It’s Showtime – Let us entertain you, so hieß es am Samstagabend beim Jahreskonzert der Haigerlocher Stadtkapelle in der gut besuchten Witthauhalle. Und die Stadtkapelle hielt, was sie versprochen hatte. Die Zuhörer durften sich über musikalische Qualität, diverse bekannte Melodien, lustige und unterhaltsame Einlagen und einen gut aufgelegten Conferencier Paul Sauter freuen.

Los ging’s mit dem Auftritt der Jugendkapelle Bad Imnau, Haigerloch, Hart und Trillfingen und dem Titel „Let it go“. Es folgte „Sound of Silence“, ehe die jungen Talente bei „Star Wars: The Force Awakens“ ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise ins Weltall nahmen. Wieder auf der Erde angekommen, servierten sie noch den Adele-Hit „Rolling in the Deep“ und zeigten, wie „Böhmische Liebe“ klingt. Mathias Kessler schwang hier den Taktstock.

Welches Lied hatte sich die Stadtkapelle unter der Leitung von Sarah Frick als Eröffnungsstück ausgesucht? Richtig: „Let me entertain you“ von Robbie Williams. Die Musiker gingen feierlich-fröhlich zu Werke, brillierten bei den druckvollen und dynamischen Passagen, setzten pompöse Akzente und ließen dem Schlagwerk Raum zur Entfaltung. Ein stimmungsvoller Auftakt. Weiter ging es mit einer Filmmusik: „Gladiator – Symphonic Suite For Wind Orchestra“. Das anspruchsvolle Stück mit imaginären Kampf- und Landschaftsszenen forderte die Musiker, die in jeglicher Hinsicht eine tolle Figur machten. Majestätisch, monumental, dramatisch und pompös auftrumpfend überzeugten sie ebenso wie dezent und leise. Tempowechsel, Taktwechsel und schwierige Übergänge meisterten sie famos und brillierten immer wieder auch bei den zurückgenommenen Elementen. Stimmungswechsel erzeugten immer wieder musikalische Bilder.

Bei „Toto In Concert“ bot „Child’s anthem“ ruhige Momente aber auch Bombast, also viel Klangfülle, und bei „Africa“ reiste man gemeinsam mit den Zuhörern auf den schwarzen Kontinent. Das teils wunderschön balladeske „I will remember you“ kam anfangs getragen daher, trumpfte später aber voluminös auf. Zum Abschluss des Medleys träumten die Akteure auf der Bühne noch von einer gewissen „Rosanna“.

Beim folgenden „Everybody needs somebody“ erwies sich Paul Sauter quasi als dritter Blues Brother, wartete mit einer drolligen Rap-Einlage auf, riss sich den Hut vom Kopf und hüpfte von der Bühne. Teils wechselten sich auch hier die Register ab, vor allem aber bei den gemeinsamen Passagen wurde der Titel richtig peppig intoniert.

Weiter ging die kleine musikalische Reise von den USA nach Schweden zum „Stockholm Waterfestival“. Hier trumpfte das Orchester groß auf, überzeugte bei den druckvollen Passagen, wusste die feierlichen Augenblicke gekonnt in Szene zu setzen und sorgte für gute Laune. Immer wieder auch waren ruhige, fast besinnliche Töne zu vernehmen, die für eine unaufdringliche Melancholie sorgten.

Als Michael Jackson einst „Heal the world“ sang, wünschte er sich eine bessere Welt – die Stadtkapelle verwandelte bei diesem Song mit ihrem harmonischen Spiel die Witthauhalle in eine kleine, bessere Welt. Dazu trug auch die bunte „Register-Show“ bei.

Aus der ersten Zugabe „Christmas on the Rock“ waren Lieder wie „Smoke on the Water“ und „Jingle Bells“ herauszuhören; die zweite, gemeinsam mit der Jugendkapelle zelebrierte Zugabe „Oh du fröhliche geriet zu einem der Höhepunkte des Konzerts. Mathias Kessler veredelte das Stück mit seinen Trompetensoli.

Ehrungen für treue Musiker


Im Rahmen des Jahreskonzerts wurde Andreas Wolters für 30 Jahre aktives Musizieren geehrt. Er bekam von Diana Dehner, Beisitzerin im Blasmusikkreisverband, die Ehrennadel in Gold des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg angesteckt. Eine besondere Ehrung wurde Hans Bäurle (Tenorhorn) zuteil: Für 15 Jahre im Vorstand und 25 Jahre im Ausschuss wurde er von Diana Dehner mit der Fördermedaille in Silber des Blasmusikverbands Baden-Württemberg ausgezeichnet. Von der Stadtkapelle gab ein zusätzliches Geschenk. Klara Faiß (Klarinette) nahm für zehn Jahre aktives Musizieren die Ehrennadel in Bronze
entgegen. Anna Alex überreichte Felix Becker und Jannis Pfeffer, die zur D2-Prüfung angetreten waren, das Leistungsabzeichen in Silber, Amelie Schmalz, Mira Bacher, Moritz Bacher, Benedikt Bolz, Nico Löffler und Robert Lindner (jeweils D1) bekamen das Leistungsabzeichen in Bronze
verliehen.