Die gesamte Schulgemeinschaft des Gymnasiums, ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Weggefährten waren zu dem Fest auf dem Schulgelände und zur anschließenden Abschiedsfeier in der Witthauhalle gekommen. Über allem stand das Motto "Baustellen eines Weltenbummlers". Unter der Regie der Schüler, Eltern und des Elternbeirats waren die Klassenzimmer in kulinarische Räumen umfunktioniert worden. Spezialitäten aus Spanien, den USA, der Türkei, Italien, Frankreich, der Schweiz und aus Deutschland gab es dort zu verkosten.

Eine Bilderschau im Schulhausflur, die später bei der Abschiedsfeier auch als Power-Point-Präsentation gezeigt wurde, gab einen Einblick in die Arbeit und das Privatleben des scheidenden Schulleiters, darunter eine Schlagzeile in der HZ aus dem Jahr 1999, als Helmut Opferkuch in einem Sabbatjahr zu einer Weltreise aufbrach: "Fasziniert von der Begegnung mit fremden Kulturen". Auf einem Parcours konnten Eltern und Schüler selbst "Etappen auf dem Weg zum Schulleiter" durchlaufen, unter anderem dem "Bauherrn" Opferkuch einen Bierdeckelturm gestalten. Im Schulhof konzertierte während des gesamten Schulfestes die Jugendkapelle Rangendingen/Bietenhausen/Höfendorf unter Musikdirektor Arno Hermann.

Das Orchester begleitete Helmut Opferkuch und seine Frau Claire Offret auch mit einem Marsch beim Gang in die Witthauhalle. Auf dem Weg dorthin stand die gesamte ganze Schulgemeinschaft Spalier winkte mit bunten Servietten. Der Schulleiter trug Frack und Zylinder.

Zur Abschiedsfeier in der Witthauhalle war alles aufgeboten: Eine locker aufspielende achtköpfige Schulband unter Bernd Liener, die beiden zunächst als Bauarbeiter erscheinenden Moderatoren aus dem Lehrerkollegium, Kerstin Gotthardt und Stephan Albiez ("Helmut braucht immer Baustellen, den ganzen Tag, Improvisationen ist er gewöhnt"), die von Helmut Opferkuch am damaligen Progymnasium initiierte Akrobatik-AG mit Jonglage, Einradfahren und Pyramiden, eine Turngala- und Tanzvorführung sowie der Lehrerchor unter Sylvia Kinslow.

Dem scheidenden Schulleiter und seiner Gattin, denen ein Ehrenplatz auf einem Sofa bereitet wurde, waren begeistert vom über zweistündigen Programm, das die Vielfalt des außerschulischen Lebens zeigte (das jetzt durch die Kürzung der Stundendeputate in Gefahr ist).

Stellvertretender Schulleiter Manfred Pfeffer und Jutta Wolf sprachen ihrem "Chef" viele anerkennenden Worte und vielseitigen Dank aus und blickten auch mit eindrucksvollen Zahlen zurück auf die 36-jährige Schullaufbahn Opferkuchs, von der er sieben Jahre als Schulleiter am Haigerlocher Gymnasium tätig war: Er hat unter drei Schulleitern "gedient" und neun Kultusminister "verschlissen", 1946 Schülerinnen und Schüler hat er auf ihrem Weg begleitet, an 6460 Schultagen die "preußische Residenzpflicht" verweigert, als er zuletzt von Grosselfingen nach Haigerloch fuhr, und 23 868 45-minütige Schulstunden gehalten.

"Eine Ära geht zu Ende und eine Reise in die Freiheit beginnt - Adieu und Au revoir" - die ganze Schulgemeinschaft erhob sich und bedankte sich bei dem äußert beliebten Schulleiter.

Info Am kommenden Donnerstag, 18. Juli, erfolgt noch die offizielle Verabschiedung Helmut Opferkuchs.