rassekaninchenzuchtvereinen angeschlossen. Die besten Tiere messen sich in Landes- oder Europameisterschaften.